Arbeitgeberabgaben in der Gastronomie betragen etwa 25-30% zusätzlich zum Bruttolohn. Das bedeutet, dass ein Mitarbeiter mit €2.500 Brutto dich als Arbeitgeber etwa €3.200 pro Monat kostet. Für viele Restaurantbesitzer ist dies eine überraschend hohe Kostenposition, die die Rentabilität erheblich beeinflusst.
Was sind Arbeitgeberabgaben genau?
Arbeitgeberabgaben sind die Kosten, die du als Arbeitgeber zusätzlich zum Bruttolohn deines Personals zahlst. Es sind obligatorische Beiträge und Abgaben zur Sozialversicherung.
Übersicht Arbeitgeberabgaben Gastronomie 2024
Die wichtigsten Arbeitgeberabgaben in der Gastronomie sind:
- Arbeitgeberabgaben: 17,9% auf Lohn bis €66.956
- WGA-Prämie: 0,73% (Durchschnitt)
- WW-Prämie: 2,7% (Gastronomie-Tarif)
- Krankheitsgesetz: 6,37%
- Altersvorsorge: variabel, oft 15-20%
? Beispielberechnung:
Koch mit €2.500 Brutto pro Monat:
- Bruttolohn: €2.500
- Arbeitgeberabgaben (17,9%): €448
- WGA-Prämie (0,73%): €18
- WW-Prämie (2,7%): €68
- Krankheitsgesetz (6,37%): €159
- Altersvorsorge (15%): €375
Gesamtkosten Arbeitgeber: €3.568 pro Monat
Gastronomie hat höhere WW-Prämie
Die Gastronomie fällt in einen separaten Sektor für Arbeitslosenversicherung. Der WW-Prozentsatz ist höher als im Durchschnitt wegen der saisonalen Beschäftigung und höherer Fluktuation.
⚠️ Achtung:
Die WW-Prämie für Gastronomie (2,7%) ist höher als beispielsweise für Büroarbeit (0,3%). Dies macht Personal in der Gastronomie teurer als in anderen Branchen.
Altersvorsorgekosten sind variabel
Viele Gastronomiebetriebe sind beim Branchenpensionsfonds Gastronomie & Catering angeschlossen. Die Prämie variiert, liegt aber oft zwischen 15-20% des Bruttolohns.
Du kannst dich auch für eine andere Altersvorsorge entscheiden, aber diese muss die gesetzlichen Mindestanforderungen erfüllen.
Auswirkungen auf deine Personalkosten
Als Faustregel kannst du davon ausgehen, dass deine Personalkosten 25-30% höher sind als die Bruttolöhne, die du auszahlst.
? Praktisches Beispiel Restaurant:
Team von 6 Personen mit durchschnittlich €2.200 Brutto:
- Brutto-Lohnsumme: €13.200 pro Monat
- Arbeitgeberabgaben (28%): €3.696 pro Monat
- Gesamte Personalkosten: €16.896 pro Monat
Auf Jahresbasis: €202.752 statt €158.400
Wie berechnest du dies in deiner Preisgestaltung?
Viele Restaurantbesitzer vergessen, Arbeitgeberabgaben in ihre Kostenkalkulation einzubeziehen. Dadurch wirken Gerichte rentabler, als sie tatsächlich sind.
Formel für tatsächliche Arbeitskosten:
Tatsächliche Arbeitskosten = Bruttolohn × 1,28 (bei 28% Arbeitgeberabgaben)
Wenn dein Chef 2 Stunden an einem Gericht arbeitet und €18 pro Stunde Brutto verdient, kostet dich dies nicht €36, sondern €46 an Arbeitskosten.
Arbeitgeberabgaben bei verschiedenen Vertragsformen
Die Arbeitgeberabgaben unterscheiden sich je nach Vertragsform:
- Festanstellung: Alle Arbeitgeberabgaben gelten
- Flexvertrag: Gleiche Arbeitgeberabgaben, aber flexibler einsetzbar
- Freiberufler: Keine Arbeitgeberabgaben, aber 21% MwSt. und oft höhere Stundensätze
- Leiharbeitskräfte: Arbeitgeberabgaben über Leiharbeitsfirma, aber höhere All-in-Tarife
⚠️ Achtung:
Scheinselbstständigkeit ist riskant. Das Finanzamt kontrolliert zunehmend strenger auf Freiberufler-Konstruktionen in der Gastronomie. Bei Nachzahlungen zahlst du alle fehlenden Arbeitgeberabgaben mit Strafzinsen.
Wie berechnest du die gesamten Personalkosten? (Schritt für Schritt)
Bestimme den Bruttolohn pro Mitarbeiter
Addiere alle Bruttolöhne deines Teams. Vergiss nicht, Urlaubsgeld (8%) und 13. Monatsgehalt einzurechnen, falls du diese zahlst. Dies ist deine Grundlage für die Berechnung.
Berechne den Prozentsatz der Arbeitgeberabgaben
Addiere alle Prozentsätze: Arbeitgeberabgaben (17,9%) + WGA (0,73%) + WW (2,7%) + Krankheitsgesetz (6,37%) + Altersvorsorge (15-20%). Dies ergibt normalerweise 25-30% des Bruttolohns.
Berechne die Gesamtkosten
Multipliziere den Bruttolohn mit 1,28 (bei 28% Arbeitgeberabgaben). Ein Koch mit €2.500 Brutto kostet dich also €2.500 × 1,28 = €3.200 pro Monat an gesamten Personalkosten.
✨ Pro tip
Berechne bei der Erstellung deiner Speisekarte immer die tatsächlichen Arbeitskosten einschließlich Arbeitgeberabgaben. Ein Gericht, das 1 Stunde Kochzeit eines Kochs mit €18 Brutto pro Stunde kostet, kostet dich nicht €18, sondern €23 an Arbeitskosten.
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Häufig gestellte Fragen
Sind Arbeitgeberabgaben von der Steuer abzugsfähig?
Was passiert, wenn ich Arbeitgeberabgaben nicht zahle?
Kann ich Arbeitgeberabgaben senken, indem ich mehr Freiberufler einstelle?
Wie viel Prozent meines Umsatzes geht an Personalkosten?
Unterscheiden sich Arbeitgeberabgaben je nach Provinz oder Gemeinde?
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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