📝 Jeder, der Lebensmittel verkauft · ⏱️ 3 Min. Lesezeit

Wie berechne ich die Provision einer Lieferplattform in meinen Verkaufspreis ein?

📝 KitchenNmbrs · aktualisiert 13 Mar 2026

Lieferplattformen berechnen 15-30% Provision auf deinen Bestellwert. Wenn du das nicht in deinen Verkaufspreis einrechnest, verdienst du viel weniger als du denkst. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie du die Plattformprovision korrekt in deinen Menüpreis einkalkulierst.

Warum die Plattformprovision einzurechnen entscheidend ist

Lieferplattformen wie Lieferando und Uber Eats berechnen Provision auf deinen gesamten Bestellwert. Das bedeutet, dass dein tatsächlicher Verkaufspreis niedriger ist als der Preis, den dein Gast bezahlt.

⚠️ Achtung:

Viele Unternehmer vergessen, die Plattformprovision einzurechnen und denken, dass sie 35% Lebensmittelkosten haben, während es tatsächlich 45% sind.

Wie die Plattformprovision funktioniert

Plattformen berechnen einen Prozentsatz auf den gesamten Bestellwert, einschließlich Lieferkosten und Servicegebühren. Die Provision variiert je nach Plattform und Vertrag:

  • Lieferando: 13-15% (abhängig vom Vertrag)
  • Uber Eats: 15-30% (abhängig von Region und Volumen)
  • Deliveroo: 20-35% (einschließlich Marketinggebühren)
  • Just Eat: 14-16% (Basisprovisionsgebühr)

💡 Beispiel:

Du verkaufst eine Pasta für €18,50 über Lieferando (15% Provision):

  • Gast bezahlt: €18,50
  • Plattformprovision: €18,50 × 15% = €2,78
  • Du erhältst: €18,50 - €2,78 = €15,72

Dein tatsächlicher Verkaufspreis ist €15,72, nicht €18,50!

Berechne deinen tatsächlichen Verkaufspreis

Dein tatsächlicher Verkaufspreis ist das, was du nach Plattformprovision erhältst. Diese Formel verwendest du:

Tatsächlicher Verkaufspreis = Menüpreis × (1 - Provisionsgebühr%)

💡 Beispielberechnung:

Pizza Margherita €16,00 über Plattform mit 20% Provision:

  • Menüpreis: €16,00
  • Tatsächlicher Verkaufspreis: €16,00 × (1 - 0,20) = €12,80
  • Zutatenkosten: €4,50
  • Tatsächliche Lebensmittelkosten: €4,50 / €12,80 = 35,2%

Ohne Einrechnung dachtest du, 28% Lebensmittelkosten zu haben!

Berechne den Mindestmenüpreis mit Plattformprovision

Wenn du weißt, was du verdienen möchtest, berechnest du den Mindestmenüpreis so:

Mindestmenüpreis = Gewünschter Verkaufspreis / (1 - Provisionsgebühr%)

💡 Beispiel Preisgestaltung:

Du möchtest €20,00 netto bei 25% Plattformprovision erhalten:

  • Gewünschter Netto: €20,00
  • Mindestmenüpreis: €20,00 / (1 - 0,25) = €26,67
  • Überprüfung: €26,67 × 25% = €6,67 Provision
  • Du erhältst: €26,67 - €6,67 = €20,00 ✓

Auswirkung auf dein Lebensmittelkostenprozentz

Die Plattformprovision erhöht dein tatsächliches Lebensmittelkostenprozent dramatisch. Hier siehst du den Unterschied:

  • Ohne Plattform: €6 Zutaten / €20 Verkaufspreis = 30% Lebensmittelkosten
  • Mit 20% Provision: €6 Zutaten / €16 netto = 37,5% Lebensmittelkosten
  • Mit 30% Provision: €6 Zutaten / €14 netto = 42,9% Lebensmittelkosten

⚠️ Achtung:

Bei hoher Plattformprovision können deine Lebensmittelkosten über 40% liegen. Dann verlierst du Geld bei jedem Gericht.

Verpackungskosten nicht vergessen

Neben der Plattformprovision hast du zusätzliche Kosten für Verpackung. Rechne diese in deine Kostenkalkulation ein:

  • Behälter und Deckel: €0,30-0,80 pro Gericht
  • Taschen und Säcke: €0,10-0,25 pro Bestellung
  • Besteck und Servietten: €0,05-0,15 pro Person
  • Aufkleber und Etiketten: €0,02-0,05 pro Artikel

💡 Vollständiges Beispiel:

Burger-Menü über Plattform (20% Provision):

  • Zutaten Burger + Pommes: €7,50
  • Verpackung: €0,60
  • Gesamtkostenkalkulation: €8,10
  • Menüpreis: €24,00
  • Plattformprovision: €4,80
  • Netto-Einnahmen: €19,20

Tatsächliche Lebensmittelkosten: €8,10 / €19,20 = 42,2%

Unterschiedliche Preise pro Plattform

Viele Restaurants handhaben unterschiedliche Preise pro Plattform, abhängig von der Provision. Das ist erlaubt, solange du transparent bist:

  • Eigene Website: Niedrigster Preis (keine Provision)
  • Plattform A (15% Provision): Basis-Menüpreis
  • Plattform B (25% Provision): 12% höherer Menüpreis
  • Plattform C (30% Provision): 18% höherer Menüpreis

Tools, die helfen

Das manuelle Durchrechnen der Plattformprovision für jedes Gericht kostet viel Zeit. Ein System wie KitchenNmbrs kann automatisch deine tatsächlichen Lebensmittelkosten pro Plattform berechnen, einschließlich Verpackungskosten.

