Eine Dark Kitchen mit zwei Marken kann deinen Gewinn verdoppeln, aber auch deine Kosten. Das Geheimnis liegt in der korrekten Zuordnung gemeinsamer Kosten zu jeder Marke. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie du die Marge pro Marke berechnest, damit du weißt, welche Marke am meisten einbringt.
Warum die Margenberechnung pro Marke entscheidend ist
Bei einer Dark Kitchen mit zwei Marken teilst du viele Kosten: Miete, Gas, Wasser, Personal. Aber jede Marke hat andere Preise, andere Lebensmittelkosten und andere Beliebtheit bei Kunden.
Ohne korrekte Berechnung weißt du nicht:
- Welche Marke wirklich Gewinn macht
- Ob du deine Kapazität richtig verteilst
- Wohin dein Marketing-Budget gehen sollte
- Ob beide Marken rentabel sind
⚠️ Achtung:
Viele Dark Kitchen Unternehmer denken, dass zwei Marken automatisch mehr Gewinn bedeutet. Aber wenn du die Kosten nicht richtig zuordnest, kann eine Marke Verlust machen, ohne dass du es bemerkt.
Die drei Kostenarten in einer Dark Kitchen
1. Direkte Kosten pro Marke
- Zutatenkosten für jede Marke
- Spezifische Verpackungen (andere Behälter, Aufkleber)
- Platform-Gebühren pro Bestellung
2. Gemeinsame variable Kosten
- Gas und Strom (verteilt nach Kochzeit)
- Allgemeine Verpackungsmaterialien (Tüten, Servietten)
- Reinigungsmittel
3. Fixkosten
- Küchenmiete
- Versicherungen
- Basis-Personal
- Geräteabschreibung
Formel für Marge pro Marke
Marge % = ((Umsatz - Direkte Kosten - Anteil gemeinsamer Kosten) / Umsatz) × 100
Das Schwierigste ist die faire Verteilung gemeinsamer Kosten. Drei Methoden:
- Nach Umsatz: Marke A hat 60% des Umsatzes → bekommt 60% der gemeinsamen Kosten
- Nach Bestellanzahl: Marke A hat 70% der Bestellungen → bekommt 70% der gemeinsamen Kosten
- Nach Küchennutzung: Marke A nutzt 40% der Kochzeit → bekommt 40% der gemeinsamen Kosten
💡 Beispiel: Dark Kitchen mit Pizza- und Burger-Marke
Monatliche Zahlen:
- Pizza-Marke: €15.000 Umsatz, 500 Bestellungen
- Burger-Marke: €10.000 Umsatz, 250 Bestellungen
- Gemeinsame Kosten: €8.000
Verteilung nach Umsatz: Pizza bekommt 60% = €4.800, Burger bekommt 40% = €3.200
Platform-Gebühren richtig zuordnen
Jede Platform rechnet anders ab. Thuisbezorgd, Uber Eats und Deliveroo haben unterschiedliche Prozentsätze. Berechne pro Marke, was du wirklich nach Platform-Gebühren behältst.
💡 Beispiel: Platform-Gebühren Auswirkung
Pizza-Bestellung €18,00 über Thuisbezorgd:
- Brutto-Umsatz: €18,00
- Platform-Gebühr 25%: €4,50
- Netto-Umsatz: €13,50
- Lebensmittelkosten: €5,40
- Marge für weitere Kosten: €8,10
Verpackungskosten pro Marke
Verschiedene Gerichte haben unterschiedliche Verpackungskosten. Eine Pizza passt in eine flache Schachtel, ein Burger braucht einen Behälter + Fritesbehälter + Saucenbehälter.
- Zähle alle Verpackungen pro Bestellung: Behälter, Tüten, Besteck, Servietten
- Berechne pro Marke die durchschnittlichen Verpackungskosten
- Addiere dies zu deinen direkten Kosten
💡 Beispiel: Verpackungskosten Vergleich
- Pizza: €0,45 (Schachtel + Serviette)
- Burger-Menü: €0,85 (Burger-Behälter + Fritesbehälter + Sauce + Tüte + Besteck)
Bei 100 Bestellungen spart das €40 in den Kosten!
Wann sollte ich eine Marke einstellen?
Stelle eine Marke ein, wenn:
- Die Marge dauerhaft unter 15% liegt
- Die Marke weniger als 20% deiner Bestellungen generiert
- Du mehr verdienst, wenn du die Kapazität vollständig der anderen Marke gibst
Aber überprüfe zuerst, ob du die Preise erhöhen oder die Kosten senken kannst, bevor du aufhörst.
Tools zum Marge-Tracking
Manuelles Verfolgen in Excel wird schnell chaotisch mit zwei Marken. Ein System wie KitchenNmbrs kann pro Marke die Lebensmittelkosten verfolgen und dir helfen, die gemeinsamen Kosten fair zu verteilen.
Das Wichtigste ist, dass du wöchentlich überprüfst, welche Marke besser läuft, damit du dein Marketing und deine Kapazität dorthin lenken kannst.
Wie berechnest du die Marge pro Marke? (Schritt für Schritt)
Sammle alle direkten Kosten pro Marke
Notiere für jede Marke separat: Zutatenkosten, spezifische Verpackungen, Platform-Gebühren pro Bestellung. Dies sind Kosten, die du direkt einer Marke zuordnen kannst.
Berechne gemeinsame Kosten und verteile fair
Addiere alle Kosten, die beide Marken teilen: Miete, Gas, Personal, allgemeine Verpackung. Verteile basierend auf Umsatz-Prozentsatz oder Bestellanzahl pro Marke.
Berechne Marge pro Marke mit der Formel
Verwende: Marge % = ((Umsatz - Direkte Kosten - Anteil gemeinsamer Kosten) / Umsatz) × 100. Vergleiche beide Marken und konzentriere dich auf die profitabelste Marke.
✨ Pro tip
Überprüfe wöchentlich, welche Marke am besten läuft, und lenke dein Marketing-Budget dorthin. Oft bringt 80% deines Gewinns von 1 der 2 Marken.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Sollte ich MwSt. in meine Margenberechnung einbeziehen?
Berechne immer ohne MwSt. Der Umsatz auf deiner Platform ist inklusive 9% MwSt., also teile durch 1,09, um den tatsächlichen Umsatz zu erhalten, den du in deiner Berechnung verwenden kannst.
Wie verteile ich Personalkosten zwischen zwei Marken?
Verteile basierend auf der Zeit, die dein Chef für jede Marke aufwendet. Wenn Pizzas 60% der Kochzeit kosten, bekommt die Pizza-Marke 60% der Personalkosten.
Was ist, wenn eine Marke viel beliebter ist als die andere?
Konzentriere dein Marketing und deine Kapazität auf die beliebte Marke, aber überprüfe zuerst, ob sie auch die profitabelste ist. Manchmal ist die kleinere Marke profitabler pro Bestellung.
Kann ich unterschiedliche Preise pro Platform berechnen?
Ja, und das ist oft klug. Wenn Uber Eats höhere Gebühren berechnet, erhöhe deine Preise dort, um deine Marge zu schützen. Kunden vergleichen selten zwischen Plattformen.
Wann sollte ich mit einer der beiden Marken aufhören?
Wenn eine Marke dauerhaft unter 15% Marge liegt und weniger als 20% deiner Bestellungen generiert. Dann kannst du besser deine gesamte Kapazität auf die profitable Marke konzentrieren.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
Food-Cost-Kontrolle für Lieferung und Dark Kitchens
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