Gemeinkosten machen durchschnittlich 35-45% deines Restaurantumsatzes aus. Diese Kosten fallen oft höher aus als Unternehmer erwarten, da sie aus Dutzenden kleiner Positionen bestehen, die sich zusammen deutlich summieren. In diesem Artikel siehst du genau, welche Gemeinkosten du erwarten kannst und wie du sie unter Kontrolle hältst.
Was sind Gemeinkosten genau?
Gemeinkosten sind alle Kosten, die du hast, außer Lebensmittelkosten und Personalkosten. Es geht um Miete, Energie, Versicherungen, Verwaltung, Marketing und alle anderen festen und variablen Kosten, die notwendig sind, um dein Restaurant am Laufen zu halten.
💡 Beispiel Gemeinkosten Restaurant:
Restaurant mit €50.000 Monatsumsatz:
- Miete: €6.000 (12%)
- Energie: €2.500 (5%)
- Versicherungen: €800 (1,6%)
- Verwaltung: €1.200 (2,4%)
- Marketing: €1.500 (3%)
- Instandhaltung: €1.000 (2%)
- Sonstige Kosten: €4.000 (8%)
Gesamtgemeinkosten: €17.000 (34% des Umsatzes)
Durchschnittliche Gemeinkostenprozentsätze pro Kostenposition
Hier siehst du die üblichen Prozentsätze für die wichtigsten Gemeinkosten in Restaurants:
- Miete: 8-15% des Umsatzes (abhängig von Lage)
- Energie: 3-6% des Umsatzes (Gas, Strom, Wasser)
- Versicherungen: 1-2% des Umsatzes (Haftung, Inventar, Brand)
- Verwaltung: 2-4% des Umsatzes (Buchhalter, Software, Telefon)
- Marketing: 2-5% des Umsatzes (Website, Social Media, Anzeigen)
- Instandhaltung: 1-3% des Umsatzes (Geräte, Interieur, kleine Reparaturen)
- Abschreibungen: 3-6% des Umsatzes (Inventar, Renovierung)
- Sonstige Kosten: 5-10% des Umsatzes (Lizenzen, Reinigung, kleine Ausgaben)
⚠️ Achtung:
Viele Unternehmer vergessen kleine Kostenpositionen wie Musiklizenzen, Abfallwirtschaft, kleine Reparaturen und Ersatzbeschaffungen. Diese können zusammen 3-5% deines Umsatzes ausmachen.
Unterschiede je nach Restauranttyp
Die Gemeinkosten variieren stark je nach Restauranttyp und Lage:
- Fine Dining: 40-50% Gemeinkosten (höhere Miete, mehr Service, luxuriösere Ausstattung)
- Casual Dining: 35-45% Gemeinkosten (durchschnittliche Miete und Ausstattung)
- Fast Casual: 30-40% Gemeinkosten (effizienterer Betrieb, weniger Personal)
- Delivery Only: 25-35% Gemeinkosten (keine Restaurantmiete, aber Verpackung und Plattformen)
💡 Beispiel Lageunterschied:
Gleiches Restaurantkonzept an verschiedenen Orten:
- Amsterdam Zentrum: 45% Gemeinkosten (hohe Miete)
- Vorstadt mittlere Stadt: 35% Gemeinkosten
- Industriegebiet: 28% Gemeinkosten (niedrige Miete)
Der Unterschied liegt hauptsächlich bei Miete und Parkplatzkosten für Personal.
Wie hältst du deine Gemeinkosten unter Kontrolle?
Mit diesem Ansatz verhinderst du, dass deine Gemeinkosten außer Kontrolle geraten:
- Monatliche Kontrolle: Vergleiche jede Kostenposition mit dem Vormonat und dem Vorjahr
- Benchmark dich selbst: Überprüfe, ob deine Prozentsätze mit üblichen Zahlen übereinstimmen
- Verhandle jährlich: Versicherungen, Energie, Telefon - alles ist verhandelbar
- Automatisiere wo möglich: Digitale Kassenbons, Online-Reservierungen, automatische Temperaturregistrierung
- Bündele Einkäufe: Reinigungsmittel, Büroartikel - größere Bestellungen = niedrigere Preise
💡 Beispiel Einsparung:
Restaurant mit €600.000 Jahresumsatz spart 2% Gemeinkosten:
- Von 40% auf 38% Gemeinkosten
- Einsparung: €12.000 pro Jahr
- Das sind €1.000 zusätzlicher Gewinn pro Monat
Kleine Prozentsätze machen auf Jahresbasis einen großen Unterschied.
