Lieferaktivitäten scheinen rentabel zu sein, aber Plattformgebühren und Verpackungskosten fressen oft deine Marge auf. Viele Unternehmer sehen nur den Umsatz steigen, aber vergessen die versteckten Kosten. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie du die echte Rentabilität deiner Lieferaktivitäten über ein Quartal berechnest.
Sammle alle Lieferumsätze des Quartals
Starten Sie mit deinem Gesamtumsatz aus Lieferung über 3 Monate. Addiere alle Plattformen: Thuisbezorgd, Uber Eats, eigene Lieferung. Achtung: rechne mit Beträgen ohne MwSt. (teile durch 1,19 bei 19% MwSt.).
💡 Beispiel:
Quartal 1 Lieferumsatz:
- Thuisbezorgd: €28.000 inkl. MwSt. = €23.529 ohne MwSt.
- Uber Eats: €15.000 inkl. MwSt. = €12.605 ohne MwSt.
- Eigene Lieferung: €8.000 inkl. MwSt. = €6.723 ohne MwSt.
Gesamter Lieferumsatz: €42.857 ohne MwSt.
Berechne alle Plattformgebühren und Provisionen
Plattformen berechnen Provisionen auf deinen Bestellwert. Dies variiert normalerweise zwischen 15-30% pro Plattform. Überprüfe deine monatlichen Abrechnungen auf genaue Prozentsätze.
⚠️ Achtung:
Plattformgebühren werden auf den Preis inklusive MwSt. berechnet, aber ziehe sie von deinem Umsatz ohne MwSt. ab für einen fairen Vergleich.
Formel: Plattformgebühren = (Umsatz inkl. MwSt. × Provision%) / 1,19
💡 Beispiel Plattformgebühren:
- Thuisbezorgd: €28.000 × 22% / 1,19 = €5.176
- Uber Eats: €15.000 × 25% / 1,19 = €3.151
- Eigene Lieferung: €0 (keine Provision)
Gesamte Plattformgebühren: €8.327
Addiere alle Verpackungskosten
Verpackung ist eine versteckte Kostenposition. Zähle Behälter, Taschen, Besteck, Servietten, Aufkleber und Klebeband auf. Rechne pro Bestellung und multipliziere mit der Anzahl der Bestellungen.
Übliche Verpackungskosten: €0,80 - €1,50 pro Bestellung, abhängig von deinem Konzept.
💡 Beispiel Verpackungskosten:
1.200 Lieferbestellungen im Quartal × €1,20 durchschnittlich pro Bestellung
Gesamte Verpackungskosten: €1.440
Berechne Lebensmittelkosten für Liefergerichte
Dein Liefermenü kann andere Gerichte enthalten als dein Restaurant. Berechne die Lebensmittelkosten speziell für Lieferbestellungen. Verwende die gleiche Formel wie normal: (Zutatenkosten / Verkaufspreis ohne MwSt.) × 100
Für Lieferung ist eine Lebensmittelkostenquote von 30-35% normal, da du weniger Personal brauchst, aber höhere Verpackungskosten hast.
💡 Beispiel Lebensmittelkostenberechnung:
Durchschnittliche Lebensmittelkosten Liefermenü: 32%
€42.857 Umsatz × 32% = €13.714 Zutatenkosten
Rechne Arbeit und sonstige Kosten ein
Auch bei Lieferung hast du Arbeitskosten: Küche, Verpacken, Koordination. Rechne etwa 25-30% des Umsatzes für Arbeit bei Lieferaktivitäten.
- Küchenarbeit für Zubereitung
- Zeit zum Verpacken und Etikettieren
- Koordination von Bestellungen
- Eigener Lieferbote (falls zutreffend)
💡 Beispiel Arbeitskosten:
€42.857 Umsatz × 28% = €11.999 Arbeitskosten
Berechne die Gesamtrentabilität
Ziehe alle Kosten von deinem Umsatz ab für das Endergebnis. Formel: Gewinn = Umsatz - Plattformgebühren - Verpackung - Lebensmittelkosten - Arbeit - Sonstige Kosten
💡 Beispiel Gesamtberechnung:
- Umsatz ohne MwSt.: €42.857
- Plattformgebühren: -€8.327
- Verpackungskosten: -€1.440
- Lebensmittelkosten: -€13.714
- Arbeitskosten: -€11.999
- Sonstige Kosten (Gas, Strom): -€1.400
Gewinn Lieferung Quartal: €5.977
Gewinnmarge: 13,9%
⚠️ Achtung:
Eine Gewinnmarge unter 10% bei Lieferung bedeutet, dass du wahrscheinlich Geld verlierst nach allen unvorhergesehenen Kosten. Erwäge dann eine Preiserhöhung oder effizientere Verpackung.
