Meal Kits haben eine andere Kostenstruktur als Restaurantgerichte. Neben Zutaten zahlst du für Verpackung, Anleitekarten und oft längere Haltbarkeit. Viele Unternehmer vergessen diese zusätzlichen Kosten einzurechnen, wodurch ihre Marge niedriger ausfällt als erwartet.
Was macht Meal Kits anders?
Ein Meal Kit ist mehr als nur Zutaten in einer Schachtel. Du verkaufst ein komplettes Erlebnis: Bequemlichkeit, Anleitungen und oft Premium-Verpackung. Das bedeutet zusätzliche Kostenpositionen, die du in deine Berechnung einbeziehen musst.
- Verpackungskosten: Schachtel, Fächer, Kühlakkus, Etiketten
- Anleitekosten: Rezeptkarten, QR-Codes, gedruckte Materialien
- Längere Haltbarkeit: manchmal teurere Zutaten oder Konservierung
- Lieferkosten: oft höher durch Gewicht und Kühlung
⚠️ Achtung:
Viele Unternehmer rechnen nur mit Zutatenkosten und vergessen, dass Verpackung schnell €2-4 pro Kit kostet.
Die vollständige Kostenberechnung
Für eine korrekte Margeberechnung addierst du alle Kosten und vergleichst sie mit deinem Verkaufspreis ohne MwSt. (9% für Lebensmittel).
Formel Gesamtkostpreis Meal Kit:
Kostpreis = Zutaten + Verpackung + Anleitungen + (Lieferung / Anzahl Kits pro Bestellung)
💡 Beispiel: Pasta Carbonara Kit für 2 Personen
Verkaufspreis: €24,95 inkl. MwSt. → €22,89 ohne MwSt.
- Zutaten: €8,50 (Pasta, Speck, Ei, Käse, Sahne)
- Verpackung: €2,20 (Schachtel, Fächer, Kühlakku)
- Anleitekarte: €0,30
- Lieferung pro Kit: €3,00
Gesamtkostpreis: €14,00
Marge: €22,89 - €14,00 = €8,89 (38,8%)
Verpackungskosten im Detail
Verpackung ist oft die größte "vergessene" Kostenposition bei Meal Kits. Rechne mit diesen durchschnittlichen Preisen:
- Kartonschachtel: €0,80 - €1,50 pro Stück
- Kühlakku: €0,40 - €0,80 pro Stück
- Vakuumbeutel: €0,10 - €0,25 pro Beutel
- Etiketten und Aufkleber: €0,05 - €0,15 pro Kit
- Anleitekarten: €0,20 - €0,40 pro Karte
💡 Beispiel: Premium-Verpackung
Für ein Premium Meal Kit (€35+ Verkaufspreis):
- Stabile Kartonschachtel: €1,20
- Isolierte Innenverpackung: €0,60
- 4 Vakuumbeutel: €0,60
- Glänzende Rezeptkarte: €0,35
- Branded Aufkleber: €0,15
Gesamtverpackung: €2,90
Lieferkosten verteilen
Lieferkosten sind oft pro Bestellung, nicht pro Kit. Wenn jemand 3 Kits bestellt, verteilst du die Lieferkosten auf 3 Kits.
Formel Lieferkosten pro Kit:
Lieferkosten pro Kit = Gesamtlieferkosten / Durchschnittliche Anzahl Kits pro Bestellung
💡 Beispiel: Lieferkosten verteilen
Lieferkosten: €6,50 pro Bestellung
Durchschnittlich 2,2 Kits pro Bestellung
Lieferkosten pro Kit: €6,50 / 2,2 = €2,95
Übliche Margen für Meal Kits
Meal Kits haben oft eine niedrigere Marge als Restaurantgerichte aufgrund der zusätzlichen Verpackungs- und Lieferkosten. Übliche Margen:
- Budget Kits (€15-20): 25-35% Marge
- Premium Kits (€25-35): 35-45% Marge
- Luxus Kits (€40+): 40-50% Marge
⚠️ Achtung:
Eine Marge von 20% oder weniger bei Meal Kits ist oft zu niedrig, um nach allen Gemeinkosten rentabel zu sein.