Signale, dass deine Gemeinkosten zu hoch sind
Achte auf diese Warnsignale:
- Gemeinkosten über 45%: Es sei denn, du betreibst Fine Dining an teurer Lage
- Steigende Tendenz: Gemeinkosten, die jeden Monat höher werden
- Miete über 15%: Deine Lage ist wahrscheinlich zu teuer für dein Konzept
- Energie über 6%: Möglicherweise veraltete Geräte oder schlechte Isolierung
- Kein Überblick: Du weißt nicht, wohin das Geld fließt
Ein System wie KitchenNmbrs hilft dir, alle deine Kosten zu verfolgen und automatisch zu sehen, welche Prozentsätze von der Norm abweichen.
Wie berechnest du deinen Gemeinkostenprozentsatz? (Schritt für Schritt)
Sammle alle Gemeinkosten des letzten Monats
Addiere alle Kosten außer Lebensmittelkosten und Personalkosten. Denke an Miete, Energie, Versicherungen, Verwaltung, Marketing, Instandhaltung und alle kleinen Ausgaben. Vergiss keine Rechnung.
Teile durch deinen Monatsumsatz und multipliziere mit 100
Verwende die Formel: (Gesamtgemeinkosten / Monatsumsatz) × 100 = Gemeinkostenprozentsatz. Rechne mit Umsatz ohne MwSt. für ein klares Bild deiner Kostenstruktur.
Vergleiche mit dem Benchmark von 35-45%
Liegt du über 45%? Dann sind deine Gemeinkosten zu hoch. Unter 30%? Überprüfe, ob du keine Kosten vergessen hast. Erstelle einen Aktionsplan für Kostenpositionen, die zu hoch sind.
✨ Pro tip
Überprüfe deine 3 größten Gemeinkostenpositionen (normalerweise Miete, Energie, Versicherungen) jeden Monat. Diese machen 60% deiner Gemeinkosten aus, also liegt hier die größte Sparchance.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Was ist ein gesundes Gemeinkostenprozentsatz für mein Restaurant?
Für die meisten Restaurants liegt ein gesundes Gemeinkostenprozentsatz zwischen 35-45% des Umsatzes. Fine Dining kann höher ausfallen (bis zu 50%) wegen teurerer Lagen und Ausstattung.
Sollte ich Abschreibungen in meine Gemeinkosten einrechnen?
Ja, Abschreibungen auf Inventar und Renovierungen gehören zu den Gemeinkosten. Sie kosten monatlich kein Bargeld, aber doch auf Jahresbasis. Rechne mit 3-6% deines Umsatzes für Abschreibungen.
Wie oft sollte ich meine Gemeinkosten überprüfen?
Überprüfe deine Gemeinkosten monatlich. Vergleiche mit dem Vormonat und dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. So siehst du Trends und kannst rechtzeitig gegensteuern, wenn Kosten steigen.
Was ist, wenn meine Miete mehr als 15% meines Umsatzes kostet?
Dann ist deine Lage wahrscheinlich zu teuer für dein Konzept. Verhandle die Miete, erhöhe deinen durchschnittlichen Rechnungsbetrag, oder erwäge einen Umzug an einen günstigeren Ort.
Gehören Verpackungskosten zu Gemeinkosten oder Lebensmittelkosten?
Verpackungskosten für Takeaway und Delivery gehören technisch zu den Gemeinkosten, aber viele Restaurants rechnen sie zu den Lebensmittelkosten, da sie direkt mit dem Verkauf verbunden sind.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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