Lieferbestellungen scheinen rentabel zu sein, aber nach Plattformgebühr und Verpackungskosten bleibt oft weniger übrig als du denkst. Viele Dark Kitchens rechnen nur mit Lebensmittelkosten und vergessen die versteckten Kosten der Lieferung. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie du die echte Nettomarge pro Lieferbestellung berechnest.
Warum die Nettomarge bei Lieferung anders ist
Bei Lieferung hast du drei zusätzliche Kostenpositionen, die deinen Gewinn schmälern:
- Plattformgebühr: 15-30% deines Bestellwerts
- Verpackungskosten: €0,50-€2,00 pro Bestellung
- Zahlungsgebühren: 2-4% des Bestellwerts
Diese Kosten kommen zusätzlich zu deinen normalen Lebensmittelkosten und Fixkosten.
⚠️ Achtung:
Viele Unternehmer rechnen nur mit Lebensmittelkosten und vergessen, dass eine Bestellung von €25 nach allen Kosten vielleicht nur €8 Netto einbringt.
Die Formel für Nettomarge bei Lieferbestellungen
Die Formel sieht so aus:
Nettomarge € = Bestellwert - Lebensmittelkosten - Plattformgebühr - Verpackungskosten - Zahlungsgebühren
Nettomarge % = (Nettomarge € / Bestellwert) × 100
💡 Beispiel:
Bestellung von €30,00 über Lieferando:
- Bestellwert: €30,00
- Lebensmittelkosten (30%): €9,00
- Plattformgebühr (25%): €7,50
- Verpackung: €1,20
- Zahlungsgebühren (3%): €0,90
Nettomarge: €30,00 - €9,00 - €7,50 - €1,20 - €0,90 = €11,40
Nettomarge %: 38%
Plattformgebühren pro Anbieter
Jeder Lieferpartner berechnet unterschiedliche Tarife. Übliche Gebühren sind:
- Lieferando: 12-30% (abhängig von deinem Umsatz)
- Uber Eats: 15-30% plus Fixkosten
- Deliveroo: 20-35% in verschiedenen Paketen
- Eigene Lieferung: 0% Gebühr, aber eigene Lieferkosten
Überprüfe immer deinen aktuellen Gebührensatz im Partner-Portal.
Verpackungskosten pro Bestelltyp
Verpackungskosten variieren stark je nach Bestelltyp:
💡 Beispiel Verpackungskosten:
- Pizza (1 Karton): €0,35
- Salat (Behälter + Dressing): €0,85
- Warme Mahlzeit (Behälter + Deckel + Tasche): €1,20
- Familienbestellung (mehrere Behälter + Tasche): €2,50
Addiere alle Verpackungen: Behälter, Deckel, Taschen, Besteck, Servietten, Aufkleber.
Mindestbestellwert berechnen
Mit diesen Kosten kannst du ausrechnen, welcher Mindestbestellwert erforderlich ist, um rentabel zu bleiben:
Mindestbestellwert = (Fixkosten pro Bestellung + Gewünschter Gewinn) / (1 - Lebensmittelkosten% - Gebühr% - Zahlungs%)
💡 Beispiel:
Du möchtest mindestens €5 Gewinn pro Bestellung:
- Verpackung + gewünschter Gewinn: €6,20
- Lebensmittelkosten: 30%
- Plattformgebühr: 25%
- Zahlungsgebühren: 3%
Mindestbestellwert: €6,20 / (1 - 0,30 - 0,25 - 0,03) = €14,76
Also: mindestens €15 Bestellwert für €5 Gewinn
Nettomarge verbessern
Vier Möglichkeiten, um deine Nettomarge zu erhöhen:
- Höherer durchschnittlicher Bestellwert: Upselling, Kombo-Angebote
- Niedrigere Lebensmittelkosten: Effizientere Rezepte, bessere Beschaffung
- Intelligente Verpackung: Günstigere Alternativen ohne Qualitätsverlust
- Plattform-Mix: Verteile Bestellungen auf Plattformen mit niedrigeren Gebühren
⚠️ Achtung:
Billige Verpackung kann deine Bewertungen schädigen. Finde die Balance zwischen Kosten und Qualität.
