Lieferspecials haben eine andere Kostenstruktur als reguläre Gerichte. Bei der Lieferung kommen Kosten hinzu, die du in deinem Restaurant nicht hast. Gleichzeitig fallen andere Kosten weg. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt zu berechnen, was mit deinem Gewinn passiert, wenn du Specials ausschließlich per Lieferung verkaufst.
Warum Lieferspecials anders ausfallen
Bei der Lieferung kommen Kosten hinzu, die du in deinem Restaurant nicht hast. Gleichzeitig fallen andere Kosten weg. Das Nettoresultat kann überraschend sein.
💡 Beispiel Lieferspecial:
Pasta Special normalerweise €18,50 im Restaurant, per Lieferung €16,50
- Zutaten: €5,10
- Verpackung: €0,85
- Plattformgebühr (25%): €4,13
- Lieferkosten: €0
Gesamtkosten: €10,08
Die neuen Kostenpositionen bei der Lieferung
Diese Kosten hast du bei der Lieferung, im Restaurant aber nicht:
- Plattformgebühren: 15-30% deines Bestellwerts (Thuisbezorgd, Uber Eats)
- Verpackungskosten: Behälter, Tüten, Besteck, Servietten
- Zusätzliche Aufkleber/Etiketten: für Allergene und Kennzeichnung
- Möglicherweise niedrigere Preise: um auf der Plattform wettbewerbsfähig zu bleiben
Die wegfallenden Kosten
Diese Kosten hast du bei der Lieferung NICHT:
- Bedienung: kein Kellner, der die Bestellung aufnimmt und serviert
- Abwaschen von Tellern/Besteck: alles ist Einweg
- Tischdekoration: keine Kerzen, Blumen, Servietten
- Tische reinigen: Gäste sitzen nicht bei dir
⚠️ Achtung:
Plattformgebühren werden auf deinen Verkaufspreis INKLUSIVE MwSt. berechnet. Das macht sie teurer, als sie aussehen.
Berechnung Schritt für Schritt
So berechnest du die tatsächliche Marge deines Lieferspecials:
💡 Rechenbeispiel:
Pasta Carbonara Special: €16,50 über Thuisbezorgd
- Verkaufspreis ohne MwSt.: €16,50 / 1,09 = €15,14
- Plattformgebühr: €16,50 × 0,25 = €4,13
- Zutaten: €5,10
- Verpackung: €0,85
Nettoerlös: €15,14 - €4,13 = €11,01
Gesamtkosten: €5,10 + €0,85 = €5,95
Marge: €11,01 - €5,95 = €5,06 (46% des Nettoerlöses)
Vergleich mit Restaurant-Version
Dieselbe Pasta in deinem Restaurant für €18,50:
- Verkaufspreis ohne MwSt.: €16,97
- Zutaten: €5,10
- Bedienung (geschätzt): €2,50
- Sonstige Kosten: €1,00
Marge Restaurant: €16,97 - €8,60 = €8,37 (49% des Umsatzes ohne MwSt.)
💡 Fazit:
Restaurant: €8,37 Marge bei €18,50 Verkaufspreis
Lieferung: €5,06 Marge bei €16,50 Verkaufspreis
Unterschied: €3,31 weniger Marge pro Portion per Lieferung
Wann sich Lieferspecials lohnen
Trotz niedrigerer Margen können Lieferspecials sinnvoll sein:
- Volumeneffekt: mehr Verkauf durch niedrigere Preise
- Ruhige Zeiten: zusätzlicher Umsatz, wenn das Restaurant leer ist
- Neue Kunden: Menschen lernen dein Restaurant kennen
- Fixkosten verteilen: Miete, Gas, Wasser laufen weiter
Break-Even-Berechnung
Um das Gleiche zu verdienen wie 1 Restaurant-Portion (€8,37), musst du per Lieferung verkaufen:
€8,37 / €5,06 = 1,65 Portionen
Für jeden Restaurant-Gast, der wegbleibt, brauchst du also mindestens 2 Lieferkunden, um das Gleiche zu verdienen.
⚠️ Achtung:
Dies gilt nur für die direkte Marge pro Gericht. Fixkosten wie Miete, Personal und Energie laufen unabhängig von der Anzahl der Lieferbestellungen weiter.
Optimierungstipps
So verbesserst du die Marge auf Lieferspecials:
- Günstigere Verpackung: suche nach Alternativen ohne Qualitätsverlust
- Höhere Mindestbestellung: verteile Plattformgebühren auf mehr Gerichte
- Effizientere Rezepte: Gerichte, die leicht zu verpacken sind
- Bundle-Angebote: Vorspeise + Hauptgericht erhöht den Bestellwert
Wie berechnest du die Auswirkung auf deine Marge? (Schritt für Schritt)
Berechne deine Plattformkosten
Multipliziere deinen Verkaufspreis (inkl. MwSt.) mit dem Plattformprozentsatz. Dies liegt normalerweise zwischen 15-30%, abhängig von der Plattform und deinen Vereinbarungen.
Addiere alle Lieferkosten
Neben Plattformgebühren hast du Verpackungskosten (Behälter, Tüten, Besteck), Etiketten und möglicherweise zusätzliche Zutaten für transportgerechte Zubereitung.
Ziehe vom Nettoerlös ab
Dein Nettoerlös ist dein Verkaufspreis ohne MwSt. minus Plattformgebühr. Ziehe davon alle Kosten (Zutaten + Verpackung) ab, um deine tatsächliche Marge zu erhalten.
✨ Pro tip
Überprüfe deine 5 meistverkauften Liefergerichte separat. Ein verlustbringendes Gericht kann deinen gesamten Liefergewinn aufzehren, wenn es beliebt ist.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Muss ich MwSt. in die Berechnung der Plattformgebühr einbeziehen?
Ja, Plattformgebühren werden auf deinen Verkaufspreis inklusive MwSt. berechnet. Eine Gebühr von 25% auf €16,50 ist €4,13, nicht auf den Betrag ohne MwSt.
Sind Verpackungskosten wirklich so wichtig?
Absolut. Verpackungskosten können €0,50 bis €1,50 pro Bestellung betragen. Bei niedrigen Margen ist das ein erheblicher Teil deines Gewinns.
Kann ich Plattformgebühren in meinen Preis einkalkulieren?
Das kannst du, aber dann wirst du teurer als Konkurrenten. Viele Restaurants wählen niedrigere Preise, um Volumen zu machen, auf Kosten der Marge pro Gericht.
Wann ist Lieferung noch rentabel?
Wenn deine Fixkosten (Miete, Personal) ohnehin weiterlaufen und du zusätzliches Volumen machst, ohne zusätzliche Personalkosten zu haben. Auch wenn dein Restaurant sonst leer wäre.
Wie oft sollte ich diese Berechnung aktualisieren?
Überprüfe dies monatlich. Plattformgebühren können sich ändern, Verpackungskosten steigen und dein Menüpreis muss möglicherweise angepasst werden, um rentabel zu bleiben.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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