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📝 Saison und Einkauf · ⏱️ 2 Min. Lesezeit

Wie berechne ich, was mit meiner Marge passiert, wenn ich Specials ausschließlich per Lieferung verkaufe?

📝 KitchenNmbrs · aktualisiert 13 Mar 2026

Lieferspecials haben eine andere Kostenstruktur als reguläre Gerichte. Bei der Lieferung kommen Kosten hinzu, die du in deinem Restaurant nicht hast. Gleichzeitig fallen andere Kosten weg. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt zu berechnen, was mit deinem Gewinn passiert, wenn du Specials ausschließlich per Lieferung verkaufst.

Warum Lieferspecials anders ausfallen

Bei der Lieferung kommen Kosten hinzu, die du in deinem Restaurant nicht hast. Gleichzeitig fallen andere Kosten weg. Das Nettoresultat kann überraschend sein.

💡 Beispiel Lieferspecial:

Pasta Special normalerweise €18,50 im Restaurant, per Lieferung €16,50

  • Zutaten: €5,10
  • Verpackung: €0,85
  • Plattformgebühr (25%): €4,13
  • Lieferkosten: €0

Gesamtkosten: €10,08

Die neuen Kostenpositionen bei der Lieferung

Diese Kosten hast du bei der Lieferung, im Restaurant aber nicht:

  • Plattformgebühren: 15-30% deines Bestellwerts (Thuisbezorgd, Uber Eats)
  • Verpackungskosten: Behälter, Tüten, Besteck, Servietten
  • Zusätzliche Aufkleber/Etiketten: für Allergene und Kennzeichnung
  • Möglicherweise niedrigere Preise: um auf der Plattform wettbewerbsfähig zu bleiben

Die wegfallenden Kosten

Diese Kosten hast du bei der Lieferung NICHT:

  • Bedienung: kein Kellner, der die Bestellung aufnimmt und serviert
  • Abwaschen von Tellern/Besteck: alles ist Einweg
  • Tischdekoration: keine Kerzen, Blumen, Servietten
  • Tische reinigen: Gäste sitzen nicht bei dir

⚠️ Achtung:

Plattformgebühren werden auf deinen Verkaufspreis INKLUSIVE MwSt. berechnet. Das macht sie teurer, als sie aussehen.

Berechnung Schritt für Schritt

So berechnest du die tatsächliche Marge deines Lieferspecials:

💡 Rechenbeispiel:

Pasta Carbonara Special: €16,50 über Thuisbezorgd

  • Verkaufspreis ohne MwSt.: €16,50 / 1,09 = €15,14
  • Plattformgebühr: €16,50 × 0,25 = €4,13
  • Zutaten: €5,10
  • Verpackung: €0,85

Nettoerlös: €15,14 - €4,13 = €11,01

Gesamtkosten: €5,10 + €0,85 = €5,95

Marge: €11,01 - €5,95 = €5,06 (46% des Nettoerlöses)

Vergleich mit Restaurant-Version

Dieselbe Pasta in deinem Restaurant für €18,50:

  • Verkaufspreis ohne MwSt.: €16,97
  • Zutaten: €5,10
  • Bedienung (geschätzt): €2,50
  • Sonstige Kosten: €1,00

Marge Restaurant: €16,97 - €8,60 = €8,37 (49% des Umsatzes ohne MwSt.)

💡 Fazit:

Restaurant: €8,37 Marge bei €18,50 Verkaufspreis

Lieferung: €5,06 Marge bei €16,50 Verkaufspreis

Unterschied: €3,31 weniger Marge pro Portion per Lieferung

Wann sich Lieferspecials lohnen

Trotz niedrigerer Margen können Lieferspecials sinnvoll sein:

  • Volumeneffekt: mehr Verkauf durch niedrigere Preise
  • Ruhige Zeiten: zusätzlicher Umsatz, wenn das Restaurant leer ist
  • Neue Kunden: Menschen lernen dein Restaurant kennen
  • Fixkosten verteilen: Miete, Gas, Wasser laufen weiter

Break-Even-Berechnung

Um das Gleiche zu verdienen wie 1 Restaurant-Portion (€8,37), musst du per Lieferung verkaufen:

€8,37 / €5,06 = 1,65 Portionen

Für jeden Restaurant-Gast, der wegbleibt, brauchst du also mindestens 2 Lieferkunden, um das Gleiche zu verdienen.

