Deine Rezeptbibliothek kann mehr als nur kochen - sie ist ein mächtiges Auswahlwerkzeug für Catering-Angebote. Viele Caterer raten, welche Gerichte bei Gruppenarrangements rentabel sind, wodurch sie Geld bei Aufträgen verlieren. In diesem Artikel lernst du, wie du deine Rezepte in ein strategisches Instrument für bessere Angebote umwandelst.
Vom Rezept zur Catering-Kostenkalkulation
Ein Rezept für 4 Personen auf 40 Personen umzurechnen ist mehr als mit 10 multiplizieren. Du musst Skaleneffekte, andere Einkaufseinheiten und Logistik berücksichtigen.
💡 Beispiel:
Rezept Lasagne für 4 Personen:
- Hackfleisch: 500g à €8/kg = €4,00
- Pasta: 300g à €2/kg = €0,60
- Käse: 200g à €15/kg = €3,00
- Gemüse: €2,40
Kostpreis pro Person: €2,50
Für 40 Personen wird das anders. Du kaufst Hackfleisch pro 5kg (günstiger), brauchst aber zusätzliche Verpackung und Transport.
Skaleneffekte und Skalennachteile
Bei größeren Mengen ändern sich deine Kosten pro Portion. Einige Zutaten werden günstiger (Mengenrabatt), andere teurer (Logistik).
- Günstiger: Fleisch, Fisch, Käse (Mengenrabatt 10-20%)
- Teurer: Verpackung, Transport, zusätzliches Personal
- Gleich: Die meisten Gewürze, Öl, Grundzutaten
⚠️ Achtung:
Rechne immer 15-20% zusätzliche Kosten für Catering-Logistik ein: Verpackung, Transport, Aufbau vor Ort und Personal.
Auswahlkriterien nach Event-Typ
Nicht jedes Rezept eignet sich für jeden Catering-Auftrag. Unterscheide zwischen verschiedenen Event-Typen und ihren Anforderungen.
Buffet vs. serviertes Dinner
- Buffet: Gerichte, die lange warm bleiben können
- Serviert: Gerichte, die schnell auf Temperatur kommen
- Fingerfood: Häppchen, die nicht krümeln oder tropfen
💡 Beispiel Buffet-Auswahl:
Für ein Geschäftslunch mit 50 Personen wählst du:
- Quiche (behält Wärme): €3,20/Person
- Salat (kaltes Gericht): €2,80/Person
- Suppe (Thermoskanne): €1,90/Person
Gesamt: €7,90/Person + 20% Logistik = €9,48
Rentabilität pro Gericht berechnen
Für Catering verwendest du andere Margen als in deinem Restaurant. Der Kostpreis pro Person muss mindestens 40% unter deinem Verkaufspreis liegen.
Formel Catering-Marge:
Verkaufspreis = (Kostpreis pro Person × 1,20 Logistik) ÷ 0,60
💡 Beispiel Berechnung:
Pastasalat Kostpreis: €4,50/Person
- Mit Logistik: €4,50 × 1,20 = €5,40
- Minimaler Verkaufspreis: €5,40 ÷ 0,60 = €9,00
- Marge-Check: (€9,00 - €5,40) ÷ €9,00 = 40%
Dieses Gericht ist rentabel für Catering
Digitale Rezeptbibliothek als Angebots-Tool
Mit einem System wie KitchenNmbrs kannst du deine Rezepte nach Event-Typ taggen und Kostpreise für verschiedene Personenanzahlen automatisch berechnen. So siehst du direkt, welche Kombinationen rentabel sind.
- Tagge Rezepte: 'buffet-geeignet', 'transportfreundlich', 'allergenarm'
- Stelle Standard-Catering-Zuschläge ein (Verpackung, Logistik)
- Berechne automatisch Kostpreis für 10, 25, 50, 100 Personen
- Vergleiche Rentabilität zwischen Gericht-Kombinationen
Wie baust du ein Catering-Auswahlwerkzeug auf? (Schritt für Schritt)
Inventarisiere deine aktuellen Rezepte
Erstelle eine Liste aller Gerichte, die für Catering geeignet sind. Achte auf Haltbarkeit, Transport und Aufwärmung. Tagge jedes Rezept mit Eigenschaften wie 'buffet-geeignet' oder 'vegetarisch'.
Berechne Kostpreis pro Person für verschiedene Mengen
Rechne deine Rezepte für 10, 25, 50 und 100 Personen um. Berücksichtige Mengenrabatte auf Zutaten und zusätzliche Kosten für Verpackung und Logistik (15-20% Zuschlag).
Lege Mindestmargen pro Event-Typ fest
Bestimme deine gewünschte Gewinnmarge pro Catering-Typ: Buffet (40%), serviertes Dinner (45%), Fingerfood (50%). Berechne daraus deine Mindestverkaufspreise pro Gericht.
Erstelle Standard-Menü-Kombinationen
Kreiere feste Pakete pro Preisklasse und Event-Typ. Zum Beispiel: 'Geschäftslunch €12,50' oder 'Buffet Deluxe €18,00'. Teste die Rentabilität jeder Kombination.
Teste und optimiere deine Auswahlen
Verfolge, welche Gerichte am besten verkauft werden und am meisten einbringen. Passe deine Standard-Auswahlen basierend auf diesen Daten und saisonaler Verfügbarkeit von Zutaten an.
✨ Pro tip
Mache Fotos von jedem Catering-Gericht nach 2 Stunden in Transportbehältern. So weißt du genau, wie deine Gerichte vor Ort aussehen und kannst realistische Erwartungen bei Kunden setzen.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Welche Marge sollte ich für Catering-Aufträge ansetzen?
Für Catering setzt du höhere Margen an als in deinem Restaurant: mindestens 40% für Buffets, 45% für servierte Diners. Die zusätzlichen Kosten für Logistik, Verpackung und Personal rechtfertigen diese höheren Margen.
Wie rechne ich Mengenrabatte in meine Kostenkalkulation ein?
Frage bei deinen Lieferanten die Preise für größere Abnahmen an. Normalerweise bekommst du ab 5-10kg Fleisch oder Fisch 10-20% Rabatt. Rechne diesen Rabatt in deinen Kostpreis pro Person für größere Events durch.
Welche zusätzlichen Kosten muss ich für Catering einkalkulieren?
Rechne 15-20% zusätzlich ein für: Verpackungsmaterial, Transport, Aufbau vor Ort, zusätzliches Personal und Reinigung. Dieser 'Logistik-Zuschlag' verhindert, dass du bei der Organisation des Events Verlust machst.
Wie wähle ich Gerichte aus, die sich für Transport eignen?
Wähle Gerichte, die ihre Struktur behalten: Pastagerichte, Quiches, Schmorgerichte. Vermeide Gerichte, die schnell matschig werden, wie frittierte Speisen oder Salate mit Dressing. Teste immer, wie ein Gericht nach 2 Stunden Transport aussieht.
Kann ich meine Restaurant-Rezepte direkt für Catering verwenden?
Nicht immer. Restaurant-Rezepte sind oft zu komplex für Catering oder enthalten Zutaten, die schlecht transportieren. Passe Rezepte an: weniger zerbrechliche Garnituren, kräftigere Saucen und Zutaten, die ihren Geschmack behalten.
Wie gehe ich mit Mindestabnahmemengen von Lieferanten um?
Plane dein Catering-Menü um die Mindestabnahmemengen deiner Lieferanten herum. Wenn du mindestens 5kg Lachs bestellen musst, sorge dafür, dass du genug Events diese Woche hast oder mache einen Restaurant-Special aus der restlichen Menge.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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