Das Beenden einer Lieferplattform kann deinen Umsatz drastisch beeinflussen. Viele Unternehmer unterschätzen, wie viele ihrer Kunden nur über die Plattform bestellen. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie du die finanzielle Auswirkung berechnest, bevor du eine endgültige Entscheidung triffst.
Warum diese Berechnung entscheidend ist
Eine Lieferplattform zu deaktivieren scheint eine einfache Entscheidung zu sein. Plattformgebühren von 15-30% fühlen sich wie verschwendetes Geld an. Aber viele Unternehmer vergessen, dass sie nicht nur die Gebühren verlieren - sie verlieren auch Kunden, die nirgendwo anders bestellen.
⚠️ Achtung:
Plattformkunden sind oft keine "eigenen" Kunden. Sie bestellen über die Plattform, weil es bequem ist, nicht weil sie dein Restaurant speziell suchen.
Die drei finanziellen Faktoren
Beim Beenden einer Plattform spielen drei Faktoren eine Rolle bei deinem Umsatzverlust:
- Plattformumsatz: Wie viel verdienst du über die Plattform?
- Kundenbindung: Wie viel Prozent bestellt woanders bei dir?
- Kostenreduktion: Was sparst du an Plattformgebühren und Verpackung?
Berechne deine aktuelle Plattformabhängigkeit
Schau dir deine Zahlen der letzten 3 Monate an. Viele Kassensysteme können dies pro Plattform aufschlüsseln.
💡 Beispiel:
Restaurant "Der Geschmack" analysiert Lieferando:
- Gesamter Monatsumsatz: €45.000
- Lieferando Umsatz: €12.000 (27%)
- Plattformgebühr: 22% = €2.640/Monat
- Zusätzliche Verpackungskosten: €600/Monat
Plattformkosten: €3.240/Monat an Gebühren und Verpackung
Schätze die Kundenbindung ein
Dies ist der schwierigste Faktor. Untersuchungen zeigen, dass 60-80% der Plattformkunden NICHT zu direkter Bestellung wechseln. Sie gehen zu einem Konkurrenten auf der gleichen Plattform.
Konservative Schätzung: 20-30% deiner Plattformkunden bestellen weiterhin über deine eigenen Kanäle.
💡 Realistisches Szenario:
Von €12.000 Lieferando Umsatz bleiben 25% erhalten:
- Behaltener Umsatz: €3.000/Monat
- Verlorener Umsatz: €9.000/Monat
- Einsparung Gebühren/Verpackung: €3.240/Monat
Nettoverlust: €9.000 - €3.240 = €5.760/Monat
Berechne die Margenauswirkung
Plattformumsatz hat oft eine niedrigere Marge wegen der Gebühren. Aber verlorener Umsatz bedeutet auch verlorenen Deckungsbeitrag für deine Fixkosten.
Angenommen deine Lebensmittelkosten sind 30% und deine Plattformgebühr 22%. Dann verdienst du pro Euro Plattformumsatz:
- €1,00 - €0,30 (Lebensmittel) - €0,22 (Gebühr) = €0,48 Deckungsbeitrag
- Bei direktem Verkauf: €1,00 - €0,30 = €0,70 Deckungsbeitrag
⚠️ Achtung:
Verlorener Umsatz bedeutet auch weniger Beitrag zu Fixkosten wie Miete, Personal und Energie. Diese Kosten bleiben bestehen.
Teste, bevor du endgültig stoppst
Viele Plattformen bieten Pausenoptionen an. Teste 2-4 Wochen offline und messe:
- Anstieg direkter Bestellungen (Telefon, Website)
- Anstieg vor Ort Konsum
- Reaktionen von Stammkunden
- Auswirkung auf Gesamtumsatz
💡 Intelligenter Test:
Kommuniziere die Pause aktiv:
- Social Media: "Bestelle jetzt direkt für besseren Service"
- Flyer in bestehenden Bestellungen
- Rabatt auf erste direkte Bestellung
Messe dann, wie viele Kunden wirklich wechseln.
Alternative Strategien
Vollständiges Beenden ist nicht die einzige Option. Erwäge:
- Selektives Angebot: Nur Gerichte mit hoher Marge auf Plattform
- Höhere Preise: Plattformgebühr in Menüpreis einkalkulieren
- Begrenzte Zeiten: Nur während ruhiger Stunden
- Mindestbestellwert: Erhöhen für bessere Marge pro Bestellung
Wie berechnest du die Auswirkung? (Schritt für Schritt)
Sammle 3 Monate Daten pro Plattform
Notiere pro Plattform: Gesamtumsatz, Anzahl Bestellungen, durchschnittlicher Bestellwert. Überprüfe auch die Spitzentage und -zeiten. Diese Daten findest du in deinem Kassensystem oder dem Plattform-Dashboard.
Berechne alle Plattformkosten
Addiere: Plattformgebührenprozentsatz, Verpackungskosten pro Bestellung, zusätzliches Personal für Plattformbestellungen. Vergiss nicht einmalige Kosten wie Tablets oder Drucker, die du nicht mehr brauchst.
Schätze Kundenbindung konservativ ein
Gehe von 20-30% Kundenbindung zu eigenen Kanälen aus. Teste dies, indem du vorübergehend offline gehst und misst, wie viele Kunden direkten Kontakt aufnehmen. Messe auch Social-Media-Reaktionen und Website-Besuche.
✨ Pro tip
Teste immer zuerst eine Plattform und messe 6-8 Wochen. Viele Unternehmer überschätzen, wie viele Kunden zu direkter Bestellung wechseln.
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Häufig gestellte Fragen
Kann ich die Plattformgebühr nicht einfach in höhere Preise einkalkulieren?
Das kannst du, aber dann wirst du teurer als Konkurrenten auf der gleichen Plattform. Teste vorsichtig mit 10-15% höheren Preisen und überwache dein Bestellvolumen.
Wie viele Plattformkunden bestellen letztendlich direkt bei mir?
Untersuchungen zeigen durchschnittlich 20-30%. Dies hängt von deiner Küche, Lage und wie aktiv du über direkte Bestellung kommunizierst.
Was ist, wenn ich auf die Plattform für neue Kunden angewiesen bin?
Dann ist das Beenden riskant. Konzentriere dich zuerst auf eigenes Marketing: Google, Social Media, Flyer in der Nachbarschaft. Baue zuerst einen eigenen Kundenstrom auf, bevor du die Plattform verlässt.
Muss ich alle Plattformen gleichzeitig beenden?
Nein, teste pro Plattform. Beende zuerst die Plattform mit dem niedrigsten Umsatz oder den höchsten Gebühren. Überwache die Auswirkung, bevor du weitere Schritte unternimmst.
Wie lange dauert es, bis Kunden direkt bestellen?
Rechne mit 2-6 Monaten. Viele Kunden merken erst nach ein paar Mal, dass du nicht mehr auf der Plattform bist. Aktive Kommunikation beschleunigt diesen Prozess.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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