Energiekosten sind die drittgrößte Kostenposition in deinem Restaurant nach Lebensmitteln und Arbeit. Viele Unternehmer vergessen, diese in ihre Break-Even-Berechnung einzubeziehen, wodurch sie denken, dass sie Gewinn machen, während sie tatsächlich Verluste machen. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie du Energiekosten korrekt in deinen Break-Even-Punkt einarbeitest.
Warum Energiekosten entscheidend für dein Break-Even sind
Energiekosten machen durchschnittlich 3-8% deines Gesamtumsatzes aus. Für ein Restaurant mit €500.000 Jahresumsatz bedeutet dies €15.000 bis €40.000 pro Jahr für Gas und Strom. Wenn du dies nicht in deine Break-Even-Berechnung einbeziehst, liegst du um Tausende von Euro daneben.
⚠️ Achtung:
Energiekosten sind variabel und steigen jedes Jahr. Rechne mit aktuellen Tarifen, nicht mit dem, was du letztes Jahr bezahlt hast.
Was fällt unter Energiekosten in der Gastronomie
Energiekosten bestehen aus mehreren Komponenten, die du alle einbeziehen musst:
- Elektrizität: Beleuchtung, Kühlung, Spülmaschine, Kasse, Musik
- Gas: Kochen, Heizung, Warmwasser
- Wasser: Küche, Sanitär, Reinigung
- Fixkosten: Anschlussgebühren, Netzgebühren
💡 Beispiel:
Restaurant mit 80 Plätzen, 6 Tage pro Woche geöffnet:
- Elektrizität: €2.800/Monat
- Gas: €1.200/Monat
- Wasser: €400/Monat
- Fixkosten: €150/Monat
Gesamtenergiekosten: €4.550/Monat = €54.600/Jahr
Die Energiekosten-Formel für Break-Even
Deine Break-Even-Berechnung wird nun:
Break-Even-Punkt = (Fixkosten + Energiekosten) / (Durchschnittliche Rechnung - Variable Kosten pro Gast)
Energiekosten sind semi-variabel: Ein Teil ist fix (Anschluss, Grundverbrauch), ein Teil steigt mit mehr Gästen (mehr Kochen, mehr Spülen).
💡 Beispielberechnung:
Bistro mit diesen Zahlen pro Monat:
- Miete + Personal: €18.000
- Energiekosten: €3.500
- Durchschnittliche Rechnung: €32
- Lebensmittelkosten pro Gast: €9,60 (30%)
- Variable Kosten pro Gast: €11,60
Break-Even = (€18.000 + €3.500) / (€32 - €11,60) = €21.500 / €20,40 = 1.054 Gäste/Monat
Aufteilung Fix- vs. variables Energieverbrauch
Nicht alle Energiekosten steigen proportional mit deiner Gastzahl. Unterscheide zwischen:
- Fixe Energiekosten (70%): Kühlung läuft immer, Beleuchtung, Basisheizung
- Variable Energiekosten (30%): Mehr Kochen bei mehr Gästen, zusätzliches Spülen
💡 Praktisches Beispiel:
Energiekosten €3.500/Monat bei 1.200 Gästen:
- Fixer Teil: €2.450 (bleibt gleich)
- Variabler Teil: €1.050 (€0,88 pro Gast)
Bei 1.500 Gästen wird dies: €2.450 + (1.500 × €0,88) = €3.770 insgesamt
Saisonschwankungen berücksichtigen
Energiekosten variieren je nach Jahreszeit. Heizkosten sind im Winter 2-3x höher als im Sommer. Rechne mit einem gewichteten Durchschnitt über das ganze Jahr.
Berechne dein Break-Even für:
- Sommermonate: niedrigere Energiekosten, möglicherweise mehr Gäste
- Wintermonate: höhere Energiekosten, möglicherweise weniger Gäste
- Jahresdurchschnitt: für deinen allgemeinen Geschäftsplan
Energieeinsparung als Gewinnverbesserung
Jeder Euro, den du bei Energie sparst, geht direkt in deinen Gewinn. Kleine Anpassungen haben große Auswirkungen auf deinen Break-Even-Punkt.
💡 Auswirkung von Energieeinsparung:
Wenn du €500/Monat bei Energie sparst:
- Break-Even sinkt um: €500 / €20,40 = 25 Gäste/Monat
- Das ist fast 1 Gast pro Tag weniger nötig
- Jahresgewinn steigt um €6.000
Wie berechnest du Energiekosten in deinem Break-Even? (Schritt für Schritt)
Sammle deine Energierechnungen aus dem letzten Jahr
Nimm alle Rechnungen für Gas, Strom und Wasser der letzten 12 Monate. Addiere den Gesamtbetrag und teile durch 12, um deine durchschnittlichen monatlichen Kosten zu erhalten. Vergiss nicht, die festen Anschlussgebühren einzubeziehen.
Teile Fix- und Verbrauchskosten auf
Etwa 70% deiner Energiekosten sind fix (Kühlung, Beleuchtung, Basisheizung) und 30% variabel (zusätzliches Kochen, Spülen bei mehr Gästen). Berechne die variablen Kosten pro Gast, indem du die variablen Kosten durch deine durchschnittliche Gastzahl pro Monat teilst.
Passe deine Break-Even-Formel an
Addiere die festen Energiekosten zu deinen anderen Fixkosten (Miete, Personal). Addiere die variablen Energiekosten pro Gast zu deinen anderen variablen Kosten (Lebensmittelkosten, Einwegmaterial). Berechne nun deinen neuen Break-Even-Punkt mit diesen vollständigen Zahlen.
✨ Pro tip
Überprüfe deinen Energieverbrauch jeden Monat und vergleiche ihn mit der gleichen Gastzahl vom Vorjahr. Steigt der Verbrauch pro Gast? Dann fließt Geld durch ineffiziente Geräte weg.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Wie viel Prozent meines Umsatzes dürfen Energiekosten sein?
Üblich für Restaurants sind 3-8% des Umsatzes. Unter 5% ist gut, über 8% ist zu hoch und erfordert Maßnahmen.
Sollte ich Energiekosten als Fix- oder variable Kosten betrachten?
Energiekosten sind semi-variabel. Etwa 70% sind fix (Kühlung, Beleuchtung) und 30% variabel (mehr Kochen bei mehr Gästen). Teile dies in deiner Berechnung auf, um einen genauen Break-Even-Punkt zu erhalten.
Wie prognostiziere ich Energiekosten für ein neues Restaurant?
Rechne mit €3-6 pro m² pro Monat für ein durchschnittliches Restaurant. Ein Lokal mit 200m² kommt dann auf €600-1200/Monat. Überprüfe vergleichbare Betriebe in deiner Nähe für eine bessere Schätzung.
Was ist, wenn meine Energiekosten plötzlich steigen?
Berechne sofort deinen Break-Even-Punkt neu und überprüfe, ob deine Menüpreise noch stimmen. Eine Steigerung von €500/Monat Energiekosten bedeutet, dass du 25-30 zusätzliche Gäste pro Monat brauchst, um gleich viel zu verdienen.
Kann ich Energiekosten senken, ohne auf Komfort zu verzichten?
Ja, durch intelligente Geräte und gute Isolierung. LED-Beleuchtung, effiziente Kühlung und Timer-Schalter können 20-30% sparen, ohne dass Gäste es bemerken.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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