Vergleiche mit Restaurant-Rentabilität
Stelle deinen Liefergewinn deinem normalen Restaurant-Umsatz gegenüber. Oft stellt sich heraus, dass Lieferung weniger rentabel ist wegen der Plattformgebühren, aber es kompensiert ruhige Abende.
Eine App wie KitchenNmbrs hilft dabei, Lebensmittelkosten pro Gericht automatisch zu verfolgen, damit du schnell durchrechnen kannst, was Lieferaktivitäten bringen, ohne manuell alle Zutaten zu zählen.
Wie berechnest du die Lieferrentabilität? (Schritt für Schritt)
Sammle alle Lieferumsätze ohne MwSt.
Addiere Umsatz von allen Plattformen über 3 Monate. Teile Beträge durch 1,19, um von inkl. zu ohne MwSt. zu kommen.
Berechne gesamte Plattformgebühren
Überprüfe deine Abrechnungen auf Provisionsprozentsätze pro Plattform. Rechne: (Umsatz inkl. MwSt. × Provision%) geteilt durch 1,19.
Addiere Verpackungs- und Zutatenkosten
Rechne €0,80-€1,50 Verpackungskosten pro Bestellung. Berechne Lebensmittelkosten als Prozentsatz des Umsatzes (normalerweise 30-35% bei Lieferung).
Rechne Arbeitskosten ein
Schätze 25-30% des Umsatzes für Arbeit (Küche, Verpacken, Koordination). Bei eigenem Lieferboten zähle auch diese Stunden mit.
Ziehe alle Kosten vom Umsatz ab
Endformel: Umsatz - Plattformgebühren - Verpackung - Lebensmittelkosten - Arbeit - Sonstige Kosten = Gewinn Lieferung Quartal.
✨ Pro tip
Überprüfe deine 5 meistverkauften Liefergerichte separat. Wenn diese eine Lebensmittelkostenquote über 35% haben, verlierst du Geld bei deinen beliebtesten Artikeln. Passe zuerst diese Rezepte an, bevor du deine gesamte Lieferstrategie änderst.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Welche Plattformgebühren muss ich in die Berechnung einbeziehen?
Alle Provisionen, die Plattformen berechnen: Bestellprovision (15-30%), Marketingkosten, Zahlungsgebühren. Überprüfe deine monatliche Abrechnung auf genaue Beträge pro Plattform.
Wie berechne ich Verpackungskosten, wenn ich verschiedene Gerichte habe?
Mache einen Durchschnitt pro Bestellung. Wiege eine volle Verpackung, zähle alle Materialien auf. Üblich sind €0,80-€1,50 pro Bestellung je nach deinem Konzept.
Muss ich eigene Lieferung anders berechnen als Plattformlieferung?
Ja, bei eigener Lieferung hast du keine Plattformgebühren, aber Kosten für Lieferboten, Kraftstoff und Versicherung. Rechne diese Kosten pro Bestellung aus.
Was ist eine gute Gewinnmarge für Lieferaktivitäten?
10-15% ist realistisch nach allen Kosten. Unter 10% verlierst du wahrscheinlich Geld. Über 15% machst du es gut bei Lieferung.
Wie oft sollte ich diese Berechnung machen?
Pro Quartal ist gut, um Trends zu sehen. Plattformgebühren und Verpackungskosten ändern sich regelmäßig, also überprüfe mindestens alle 3 Monate, ob Lieferung noch rentabel ist.
Kann ich diese Berechnung automatisieren?
Teilweise ja. Apps wie KitchenNmbrs berechnen automatisch Lebensmittelkosten pro Gericht. Plattformgebühren und Verpackungskosten musst du selbst eingeben, aber die Gewinnberechnung wird dann automatisch durchgeführt.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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