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📝 Grundwissen und Formeln · ⏱️ 2 Min. Lesezeit

Wie berechne ich, ob ein günstigeres Zutat meine Marge verbessert?

📝 KitchenNmbrs · aktualisiert 16 Mar 2026

TL;DR

Eine günstigere Zutat scheint immer besser für deine Marge zu sein, aber das stimmt nicht immer. Manchmal zahlst du weniger pro Kilo, bekommst aber auch weniger verwertbares Pro...

Eine günstigere Zutat scheint immer besser für deine Marge zu sein, aber das stimmt nicht immer. Manchmal zahlst du weniger pro Kilo, bekommst aber auch weniger verwertbares Produkt. Oder der Geschmack ändert sich, wodurch Gäste wegbleiben. Hier lernst du Schritt für Schritt zu berechnen, ob eine günstigere Zutat deine Marge wirklich verbessert.

Warum günstiger nicht immer besser ist

Dein Lieferant bietet günstigeren Lachs an. €15 pro Kilo statt €20. Logisch, ihn zu nehmen, oder? Nicht unbedingt. Es können versteckte Kosten entstehen, die deine Marge sogar verschlechtern.

⚠️ Achtung:

Ein niedrigerer Einkaufspreis bedeutet nicht automatisch eine bessere Marge. Schau auf die Gesamtkosten pro Portion auf dem Teller.

Was du in deine Berechnung einbeziehen musst

Für einen fairen Vergleich musst du mehr als nur den Preis pro Kilo berücksichtigen:

  • Schnittabfall: Wie viel wirfst du bei der Verarbeitung weg?
  • Qualität: Wie sieht es auf dem Teller aus?
  • Haltbarkeit: Wie lange bleibt es gut?
  • Zubereitung: Kostet es mehr Zeit zu verarbeiten?
  • Portionsgröße: Musst du mehr geben für das gleiche Ergebnis?

Die echten Kosten berechnen

Der Preis pro Kilo sagt wenig aus. Du musst wissen, was du wirklich für den verwertbaren Teil zahlst, der auf dem Teller kommt.

💡 Beispiel Lachsvergleich:

Lieferant A (teurer):

  • Preis: €20/kg
  • Schnittabfall: 30%
  • Ausbeute: 70%
  • Echte Preis Filet: €20 / 0,70 = €28,57/kg

Lieferant B (günstiger):

  • Preis: €15/kg
  • Schnittabfall: 50%
  • Ausbeute: 50%
  • Echte Preis Filet: €15 / 0,50 = €30/kg

Ergebnis: Lieferant A ist €1,43/kg günstiger!

Auswirkung auf deine Lebensmittelkosten berechnen

Jetzt kennst du die echten Kosten. Zeit zu schauen, was das für deine Marge pro Gericht bedeutet.

💡 Beispiel: Lachsgericht Auswirkung:

Du verkaufst Lachs für €32 (inkl. 9% MwSt.) = €29,36 exkl. MwSt
Portionsgröße: 180 Gramm Lachs

Mit Lieferant A:

  • Kosten Lachs: 0,18 kg × €28,57 = €5,14
  • Lebensmittelkosten Lachs: (€5,14 / €29,36) × 100 = 17,5%

Mit Lieferant B:

  • Kosten Lachs: 0,18 kg × €30,00 = €5,40
  • Lebensmittelkosten Lachs: (€5,40 / €29,36) × 100 = 18,4%

Unterschied: 0,9 Prozentpunkte schlechter mit dem "günstigen" Lachs

Andere Faktoren berücksichtigen

Zahlen sind wichtig, aber nicht alles. Denk auch an:

  • Geschmack: Schmeckt das günstigere Produkt gleich?
  • Präsentation: Sieht es auf dem Teller gut aus?
  • Konsistenz: Ist die Qualität immer gleich?
  • Verarbeitungszeit: Kostet es mehr Zeit zu verarbeiten?
  • Haltbarkeit: Wirfst du mehr weg durch Verderb?

⚠️ Achtung:

Eine Zutat, die 10% günstiger ist, aber 20% mehr Verarbeitungszeit kostet, wird durch Lohnkosten am Ende teurer.