So siehst du sofort, welche Gerichte über Lieferung rentabel sind und welche du besser nicht anbieten solltest.

Wie berechnest du die Plattformprovision in deinen Verkaufspreis ein?

1

Bestimme dein Provisionsprozentz pro Plattform

Überprüfe deine Verträge mit Lieferplattformen. Notiere das genaue Provisionsprozentz pro Plattform. Dies variiert normalerweise zwischen 13-30% je nach deinem Vertrag und Volumen.

2

Berechne deinen tatsächlichen Verkaufspreis

Verwende die Formel: Tatsächlicher Verkaufspreis = Menüpreis × (1 - Provisionsgebühr%). Das ist der Betrag, den du tatsächlich nach Abzug der Plattformprovision erhältst.

3

Rechne Verpackungskosten in deine Kostenkalkulation ein

Addiere Behälter, Taschen, Besteck und Aufkleber zu deinen Zutatenkosten. Im Durchschnitt kostet Verpackung €0,40-1,00 zusätzlich pro Gericht für Lieferung.

4

Berechne dein tatsächliches Lebensmittelkostenprozent

Teile deine Gesamtkostenkalkulation (Zutaten + Verpackung) durch deinen tatsächlichen Verkaufspreis. Wenn dies über 35% liegt, verlierst du wahrscheinlich Geld bei der Lieferung.

5

Passe deinen Menüpreis bei Bedarf an

Wenn deine Lebensmittelkosten zu hoch sind, erhöhe deinen Menüpreis mit der Formel: Neuer Menüpreis = Gewünschte Netto-Einnahmen / (1 - Provisionsgebühr%). Teste verschiedene Preise pro Plattform.

✨ Pro tip

Überprüfe deine tatsächlichen Lebensmittelkosten auf deinen 5 meistverkauften Liefergerichten. Wenn diese nach Plattformprovision unter 35% bleiben, hast du 80% deiner Liefermarge im Griff.

Selbst berechnen?

In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.

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Häufig gestellte Fragen

Darf ich unterschiedliche Preise pro Lieferplattform handhaben?

Ja, das darfst du. Viele Restaurants tun dies, um unterschiedliche Provisionsprozentz auszugleichen. Stelle sicher, dass du transparent gegenüber Kunden bezüglich möglicher Preisunterschiede bist.

Wie oft ändern sich Plattformprovisionen?

Provisionen können sich jährlich bei Vertragsverlängerung ändern. Einige Plattformen bieten niedrigere Provisionen bei höherem Volumen an. Überprüfe deine Verträge regelmäßig und passe deine Preise an.

Muss ich MwSt. auf den gesamten Bestellwert oder nur auf meinen Anteil zahlen?

Du zahlst MwSt. auf deinen Anteil (nach Abzug der Plattformprovision). Die Plattform handelt die MwSt. auf ihren Provisionsanteil ab. Überprüfe dies mit deinem Buchhalter zur Sicherheit.

Was ist, wenn meine Lebensmittelkosten nach Plattformprovision über 40% liegen?

Dann verlierst du Geld bei jedem Gericht. Erhöhe deinen Menüpreis oder biete das Gericht nicht über diese Plattform an. Konzentriere dich auf Gerichte mit niedrigeren Zutatenkosten für Lieferung.

Kann ich die Plattformprovision als Betriebskosten abziehen?

Ja, die Plattformprovision ist eine Betriebskosten, die du abziehen kannst. Bewahre alle Rechnungen von Lieferplattformen für deine Buchhaltung und MwSt.-Erklärung auf.

Wie berechne ich den Break-Even-Punkt für Lieferung?

Addiere Zutaten, Verpackung, Plattformprovision und einen Teil deiner Fixkosten. Dies muss unter deinen Netto-Einnahmen bleiben, um Gewinn bei der Lieferung zu machen.

⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj

Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.

In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.

ℹ️ Dieser Artikel wurde auf Grundlage offizieller Quellen und Fachkenntnissen erstellt. Obwohl wir aktuelle und korrekte Informationen anstreben, kann der Inhalt von den neuesten Vorschriften abweichen. Konsultieren Sie stets die offiziellen Behörden für verbindliche Normen.

📚 Konsultierte Quellen

BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) https://www.bvl.bund.de

Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.

JS

Geschrieben von

Jeffrey Smit

Gründer & CEO von KitchenNmbrs

Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.

🏆 8 Jahre Küchenmanager bei 1NUL8 Group Rotterdam
Expertise: food cost management HACCP kitchen management restaurant operations food safety compliance

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