Tracking und Optimierung
Behalte im Auge, welche Kits am besten laufen und wo du optimieren kannst. Überprüfe monatlich:
- Welche Zutaten sind teurer geworden?
- Kannst du Verpackungskosten durch größere Mengen senken?
- Steigt deine durchschnittliche Bestellung (mehr Kits pro Bestellung)?
Mit einem System wie KitchenNmbrs kannst du für jedes Meal Kit die exakte Kostpreis verfolgen, einschließlich aller Verpackungs- und Lieferkosten.
Wie berechnest du die Marge auf ein Meal Kit? (Schritt für Schritt)
Berechne alle Zutatenkosten
Addiere alle Zutaten, die in das Kit gehen, einschließlich Gewürze, Öl und kleine Artikel. Vergiss keine Komponente, auch nicht die 'günstigen' wie Salz oder Pfeffer.
Addiere Verpackungs- und Anleitekosten
Rechne Schachtel, Fächer, Kühlakkus, Etiketten und Rezeptkarten ein. Das läuft oft auf €2-4 pro Kit auf, je nach deinem Verpackungsniveau.
Verteile Lieferkosten auf durchschnittliche Anzahl Kits
Teile deine Lieferkosten durch die durchschnittliche Anzahl Kits pro Bestellung. Wenn Leute normalerweise 2 Kits bei €6 Lieferkosten bestellen, sind das €3 pro Kit.
Berechne Verkaufspreis ohne MwSt.
Teile deinen Verkaufspreis durch 1,09, um den Preis ohne 9% MwSt. zu erhalten. Das ist dein echtes Einkommen pro Kit für die Margeberechnung.
Ziehe alle Kosten vom Verkaufspreis ab
Verkaufspreis ohne MwSt. minus alle Kosten (Zutaten + Verpackung + Lieferung) = deine Marge in Euro. Teile durch Verkaufspreis für Marge-Prozentsatz.
✨ Pro tip
Überprüfe deine 3 meistverkauften Kits monatlich auf Kostpreis. Wenn eine Zutat 20% teurer wird, kann das deine Marge von 35% auf 28% senken, ohne dass du es merkst.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Muss ich MwSt. in meine Meal Kit Berechnung einbeziehen?
Nein, rechne immer ohne MwSt. Meal Kits fallen unter 9% MwSt. Teile deinen Verkaufspreis durch 1,09, um den Preis ohne MwSt. für deine Margeberechnung zu erhalten.
Was ist eine realistische Marge für Meal Kits?
Zwischen 25-45%, je nach deinem Preispunkt. Budget Kits haben oft 25-35% Marge, Premium Kits 35-45%. Weniger als 25% ist oft zu niedrig für Rentabilität.
Wie rechne ich Lieferkosten pro Kit, wenn Leute mehrere Kits bestellen?
Teile deine Gesamtlieferkosten durch die durchschnittliche Anzahl Kits pro Bestellung. Bei €6 Lieferkosten und durchschnittlich 2 Kits pro Bestellung rechnest du €3 Lieferkosten pro Kit.
Welche Verpackungskosten darf ich vergessen?
Keine. Rechne Schachtel, Fächer, Kühlakkus, Etiketten, Anleitekarten und Aufkleber alle ein. Das läuft oft auf €2-4 pro Kit auf und hat großen Einfluss auf deine Marge.
Kann ich die gleichen Lebensmittelkosten wie für Restaurantgerichte verwenden?
Nein, Meal Kits haben zusätzliche Kosten (Verpackung, Anleitungen, Lieferung), die Restaurantgerichte nicht haben. Daher ist dein Gesamtkostpreis höher und die Marge anders.
Wie oft sollte ich meine Meal Kit Preise überprüfen?
Mindestens monatlich. Zutatenprise und Verpackungskosten können sich ändern. Auch deine durchschnittliche Bestellung kann sich ändern, was Auswirkungen auf Lieferkosten pro Kit hat.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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