Den Gesamttest durchführen

Teste neue Zutaten immer ein paar Wochen, bevor du endgültig umschaltest:

  • Berechne die echten Kosten pro Portion
  • Teste die Qualität in deiner Küche
  • Frag dein Team um Feedback
  • Beobachte, ob Gäste den Unterschied merken
  • Überprüfe, ob du mehr oder weniger wegwirfst

💡 Beispiel: Kompletter Rindfleischtest:

Woche 1-2: Alter Lieferant (€24/kg, 15% Schnittabfall)

  • Echte Preis: €24 / 0,85 = €28,24/kg
  • Verschwendung: 2% des Einkaufs
  • Verarbeitungszeit: 10 Min pro Kilo

Woche 3-4: Neuer Lieferant (€20/kg, 25% Schnittabfall)

  • Echte Preis: €20 / 0,75 = €26,67/kg
  • Verschwendung: 5% des Einkaufs
  • Verarbeitungszeit: 15 Min pro Kilo

Fazit: Günstiger pro Portion, aber mehr Verschwendung und Arbeit

Wie berechnest du, ob eine günstigere Zutat deine Marge verbessert?

1

Berechne die echten Kosten pro Kilo

Teile den Einkaufspreis durch die Ausbeute nach Verarbeitung. Bei 20% Schnittabfall ist deine Ausbeute 80%, also teilst du durch 0,80. Das gibt dir den echten Preis für den verwertbaren Teil.

2

Berechne die Kosten pro Portion

Multipliziere die echten Kosten pro Kilo mit dem Gewicht, das du pro Portion verwendest. Das sind deine Zutatkosten pro Gericht für dieses Produkt.

3

Vergleiche die Auswirkung auf dein Lebensmittelkostenprozentsatz

Teile die neuen Zutatkosten durch deinen Verkaufspreis ohne MwSt. und multipliziere mit 100. Vergleiche diesen Prozentsatz mit deiner alten Situation.

4

Teste die Qualität und Praxis

Probiere die neue Zutat 2-3 Wochen aus. Achte auf Geschmack, Präsentation, Verarbeitungszeit und Verschwendung. Manchmal sind günstigere Zutaten am Ende teurer.

5

Berechne den Unterschied auf Jahresbasis

Multipliziere den Unterschied pro Portion mit der Anzahl der Portionen, die du pro Jahr verkaufst. Das zeigt die echte Auswirkung auf deinen Gewinn.

✨ Pro tip

Teste neue Zutaten immer zuerst bei deinen 3 meistverkauften Gerichten. Wenn es dort gut läuft, kannst du auf andere Gerichte ausweiten.

Selbst berechnen?

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Häufig gestellte Fragen

Sollte ich immer die günstigste Zutat wählen?

Nein, schau auf die Gesamtkosten pro Portion inklusive Schnittabfall, Verarbeitungszeit und Qualität. Eine teurere Zutat kann am Ende günstiger sein.

Wie berechne ich Schnittabfall bei einem neuen Produkt?

Wiege das Produkt vor und nach der Verarbeitung. Schnittabfall = ((Originalgewicht - verwertbares Gewicht) / Originalgewicht) × 100.

Was ist, wenn die günstigere Zutat weniger lecker ist?

Dann ist das Risiko nicht wert. Gäste, die wegbleiben, kosten mehr als du bei Zutaten sparst. Teste immer erst ein paar Wochen.

Wie oft sollte ich Zutatpreise vergleichen?

Überprüfe deine Hauptzutaten alle 3 Monate. Lieferanten passen Preise regelmäßig an und neue Anbieter kommen auf den Markt.

Kann ich verschiedene Lieferanten für die gleiche Zutat verwenden?

Das geht, aber sorge für Konsistenz in der Qualität. Gäste merken es, wenn der Geschmack ihres Lieblingsgericht immer anders ist.

Wie beziehe ich Verarbeitungszeit in meine Berechnung ein?

Rechne deinen Stundensatz für Küchenmitarbeiter in Kosten pro Minute um. Addiere diese zu den Zutatkosten für einen fairen Vergleich.

⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj

Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.

In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.

ℹ️ Dieser Artikel wurde auf Grundlage offizieller Quellen und Fachkenntnissen erstellt. Obwohl wir aktuelle und korrekte Informationen anstreben, kann der Inhalt von den neuesten Vorschriften abweichen. Konsultieren Sie stets die offiziellen Behörden für verbindliche Normen.

📚 Konsultierte Quellen

BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) https://www.bvl.bund.de

Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.

JS

Geschrieben von

Jeffrey Smit

Gründer & CEO von KitchenNmbrs

Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.

🏆 8 Jahre Küchenmanager bei 1NUL8 Group Rotterdam
Expertise: food cost management HACCP kitchen management restaurant operations food safety compliance

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