Als Restaurantbesitzer möchtest du dir natürlich auch ein Gehalt auszahlen. Aber wie viel kannst du sicher auszahlen, ohne dein Geschäft in Schwierigkeiten zu bringen? Viele Unternehmer nehmen einfach, was am Ende des Monats übrig ist, aber das kann gefährlich sein. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie viel du dir selbst auszahlen kannst, ohne Risiken einzugehen.
Warum du nicht einfach Geld nehmen kannst
Viele Restaurantbesitzer denken: "Was am Ende des Monats übrig ist, gehört mir." Aber das ist gefährlich. Dein Restaurant braucht immer Geld für:
- Unerwartete Reparaturen (Kühlanlage kaputt, Ofen defekt)
- Saisonale Schwankungen (ruhige Monate)
- Steuernachzahlungen (MwSt., Körperschaftsteuer)
- Investitionen (neue Geräte, Renovierung)
⚠️ Achtung:
Wenn du zu viel auszahlst und es kommt zu einer großen unerwarteten Ausgabe, kannst du in Schwierigkeiten geraten. Sorge immer für einen Puffer.
Die Formel für ein sicheres Gehalt
Ein sicheres Gehalt berechnest du so:
Auszahlbares Gehalt = Nettogewinn - Puffer - Steuern - Tilgungen
Lass uns jeden Teil erklären:
Nettogewinn berechnen
Dein Nettogewinn ist das, was nach allen Kosten übrig bleibt:
- Umsatz (alles, was hereinkommt)
- Minus: Einkauf von Zutaten
- Minus: Personalkosten
- Minus: Miete und Fixkosten
- Minus: Sonstige Kosten
💡 Beispiel:
Restaurant mit €40.000 Umsatz pro Monat:
- Umsatz: €40.000
- Einkauf: €12.000 (30%)
- Personal: €14.000 (35%)
- Miete und Fixkosten: €6.000 (15%)
- Sonstige Kosten: €4.000 (10%)
Nettogewinn: €4.000 pro Monat
Puffer einrichten
Behalte immer mindestens 20-30% deines Nettogewinns als Puffer. Das ist für unerwartete Ausgaben und ruhige Zeiten.
💡 Beispiel Puffer:
Bei €4.000 Nettogewinn pro Monat:
- Puffer 25%: €1.000 pro Monat
- Verbleibend: €3.000
Steuern reservieren
Wenn du dir selbst ein Gehalt auszahlst, musst du dafür Steuern zahlen. Reserviere mindestens 30-40% für Steuern, je nach deiner Situation.
Tilgungen berücksichtigen
Hast du Darlehen für dein Restaurant? Dann müssen die Tilgungen auch vom Gewinn abgehen, nicht von deinem Gehalt.
💡 Vollständige Berechnung:
Restaurant mit €4.000 Nettogewinn:
- Nettogewinn: €4.000
- Puffer (25%): €1.000
- Tilgungen: €500
- Verfügbar für Gehalt: €2.500
- Steuerreservierung (35%): €875
Sicher auszahlbar: €1.625 pro Monat
Verschiedene Auszahlungsformen
Du kannst dir selbst auf verschiedene Weisen Geld auszahlen:
Als Arbeitnehmer in Anstellung
Du zahlst dir selbst ein festes Gehalt über die Lohnabrechnung. Vorteile: Sicherheit, Rentenaufbau. Nachteile: hohe Lohnkosten (Arbeitgeberanteile).
Als Geschäftsführer und Gesellschafter
Bei einer GmbH kannst du dir ein Geschäftsführergehalt auszahlen. Das ist oft steuerlich günstiger als normales Gehalt.
Gewinnausschüttung
Bei einer GmbH kannst du auch Gewinne ausschütten. Das hat andere Steuerregeln als Gehalt.
⚠️ Achtung:
Steuerregeln sind komplex und ändern sich regelmäßig. Lass dich immer von einem Steuerberater für deine spezifische Situation beraten.
Signale, dass du zu viel auszahlst
Achte auf diese Warnsignale:
- Dein Konto ist regelmäßig im Minus
- Du kannst Lieferanten nicht pünktlich bezahlen
- Du hast kein Geld für notwendige Reparaturen
- Du musst für Steuernachzahlungen Kredite aufnehmen
- Du kannst keinen Vorrat für Stoßzeiten anlegen
Wie KitchenNmbrs hilft
Mit KitchenNmbrs siehst du direkt deinen tatsächlichen Gewinn pro Monat. Du kannst deine Lebensmittelkosten, Personalkosten und andere Ausgaben genau nachverfolgen. So weißt du genau, wie viel wirklich übrig bleibt und kannst sicher bestimmen, wie viel du dir selbst auszahlen kannst.
Wie berechnest du dein auszahlbares Gehalt? (Schritt für Schritt)
Berechne deinen tatsächlichen Nettogewinn
Addiere alle Einnahmen und ziehe alle Kosten ab: Einkauf, Personal, Miete, sonstige Ausgaben. Was übrig bleibt, ist dein Nettogewinn. Mache das über mindestens 3 Monate für einen realistischen Durchschnitt.
Reserviere 25% als Puffer
Ziehe 25% deines Nettogewinns ab und lege das auf ein Sparkonto. Das ist für unerwartete Ausgaben, Reparaturen und ruhige Zeiten. Diesen Puffer verwendest du nicht für dein Gehalt.
Ziehe Tilgungen und Steuern ab
Ziehe eventuelle Darlehenszahlungen vom Restbetrag ab. Reserviere danach 30-40% für Steuern. Was dann übrig bleibt, kannst du sicher an dich selbst auszahlen, ohne dein Geschäft zu gefährden.
✨ Pro tip
Beginne mit einem konservativen Gehalt von 50% dessen, was du für möglich hältst. Nach 6 Monaten stabiler Gewinne kannst du es erhöhen. Besser zu vorsichtig als dein Geschäft zu gefährden.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Wie viel Prozent des Umsatzes kann ich mir selbst auszahlen?
Es gibt keinen festen Prozentsatz. Das hängt von deinen Kosten und Gewinnmarge ab. Ein gesundes Gastronomiebetrieb hat oft 8-15% Nettogewinn, wovon du nach Puffer und Steuern etwa die Hälfte sicher auszahlen kannst.
Was ist, wenn mein Restaurant Verlust macht?
Bei Verlust kannst du dir nichts auszahlen. Schlimmer noch, du musst oft Geld zuführen, um das Geschäft am Laufen zu halten. Konzentriere dich dann zuerst darauf, profitabel zu werden, indem du Kosten senkst oder Umsatz erhöhst.
Darf ich in guten Monaten mehr auszahlen?
Das kannst du tun, aber sei vorsichtig. Gastronomie hat Saisonalschwankungen. Besser ist es, einen festen Betrag basierend auf deinen schlechtesten Monaten auszuzahlen und zusätzliche Gewinne für Investitionen zu sparen.
Wie oft sollte ich mein Gehalt neu berechnen?
Überprüfe das mindestens alle 3 Monate. Wenn sich deine Kosten oder Umsatz strukturell ändern, passe dein Gehalt an. Nach großen Investitionen oder bei Saisonveränderungen ist eine Neuberechnung auch sinnvoll.
Was ist, wenn ich eine GmbH statt Einzelunternehmen habe?
Bei einer GmbH gelten andere Regeln. Du kannst dir ein Geschäftsführergehalt auszahlen oder Gewinne ausschütten. Die Berechnung bleibt gleich, aber die Steuerregeln unterscheiden sich. Lass dich von einem Steuerberater beraten.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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