Der Standort deines Restaurants bestimmt zu einem großen Teil deine Kosten und deine Einnahmen. Ein A-Standort im Zentrum kostet oft 3-5 mal mehr Miete als ein B-Standort, zieht aber auch mehr Fußgänger an. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie du die tatsächlichen Mehrkosten eines Top-Standorts versus eines ruhigeren Ortes berechnest.
Was macht einen Standort zu A oder B?
Ein A-Standort zeichnet sich durch hohe Fußgängerströme, gute Erreichbarkeit und Sichtbarkeit aus. Denk an Einkaufsstraßen, Tourismusgebiete oder Geschäftsviertel. B-Standorte liegen abgelegener: Wohnviertel, Industriegebiete oder weniger belebte Straßen.
💡 Beispiel Standortunterschied:
Restaurant 120m² in Amsterdam:
- A-Standort (Leidseplein): €8.000/Monat Miete
- B-Standort (Wohnviertel): €2.500/Monat Miete
- Unterschied: €5.500/Monat = €66.000/Jahr
Mietkosten: der größte Unterschied
Miete macht normalerweise 60-80% des Standortunterschieds aus. A-Standorte kosten durchschnittlich €50-150 pro m² pro Monat, B-Standorte €15-40 pro m². Für ein Restaurant von 100m² bedeutet das:
- A-Standort: €5.000-15.000/Monat
- B-Standort: €1.500-4.000/Monat
- Unterschied: €3.500-11.000/Monat
⚠️ Achtung:
Rechne immer mit den Gesamtmietkosten: Grundmiete + Nebenkosten + Gemeindesteuern. Das kann 20-30% zusätzlich zur Grundmiete sein.
Zusätzliche Kosten A-Standort
Neben der Miete bringt ein A-Standort zusätzliche Kosten mit sich:
- Höhere Personalkosten: Mehr Betrieb erfordert mehr Personal
- Sicherheitskosten: Oft erforderlich in belebten Gegenden
- Höhere Versicherungen: Mehr Risiko für Diebstahl/Schäden
- Parkkosten Personal: €100-300/Monat pro Mitarbeiter
- Abfallkosten: Häufigere Abholung durch höheres Volumen
💡 Beispiel Gesamtmehrkosten:
Restaurant 100m², A-Standort vs. B-Standort pro Monat:
- Extra Miete: €6.000
- Extra Personal (20 Stunden/Woche): €1.200
- Sicherheit: €300
- Parken (3 Mitarbeiter): €600
- Versicherung: €200
Gesamtmehrkosten: €8.300/Monat
Break-Even-Berechnung
Um zu bestimmen, ob ein A-Standort rentabel ist, berechnest du, wie viel zusätzlicher Umsatz nötig ist, um die Mehrkosten zu decken. Formel: Benötigter zusätzlicher Umsatz = Mehrkosten / Netto-Gewinnmarge
Wenn deine Netto-Gewinnmarge 8% ist und die Mehrkosten €8.300/Monat betragen, dann brauchst du €8.300 / 0,08 = €103.750 zusätzlichen Umsatz pro Monat.
💡 Praktisches Beispiel:
Bei einem durchschnittlichen Rechnungsbetrag von €35:
- Zusätzliche Gäste nötig: 103.750 / €35 = 2.964/Monat
- Pro Tag: 2.964 / 30 = 99 zusätzliche Gäste
- Wenn du jetzt 150 Gäste/Tag hast, musst du auf 249 gehen
Das sind 66% mehr Gäste für Break-Even!
Vorteile A-Standort
Ein A-Standort bietet auch finanzielle Vorteile, die berücksichtigt werden müssen:
- Höherer durchschnittlicher Rechnungsbetrag: Touristen und Geschäftsleute geben mehr aus
- Niedrigere Marketingkosten: Fußgänger sorgen für natürlichen Kundenstrom
- Höhere Auslastungsquote: Weniger leere Abende
- Besserer Wochentagumsatz: Büropersonal zum Mittagessen
⚠️ Achtung:
Rechne nicht nur mit Spitzentagen. Ein A-Standort muss auch an ruhigen Dienstagabenden genug Umsatz machen, um die hohen Fixkosten zu decken.
Finanzierungsauswirkungen
Höhere Kosten bedeuten mehr Startkapital und höhere monatliche Lasten:
- Höhere Kaution: Oft 6-12 Monate Miete im Voraus
- Mehr Betriebskapital: Für höhere Personalkosten
- Höherer Kreditbedarf: Zur Überbrückung ruhiger Perioden
Für einen A-Standort brauchst du durchschnittlich €50.000-100.000 mehr Startkapital als für einen vergleichbaren B-Standort.
Wie berechnest du die Mehrkosten? (Schritt für Schritt)
Sammle alle Mietkosten
Notiere Grundmiete, Nebenkosten, Gemeindesteuern und eventuell Parkkosten. Addiere diese für beide A- und B-Standort. Der Unterschied ist deine Basis-Mehrkosten.
Berechne zusätzliche Betriebskosten
Schätze zusätzliche Personalstunden, Sicherheitskosten, Versicherungen und andere standortspezifische Kosten. Rechne mit realistischen Beträgen pro Monat.
Bestimme benötigten zusätzlichen Umsatz
Teile Gesamtmehrkosten durch deine Netto-Gewinnmarge. Dies ergibt den zusätzlichen Umsatz, der nötig ist, um Break-Even am A-Standort zu erreichen.
✨ Pro tip
Verhandle immer über mietfreie Perioden bei A-Standorten. Frage nach 3-6 Monaten mietfrei, um dein Konzept hochzufahren - das kann dir in der Startphase zehntausende Euro sparen.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Wie viel Prozent meines Umsatzes darf zur Miete gehen?
Für Restaurants gilt als Faustregel maximal 8-12% des Umsatzes für Miete. Bei A-Standorten kann dies bis zu 15% betragen, aber dann musst du dir hoher Umsätze sicher sein.
Sind A-Standorte immer teurer in Bezug auf Gesamtkosten?
Nicht unbedingt. A-Standorte haben oft niedrigere Marketingkosten, da sie mehr natürlichen Kundenstrom haben. Auch ist der durchschnittliche Rechnungsbetrag oft höher, was die höheren Kosten ausgleichen kann.
Wie schätze ich die Anzahl zusätzlicher Gäste?
Beobachte den Standort zu verschiedenen Zeiten und Tagen. Zähle Fußgänger und schau, wie viel Prozent bei vergleichbaren Geschäften hineingehen. Rechne konservativ: lieber zu vorsichtig als enttäuscht.
Was wenn ich die Mehrkosten nicht decken kann?
Dann ist der A-Standort finanziell zu riskant. Erwäge einen B+-Standort: etwas teurer als B, aber erschwinglicher als A. Oder passe dein Konzept für höhere Rechnungsbeträge an.
Muss ich Saisonschwankungen berücksichtigen?
Absolut. A-Standorte können große Saisonschwankungen haben, besonders in Tourismusgebieten. Berechne, ob du die Fixkosten auch in der Nebensaison decken kannst.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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