⚠️ Achtung:

Dies gilt nur für die direkte Marge pro Gericht. Fixkosten wie Miete, Personal und Energie laufen unabhängig von der Anzahl der Lieferbestellungen weiter.

Optimierungstipps

So verbesserst du die Marge auf Lieferspecials:

  • Günstigere Verpackung: suche nach Alternativen ohne Qualitätsverlust
  • Höhere Mindestbestellung: verteile Plattformgebühren auf mehr Gerichte
  • Effizientere Rezepte: Gerichte, die leicht zu verpacken sind
  • Bundle-Angebote: Vorspeise + Hauptgericht erhöht den Bestellwert

Wie berechnest du die Auswirkung auf deine Marge? (Schritt für Schritt)

1

Berechne deine Plattformkosten

Multipliziere deinen Verkaufspreis (inkl. MwSt.) mit dem Plattformprozentsatz. Dies liegt normalerweise zwischen 15-30%, abhängig von der Plattform und deinen Vereinbarungen.

2

Addiere alle Lieferkosten

Neben Plattformgebühren hast du Verpackungskosten (Behälter, Tüten, Besteck), Etiketten und möglicherweise zusätzliche Zutaten für transportgerechte Zubereitung.

3

Ziehe vom Nettoerlös ab

Dein Nettoerlös ist dein Verkaufspreis ohne MwSt. minus Plattformgebühr. Ziehe davon alle Kosten (Zutaten + Verpackung) ab, um deine tatsächliche Marge zu erhalten.

✨ Pro tip

Überprüfe deine 5 meistverkauften Liefergerichte separat. Ein verlustbringendes Gericht kann deinen gesamten Liefergewinn aufzehren, wenn es beliebt ist.

Selbst berechnen?

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Häufig gestellte Fragen

Muss ich MwSt. in die Berechnung der Plattformgebühr einbeziehen?

Ja, Plattformgebühren werden auf deinen Verkaufspreis inklusive MwSt. berechnet. Eine Gebühr von 25% auf €16,50 ist €4,13, nicht auf den Betrag ohne MwSt.

Sind Verpackungskosten wirklich so wichtig?

Absolut. Verpackungskosten können €0,50 bis €1,50 pro Bestellung betragen. Bei niedrigen Margen ist das ein erheblicher Teil deines Gewinns.

Kann ich Plattformgebühren in meinen Preis einkalkulieren?

Das kannst du, aber dann wirst du teurer als Konkurrenten. Viele Restaurants wählen niedrigere Preise, um Volumen zu machen, auf Kosten der Marge pro Gericht.

Wann ist Lieferung noch rentabel?

Wenn deine Fixkosten (Miete, Personal) ohnehin weiterlaufen und du zusätzliches Volumen machst, ohne zusätzliche Personalkosten zu haben. Auch wenn dein Restaurant sonst leer wäre.

Wie oft sollte ich diese Berechnung aktualisieren?

Überprüfe dies monatlich. Plattformgebühren können sich ändern, Verpackungskosten steigen und dein Menüpreis muss möglicherweise angepasst werden, um rentabel zu bleiben.

⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj

Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.

In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.

ℹ️ Dieser Artikel wurde auf Grundlage offizieller Quellen und Fachkenntnissen erstellt. Obwohl wir aktuelle und korrekte Informationen anstreben, kann der Inhalt von den neuesten Vorschriften abweichen. Konsultieren Sie stets die offiziellen Behörden für verbindliche Normen.

📚 Konsultierte Quellen

BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) https://www.bvl.bund.de

Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.

JS

Geschrieben von

Jeffrey Smit

Gründer & CEO von KitchenNmbrs

Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.

🏆 8 Jahre Küchenmanager bei 1NUL8 Group Rotterdam
Expertise: food cost management HACCP kitchen management restaurant operations food safety compliance

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