Mehrwertsteueränderungen erfordern eine direkte Anpassung deiner Speisekartenpreise. Viele Unternehmer vergessen, dass eine Mehrwertsteuererhöhung von 9% auf 21% bedeutet, dass dein Verkaufspreis inkl. Mehrwertsteuer steigen muss, sonst sinkt dein Nettoerlös pro Gericht. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie du deine Preise bei Mehrwertsteueränderungen korrekt anpasst.
Warum Mehrwertsteueränderungen deine Gewinne beeinflussen
Deine Speisekartenpreise sind inkl. Mehrwertsteuer ausgewiesen. Wenn die Mehrwertsteuer steigt, aber deine Preise gleich bleiben, bekommst du weniger Netto pro verkauftem Gericht. Bei einer Steigerung von 9% auf 21% Mehrwertsteuer verlierst du pro €30-Gericht etwa €3,30 Nettoerlös.
⚠️ Achtung:
Viele Unternehmer denken, dass Mehrwertsteueränderungen automatisch weitergegeben werden. Das stimmt nicht. Du musst deine Speisekartenpreise manuell anpassen.
Die Auswirkungen von Mehrwertsteueränderungen berechnen
Um zu wissen, wie viel deine Preise steigen müssen, berechnest du zunächst deinen aktuellen Nettoerlös pro Gericht. Danach berechnest du, welcher neue Bruttopreis du benötigst, um denselben Nettoerlös zu behalten.
💡 Beispiel Mehrwertsteuererhöhung:
Deine Pasta Carbonara kostet €18,50 inkl. 9% Mehrwertsteuer:
- Aktueller Nettoerlös: €18,50 / 1,09 = €16,97
- Bei neuer Mehrwertsteuer von 21%: €16,97 × 1,21 = €20,53
- Erforderliche Preiserhöhung: €20,53 - €18,50 = €2,03
Neuer Speisekartenpreis: €20,53
Unterschiedliche Mehrwertsteuersätze in der Gastronomie
In Deutschland gelten unterschiedliche Mehrwertsteuersätze für die Gastronomie. Speisen zum Verzehr vor Ort und zum Mitnehmen fallen unter 7% Mehrwertsteuer. Alkoholische Getränke fallen immer unter 19% Mehrwertsteuer, auch in Restaurants.
- 7% Mehrwertsteuer: Speisen zum Verzehr vor Ort, zum Mitnehmen, alkoholfreie Getränke im Restaurant
- 19% Mehrwertsteuer: Alkoholische Getränke (Bier, Wein, Spirituosen), Catering vor Ort
- 0% Mehrwertsteuer: Grundnahrungsmittel (nur beim Verkauf als Zutat)
Zeitpunkt der Preisanpassungen
Mehrwertsteueränderungen treten immer zu einem festen Datum in Kraft. Du hast normalerweise einige Wochen Vorbereitungszeit. Plane den Neudruck deiner Speisekarte und die Kommunikation mit deinen Gästen rechtzeitig.
💡 Beispiel Planung:
Mehrwertsteueränderung ab 1. Januar:
- 15. Dezember: Neue Preise berechnen
- 20. Dezember: Speisekarten drucken lassen
- 28. Dezember: Team über neue Preise informieren
- 1. Januar: Neue Preise aktiv
Kommunikation mit deinen Gästen
Sei transparent über Preisänderungen aufgrund von Mehrwertsteueranpassungen. Gäste verstehen das normalerweise gut, besonders wenn du erklärst, dass es eine gesetzliche Verpflichtung ist. Vermeide unklar Kommunikation über "Kostensteigerungen".
⚠️ Achtung:
Überprüfe, ob dein Kassensystem automatisch die richtigen Mehrwertsteuersätze ab dem Änderungsdatum anwendet. Viele Systeme erfordern manuelle Anpassung.
Administrative Anpassungen
Neben deiner Speisekarte musst du auch andere Systeme anpassen. Denke an dein Kassensystem, Kostenkalkulation und eventuell Apps für Rezeptverwaltung. In KitchenNmbrs kannst du Mehrwertsteuersätze pro Zutat und Gericht anpassen.
💡 Beispiel Auswirkung auf Lebensmittelkosten:
Pasta Carbonara mit €5,10 Zutatenkosten:
- Bei 7% Mehrwertsteuer: €5,10 / €16,97 = 30,1% Lebensmittelkosten
- Bei 19% Mehrwertsteuer (gleicher Menüpreis): €5,10 / €15,29 = 33,4% Lebensmittelkosten
- Bei 19% Mehrwertsteuer (angepasster Preis): €5,10 / €16,97 = 30,1% Lebensmittelkosten
Ohne Preisanpassung steigen deine Lebensmittelkosten um 3,3 Prozentpunkte
Wie passt du Preise bei Mehrwertsteueränderung an? (Schritt für Schritt)
Berechne aktuellen Nettoerlös pro Gericht
Teile deinen aktuellen Speisekartenpreis durch (1 + alter Mehrwertsteuersatz%). Bei 7% Mehrwertsteuer teilst du durch 1,07. Dies ergibt dir den Nettoerlös, den du behalten möchtest.
Berechne neuen Bruttopreis mit neuer Mehrwertsteuer
Multipliziere deinen Nettoerlös mit (1 + neuer Mehrwertsteuersatz%). Bei 19% Mehrwertsteuer multiplizierst du mit 1,19. Dies wird dein neuer Speisekartenpreis.
Aktualisiere alle Systeme und Materialien
Passe dein Kassensystem, Speisekarten, Kostenkalkulationssystem und Website an. Plane dies mindestens eine Woche vor dem Änderungsdatum und informiere dein Team.
✨ Pro tip
Runde deine neuen Preise auf logische Beträge ab (€19,50 statt €19,47). Gäste schätzen runde Preise und das spart deinem Kassenpersonal Rechenarbeit.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Muss ich alle meine Preise bei einer Mehrwertsteueränderung anpassen?
Nur Preise von Produkten, deren Mehrwertsteuersatz sich ändert. Speisen bleiben oft bei 7%, aber überprüfe immer die offizielle Mitteilung der Finanzbehörde auf spezifische Änderungen.
Kann ich die Mehrwertsteuererhöhung teilweise weitergeben?
Ja, du kannst dich dafür entscheiden, nicht die vollständige Mehrwertsteuererhöhung weiterzugeben. Dies bedeutet jedoch, dass deine Nettomarge pro Gericht sinkt. Berechne, was dies für deinen Gesamtgewinn bedeutet.
Wann muss ich mein Kassensystem anpassen?
Passe dein Kassensystem am Tag an, an dem die Mehrwertsteueränderung in Kraft tritt, nicht früher. Bis dahin gelten die alten Sätze. Plane jedoch im Voraus, wie du dies durchführst.
Wie kommuniziere ich Preisänderungen an meine Gäste?
Sei transparent und verweise auf die gesetzliche Mehrwertsteueränderung. Platziere eine freundliche Mitteilung auf deiner Website und in deinem Restaurant. Gäste verstehen das normalerweise gut.
Was passiert, wenn ich meine Preise nicht anpasse?
Dann sinkt dein Nettoerlös pro verkauftem Gericht. Bei einer Erhöhung von 7% auf 19% Mehrwertsteuer verlierst du etwa 11% Nettoerlös pro Gericht, wenn deine Preise gleich bleiben.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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