Tracking in der Praxis
Verfolge diese Zahlen wöchentlich:
- Durchschnittlicher Bestellwert pro Plattform
- Tatsächliche Gebührensätze (können sich ändern)
- Verpackungskosten pro Bestelltyp
- Nettomarge-Prozentsatz pro Plattform
Mit einem System wie KitchenNmbrs kannst du diese Berechnungen automatisieren und direkt sehen, welche Plattformen und Gerichte am meisten einbringen.
Wie berechnest du die Nettomarge pro Lieferbestellung? (Schritt für Schritt)
Sammle alle Kosten pro Bestellung
Notiere den Bestellwert, Lebensmittelkosten der Gerichte, aktuellen Plattformgebührensatz, alle Verpackungskosten (Behälter, Taschen, Besteck) und Zahlungsgebühren. Überprüfe deinen Gebührensatz im Partner-Portal - dieser kann sich monatlich ändern.
Berechne alle Kosten in Euro
Berechne Plattformgebühr: Bestellwert × Gebühr%. Berechne Zahlungsgebühren: Bestellwert × Zahlungsprozentsatz. Addiere alle Verpackungskosten (einschließlich Taschen, Aufkleber, Besteck).
Ziehe alle Kosten vom Bestellwert ab
Nettomarge = Bestellwert - Lebensmittelkosten - Plattformgebühr - Verpackungskosten - Zahlungsgebühren. Für Prozentsatz: Nettomarge durch Bestellwert teilen und mit 100 multiplizieren. Eine gesunde Nettomarge bei Lieferung liegt zwischen 25-40%.
✨ Pro tip
Überprüfe deine Nettomarge pro Plattform wöchentlich. Oft siehst du, dass eine Plattform viel günstiger ist als andere. Konzentriere dein Marketing dann auf diese Plattform für bessere Rentabilität.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Was ist eine gute Nettomarge für Lieferbestellungen?
Eine gesunde Nettomarge liegt zwischen 25-40% nach allen Kosten. Unter 20% wird es schwierig, deine Fixkosten (Miete, Personal) zu decken. Über 40% ist ausgezeichnet, aber oft nur bei hohen Bestellwerten erreichbar.
Muss ich MwSt. in die Berechnung einbeziehen?
Nein, rechne immer mit Beträgen ohne MwSt. Der Bestellwert auf der Plattform ist inklusive 19% MwSt., also durch 1,19 teilen für den Betrag ohne MwSt. Plattformgebühren werden auch über dem Betrag ohne MwSt. berechnet.
Warum unterscheidet sich meine Gebühr pro Monat?
Plattformgebühren sind oft umsatzabhängig. Je mehr Umsatz du machst, desto niedriger dein Gebührensatz. Auch können Plattformen ihre Tarife anpassen oder zeitliche Aktionen haben. Überprüfe daher monatlich deinen aktuellen Gebührensatz.
Wie berechne ich Verpackungskosten bei Familienbestellungen?
Addiere alle Verpackungen: mehrere Behälter, Deckel, zusätzliche Taschen, mehr Besteck. Eine Familienbestellung von €60 kann €3-4 Verpackungskosten haben. Teile dies nicht auf die Anzahl der Gerichte auf, sondern rechne es als Gesamtverpackungskosten dieser Bestellung.
Ist Eigenlieferung immer günstiger als Plattformen?
Nicht immer. Eigenlieferung kostet keine Gebühr, aber Lieferfahrer (€3-5 pro Fahrt), Benzin und du verlierst das Marketing der Plattform. Berechne, ab welchem Umsatz Eigenlieferung günstiger wird als Plattformgebühren.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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