Saisonschwankungen können deinen Gewinn stark beeinträchtigen. Spargel kostet im März €18/kg und im Mai €6/kg. Wenn du deine Preise nicht anpasst, verlierst du monatelang Geld. Ein sicherer Gewinnspanne-Puffer in deinem Menüpreis verhindert, dass Saisonschwankungen deinen Gewinn aufzehren.
Warum du einen Gewinnspanne-Puffer brauchst
Zutatenprise schwanken das ganze Jahr über. Nicht nur Saisonprodukte wie Spargel und Austern. Auch Grundzutaten wie Fleisch, Fisch und Gemüse variieren im Preis durch Wetter, Nachfrage und Angebot.
⚠️ Achtung:
Viele Restaurants rechnen mit dem niedrigsten Saisonpreis und erhöhen ihre Menüpreise nicht, wenn Zutaten teurer werden. Dadurch läuft dein Gewinn ab, ohne dass du es merkst.
Ein Gewinnspanne-Puffer ist ein zusätzlicher Prozentsatz auf deine gewünschte Lebensmittelkostenquote, um Preisschwankungen auszugleichen. Statt 30% Lebensmittelkosten rechnest du mit 33%, sodass du auch bei höheren Einkaufspreisen noch rentabel bist.
Berechne deine Saisonschwankungen pro Zutat
Für jede Hauptzutat überprüfst du den Preis zu drei Zeitpunkten:
- Nebensaison: Wann ist diese Zutat am günstigsten?
- Durchschnitt: Was zahlst du normalerweise?
- Hochsaison: Wann ist diese Zutat am teuersten?
? Beispiel Lachs:
Lachsfilet-Preise im Jahresverlauf:
- Nebensaison (Sommer): €22/kg
- Durchschnitt: €28/kg
- Hochsaison (Weihnachten): €36/kg
Unterschied: €36 - €22 = €14/kg (64% teurer!)
Berechne dein Puffer-Prozentsatz
Die Puffer-Formel ist einfach:
Puffer % = ((Hochsaisonspreis - Durchschnittspreis) / Durchschnittspreis) × 100
? Beispielberechnung:
Lachs: durchschnittlich €28/kg, Hochsaison €36/kg
Puffer: ((€36 - €28) / €28) × 100 = 28,6%
Du brauchst einen Puffer von fast 30%, um Lachsgerichte das ganze Jahr über rentabel zu halten.
Passe deine Lebensmittelkostenberechnung an
Statt deiner gewünschten Lebensmittelkostenquote (zum Beispiel 30%) rechnest du mit deiner gewünschten Lebensmittelkostenquote + Puffer. Für Zutaten mit großen Saisonschwankungen verwendest du den Hochsaisonspreis in deiner Kostenkalkulation.
- Stabile Zutaten: Normale Lebensmittelkostenquote (30%)
- Saisonzutaten: Lebensmittelkostenquote + Puffer (30% + 10% = 40%)
- Extreme Saisonzutaten: Rechne mit Hochsaisonspreis
? Beispiel Menüpreis mit Puffer:
Lachsgericht, 200g Filet pro Portion:
- Hochsaisonspreis: €36/kg = €7,20 pro Portion Lachs
- Gesamtzutaten: €9,50
- Gewünschte Lebensmittelkostenquote mit Puffer: 35%
Mindestmenüpreis: €9,50 / 0,35 = €27,14 exkl. MwSt. = €29,58 inkl. MwSt.
Alternative: Flexible Speisekarte
Einige Restaurants arbeiten mit Saisonkarten oder flexiblen Preisen. Das geht, hat aber Nachteile:
- Gäste erwarten stabile Preise
- Neue Speisekarten kosten Geld und Zeit
- Kassensystem muss angepasst werden
Ein fester Preis mit eingebautem Puffer ist oft praktischer als ständige Anpassungen.
Überwache deine tatsächliche Lebensmittelkostenquote
Überprüfe monatlich deine tatsächliche Lebensmittelkostenquote pro Gericht. Wenn Zutaten günstiger sind als erwartet, liegst du unter deiner angestrebten Lebensmittelkostenquote. Das ist Gewinn. Wenn sie teurer sind, wird dein Puffer aufgebraucht.
⚠️ Achtung:
Wenn dein Puffer monatelang aufgebraucht wird, sind die Preise strukturell gestiegen. Dann musst du deinen Menüpreis anpassen oder das Gericht durch eine günstigere Alternative ersetzen.
Wie berechnet man einen sicheren Gewinnspanne-Puffer? (Schritt für Schritt)
Sammle Preisdaten von deinen Hauptzutaten
Notiere für jede Hauptzutat den Preis in Nebensaison, durchschnittlich und Hochsaison. Frag bei deinem Lieferanten nach oder schau dir die Preishistorie vom letzten Jahr an.
Berechne das Puffer-Prozentsatz pro Zutat
Verwende die Formel: ((Hochsaisonspreis - Durchschnittspreis) / Durchschnittspreis) × 100. Dies gibt dir das zusätzliche Prozentsatz, das du brauchst.
Passe deine Kostenkalkulation an
Für Saisonzutaten rechnest du mit Hochsaisonspreis oder addierst das Puffer-Prozentsatz zu deiner gewünschten Lebensmittelkostenquote. Teste dies mit deinen 5 wichtigsten Gerichten.
✨ Pro tip
Überprüfe die Preishistorie deiner 3 teuersten Zutaten bei deinem Lieferanten. Oft haben sie Daten der letzten 2 Jahre, sodass du Muster erkennen und deinen Puffer genauer berechnen kannst.
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Häufig gestellte Fragen
Wie viel Puffer sollte ich für Saisonzutaten einplanen?
Muss ich meinen ganzen Menüpreis für eine Saisonzutat erhöhen?
Was ist, wenn mein Puffer zu hoch ist und ich zu teuer werde?
Wie oft sollte ich meinen Puffer anpassen?
Kann ich unterschiedliche Puffer pro Saison verwenden?
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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