Ein Lieferkonzept neben deinem Foodtruck kann deinen Umsatz deutlich erhöhen. Aber die Margenberechnung unterscheidet sich von der normalen Gastronomie durch Plattformgebühren, Verpackungskosten und andere operative Ausgaben. Du musst genau wissen, was jede Bestellung wirklich einbringt, um profitabel zu bleiben.
Die einzigartige Kostenstruktur von Lieferdiensten
Bei Lieferdiensten hast du andere Kosten als bei deinem Foodtruck. Plattformgebühren von Lieferando oder Uber Eats machen 15-30% deines Bestellwerts aus. Hinzu kommen Verpackungskosten, die du beim Truck nicht hast.
💡 Beispiel Kostenstruktur:
Pizza-Bestellung für €18,50 (inkl. 9% MwSt.):
- Netto-Bestellwert: €16,97
- Plattformgebühr (25%): €4,24
- Verpackung: €0,65
- Zutaten: €5,10
Netto-Ertrag: €6,98 (41% des Brutto-Bestellwerts)
Schritt 1: Berechne deine Gesamtkosten pro Bestellung
Deine Kosten bestehen aus vier Komponenten, die du alle berücksichtigen musst:
- Zutatenkosten: Gleich wie bei deinem Foodtruck
- Verpackungskosten: Behälter, Tüten, Aufkleber, Besteck
- Plattformgebühr: 15-30% deines Bestellwerts
- Eventuell Lieferkosten: Falls du selbst lieferst
⚠️ Achtung:
Plattformgebühren werden auf den Brutto-Bestellwert inklusive MwSt. berechnet. Das macht sie teurer als sie wirken.
Schritt 2: Berechne deine Netto-Marge
Deine Marge ist das, was nach allen Kosten übrig bleibt. Die Formel:
Netto-Marge = (Netto-Ertrag - Gesamtkosten) / Brutto-Bestellwert × 100
💡 Beispielberechnung:
Burger-Menü €22,00 (inkl. MwSt.):
- Brutto-Bestellwert: €22,00
- Plattformgebühr (25%): €5,50
- Zutaten: €6,80
- Verpackung: €0,85
- Gesamtkosten: €13,15
Netto-Marge: (€22,00 - €13,15) / €22,00 × 100 = 40,2%
Unterschiede zu deinem Foodtruck-Betrieb
Lieferdienste haben eine andere Rentabilität als dein Foodtruck wegen der Kostenstruktur:
- Niedrigere Margen: Plattformgebühren fressen 15-30% deines Umsatzes auf
- Höhere Mindestbestellmenge erforderlich: Kleine Bestellungen werden unrentabel
- Keine Personalkosten vor Ort: Das kompensiert teilweise die Plattformgebühren
- Verpackungskosten: Zusätzliche Kostenposition, die beim Foodtruck nicht anfällt
Optimierung für bessere Margen
Um profitabel zu bleiben, kannst du verschiedene Taktiken einsetzen:
💡 Praktische Tipps:
- Erhöhe die Preise um 10-15% für Lieferdienste, um Plattformgebühren auszugleichen
- Setze eine Mindestbestellmenge von €15-20, um kleine, unrentable Bestellungen zu vermeiden
- Nutze effiziente Verpackung: günstig, aber trotzdem hochwertig
- Konzentriere dich auf Gerichte mit niedrigen Zutatenkosten, die gut transportiert werden
Verwaltung und Tracking
Führe deine Lieferzahlen separat von deinen Foodtruck-Zahlen. Das sind unterschiedliche Geschäftsmodelle mit anderen Margen. Messe wöchentlich deinen durchschnittlichen Bestellwert, Plattformgebühren und Gesamtmarge pro Bestellung.
Mit einem System wie KitchenNmbrs kannst du separat nachverfolgen, was jedes Gericht kostet, einschließlich Verpackung, und direkt sehen, was deine Netto-Marge nach Plattformgebühren ist.
Wie berechnest du die Marge für Lieferdienste? (Schritt für Schritt)
Sammle alle Kosten pro Bestellung
Addiere: Zutatenkosten + Verpackungskosten + Plattformgebühr (normalerweise 15-30% des Bestellwerts). Vergiss keine kleinen Dinge wie Saucenbehälter, Servietten und Plastikbesteck.
Berechne deinen Netto-Ertrag
Ziehe alle Kosten vom Brutto-Bestellwert ab. Das ist das, was wirklich übrig bleibt. Achtung: Plattformgebühren werden auf den Brutto-Preis inklusive MwSt. berechnet.
Bestimme deinen Margenprozentsatz
Teile deinen Netto-Ertrag durch den Brutto-Bestellwert und multipliziere mit 100. Eine gesunde Marge für Lieferdienste liegt zwischen 35-45% wegen der höheren Kosten.
✨ Pro tip
Überprüfe wöchentlich deinen durchschnittlichen Bestellwert pro Plattform. Wenn dieser sinkt, erhöhe deine Mindestbestellmenge oder passe dein Menü an – kleine Bestellungen machen Lieferdienste unrentabel.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Was ist eine gesunde Marge für Lieferkonzepte?
Eine Netto-Marge von 35-45% ist üblich für Lieferdienste. Das ist niedriger als normale Gastronomie wegen Plattformgebühren und Verpackungskosten, aber immer noch profitabel.
Sollte ich unterschiedliche Preise für Lieferdienste und meinen Foodtruck haben?
Ja, viele Unternehmer erhöhen ihre Preise um 10-15% für Lieferplattformen, um die Plattformgebühren auszugleichen. Das ist normal und wird von Kunden akzeptiert.
Wie verhindere ich, dass kleine Bestellungen meine Marge ruinieren?
Setze eine Mindestbestellmenge von €15-20. Kleine Bestellungen kosten relativ mehr wegen fester Kosten wie Verpackung und Lieferung, wodurch deine Marge wegfällt.
Welche Gerichte sind am rentabelsten für Lieferdienste?
Gerichte mit niedrigen Zutatenkosten (Pizza, Pasta, Reisgerichte), die gut transportiert werden und wenig Verpackung brauchen. Vermeide Gerichte, die matschig werden oder viele separate Behälter brauchen.
Wie verfolge ich meine Lieferzahlen neben meiner Foodtruck-Verwaltung?
Behandle Lieferdienste als separate Geschäftslinie mit eigener Kostenkalkulation. Viele Unternehmer nutzen Apps wie KitchenNmbrs, um beide Kanäle separat zu überwachen.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
Food-Cost-Kontrolle für Lieferung und Dark Kitchens
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