Rabattaktionen können deinen Umsatz erhöhen, aber sie können auch deine Marge ruinieren. Viele Restaurantbetreiber geben Rabatt, ohne zu berechnen, welche Auswirkungen das auf ihren Gewinn hat. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie du berechnest, ob eine Rabattaktion dich zu viel kostet.
Warum Rabattaktionen gefährlich für deine Marge sind
Ein Rabatt von 20% wirkt harmlos, aber er frisst direkt deinen Gewinn auf. Wenn du normalerweise 65% Marge hast und du gibst 20% Rabatt, hast du plötzlich nur noch 45% Marge übrig. Das ist ein Rückgang von fast einem Drittel deines Gewinns.
⚠️ Achtung:
Viele Unternehmer denken: "Wenn ich durch Rabatt mehr verkaufe, verdiene ich es wieder rein." Aber du musst viel mehr verkaufen, um das gleiche zu verdienen.
Die Grundformel für Rabattauswirkungen
Um zu berechnen, ob ein Rabatt dich zu viel kostet, verwendest du diese Formel:
Neue Marge % = (Verkaufspreis - Rabatt - Kostpreis) / (Verkaufspreis - Rabatt) × 100
💡 Beispiel:
Du verkaufst eine Pasta für €18,50 (inkl. MwSt.). Die Kostpreis ist €6,50. Du gibst 15% Rabatt.
- Normaler Verkaufspreis: €18,50
- Rabatt 15%: €2,78
- Neuer Verkaufspreis: €15,72
- Kostpreis bleibt: €6,50
Neue Marge: (€15,72 - €6,50) / €15,72 × 100 = 58,6%
Deine Marge sinkt von 64,9% auf 58,6%. Das sind 6,3 Prozentpunkte weniger.
Wie viel zusätzliche Verkäufe brauchst du?
Wenn deine Marge durch Rabatt sinkt, musst du mehr verkaufen, um das gleiche zu verdienen. Die Formel dafür ist:
Zusätzliche Verkäufe nötig = Alte Marge / Neue Marge
💡 Beispiel:
Du gibst 20% Rabatt auf dein Menü. Deine Marge sinkt von 65% auf 45%.
- Alte Marge: 65%
- Neue Marge: 45%
- Zusätzliche Verkäufe nötig: 65% / 45% = 1,44
Du musst 44% mehr verkaufen, um das gleiche zu verdienen.
Wenn du normalerweise 100 Couverts pro Tag hast, brauchst du 144, um die Gewinnschwelle zu erreichen.
Break-Even-Punkt deiner Rabattaktion
Für jede Rabattaktion kannst du berechnen, wie viele zusätzliche Gäste du mindestens brauchst. Verwende diese Schritte:
- Berechne deine neue Marge pro Gericht nach Rabatt
- Teile deinen alten Gewinn pro Gericht durch den neuen Gewinn pro Gericht
- Das Ergebnis zeigt, wie viel mehr du verkaufen musst
💡 Beispiel Break-Even-Berechnung:
Ein Gericht kostet €8 in der Herstellung, du verkaufst es für €25. Du gibst 25% Rabatt.
- Normaler Gewinn: €25 - €8 = €17
- Preis mit Rabatt: €18,75
- Neuer Gewinn: €18,75 - €8 = €10,75
- Break-Even-Faktor: €17 / €10,75 = 1,58
Du musst 58% mehr von diesem Gericht verkaufen, um das gleiche zu verdienen.
Wann wird ein Rabatt zu gefährlich
Eine Rabattaktion wird gefährlich, wenn:
- Du mehr als 50% zusätzliche Verkäufe brauchst, um die Gewinnschwelle zu erreichen
- Deine Marge unter 40% fällt (zu wenig Puffer für unvorhergesehene Kosten)
- Deine Fixkosten nicht mehr durch die niedrigere Marge gedeckt werden
- Dein Team die zusätzliche Last nicht ohne zusätzliches Personal bewältigen kann
⚠️ Achtung:
Vergiss nicht, dass mehr Gäste auch mehr Kosten bedeuten: zusätzliches Personal, mehr Spülgut, höhere Energiekosten. Diese Kosten fressen auch deine Marge auf.
Alternativen zu Rabattaktionen
Statt Preisrabatt kannst du auch:
- Kostenloses Beilagengericht anbieten (kostet dich nur die Kostpreis)
- 2-für-1-Angebote an ruhigen Tagen
- Upgrade zu teurem Menü zum gleichen Preis
- Treueprogramm: jede 10. Mahlzeit kostenlos
Diese Alternativen haben oft weniger Auswirkungen auf deine Marge als direkte Preisrabatte.
Wie berechnest du, ob eine Rabattaktion zu viel kostet? (Schritt für Schritt)
Berechne deine aktuelle Marge pro Gericht
Nimm deinen Verkaufspreis und ziehe die Kostpreis ab. Teile dies durch den Verkaufspreis und multipliziere mit 100, um den Prozentsatz zu erhalten. Das ist deine aktuelle Gewinnmarge.
Berechne deine neue Marge nach Rabatt
Ziehe den Rabattbetrag von deinem Verkaufspreis ab. Berechne dann deine Marge neu mit dem neuen, niedrigeren Verkaufspreis. Deine Kostpreis bleibt gleich.
Bestimme, wie viel zusätzliche Verkäufe du brauchst
Teile deine alte Marge durch deine neue Marge. Diese Zahl zeigt, wie viel mehr du verkaufen musst, um das gleiche zu verdienen. Über 1,5 wird es riskant.
✨ Pro tip
Teste deine Rabattaktion erst eine Woche. Messe, wie viele zusätzliche Gäste du bekommst und ob du die Gewinnschwelle erreichst. Dann erweitere es auf einen längeren Zeitraum.
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Häufig gestellte Fragen
Kann ich Rabatt auf Getränke geben, um meine Lebensmittelkosten zu schützen?
Ja, Getränke haben oft eine höhere Marge als Essen. Ein Rabatt auf Wein von €8 auf €6 kostet dich nur €2, während die Kostpreis vielleicht nur €1,50 war. Das ist weniger schmerzhaft als Rabatt auf Essen.
Wie weiß ich, ob meine Rabattaktion erfolgreich war?
Vergleiche deinen Gesamtgewinn aus der Aktionsperiode mit der gleichen Periode des Vorjahres. Wenn du mehr Gewinn gemacht hast, obwohl die Marge pro Gericht niedriger war, war die Aktion erfolgreich.
Muss ich MwSt. in meine Berechnung einbeziehen?
Rechne immer mit Preisen ohne MwSt. Der Rabatt, den du gibst, ist auch ohne MwSt., also stimmt deine Berechnung besser. MwSt. gibst du an die Steuerbehörde weiter.
Ist es besser, Rabatt auf meine teuersten Gerichte zu geben?
Teure Gerichte haben oft eine höhere absolute Marge in Euro. Ein Rabatt von €5 auf ein Gericht für €35 tut weniger weh als €5 Rabatt auf ein Gericht für €18.
Wie oft kann ich Rabattaktionen durchführen, ohne meinen Ruf zu schädigen?
Maximal 4-6 Mal pro Jahr, sonst warten Gäste auf Rabatt. Mach es besonders: Geburtstagswoche, Saisonwechsel oder besondere Anlässe. Nicht jeden Monat.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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