Lieferkonzepte, bei denen Kunden ihre Mahlzeit selbst zusammenstellen, haben eine komplexere Margenberechnung als Standardgerichte. Du musst verschiedene Kombinationen, Verpackungskosten und Plattformgebühren berücksichtigen. Dieser Artikel zeigt dir Schritt für Schritt, wie du eine rentable Marge für modulare Mahlzeiten berechnest.
Warum zusammenstellbare Mahlzeiten anders sind
Bei einem Standardgericht weißt du genau, was drin ist. Bei zusammenstellbaren Mahlzeiten wählt der Kunde selbst: Basis (Reis, Pasta, Salat), Protein (Huhn, Rind, Fisch), Gemüse und Sauce. Jede Kombination hat andere Kosten.
⚠️ Achtung:
Viele Unternehmer rechnen mit der günstigsten Kombination, aber Kunden wählen oft die teuersten Zutaten. Rechne daher mit realistischen Durchschnitten.
Berechne die durchschnittlichen Zutatenkosten
Analysiere, was Kunden wirklich bestellen. Nicht, was sie bestellen könnten, sondern was sie tatsächlich wählen.
💡 Beispiel:
Poke-Bowl-Konzept – Analyse von 100 Bestellungen:
- Basis: 60% Reis (€0,40), 30% Quinoa (€0,80), 10% Salat (€0,60)
- Protein: 50% Lachs (€3,20), 30% Huhn (€1,80), 20% Tofu (€1,20)
- Toppings: durchschnittlich 4 Stück à €0,30
Durchschnittliche Zutatenkosten: €6,24 pro Bowl
Berechne pro Kategorie den gewichteten Durchschnitt: (Prozentsatz × Kosten) jeder Zutat addieren.
Addiere Verpackungskosten
Lieferung hat zusätzliche Kosten, die du beim Restaurantservice nicht hast. Diese machen oft 10-15% deiner Gesamtkosten aus.
- Primäre Verpackung: Behälter, Deckel (€0,35-0,65)
- Besteck und Servietten: (€0,08-0,15)
- Tüten und Etiketten: (€0,10-0,20)
- Isolierung (bei warmen Gerichten): (€0,05-0,15)
💡 Beispiel:
Verpackungskosten Poke-Bowl:
- Kartonbehälter + Deckel: €0,45
- Holzlöffel + Serviette: €0,12
- Papiertüte + Aufkleber: €0,15
Gesamte Verpackung: €0,72
Berücksichtige Plattformgebühren in deinem Kostenpreis
Lieferplattformen berechnen 15-30% Provision auf deinen Bestellwert. Das musst du in deine Margenberechnung einbeziehen, nicht am Ende abziehen.
Tatsächliche Kosten = Zutaten + Verpackung + (Verkaufspreis × Plattform %)
💡 Beispiel:
Poke-Bowl Verkaufspreis €14,50 (inkl. 9% MwSt.):
- Verkaufspreis exkl. MwSt.: €13,30
- Zutaten: €6,24
- Verpackung: €0,72
- Plattformgebühr (22%): €2,93
Gesamtkosten: €9,89 → Marge: €3,41 (25,6%)
Optimiere deine Zusammenstellung
Mit modularen Mahlzeiten kannst du Kunden subtil zu rentablen Kombinationen lenken.
- Mache teure Zutaten zu "Premium": Aufschlag für Lachs, Avocado
- Begrenzte kostenlose Toppings: erste 3 kostenlos, danach €0,50 extra
- Bewirbe rentable Basen: Reis und Pasta haben bessere Margen als Quinoa
⚠️ Achtung:
Berechne deine Durchschnitte alle 2-3 Monate neu. Kundenverhalten ändert sich, und Lieferantenpreise auch.
Wie berechnest du die Marge bei zusammenstellbaren Liefermahlzeiten? (Schritt für Schritt)
Analysiere 50-100 aktuelle Bestellungen
Notiere pro Kategorie (Basis, Protein, Toppings), was Kunden wirklich wählen. Nicht, was möglich ist, sondern was tatsächlich bestellt wird. Das gibt dir realistische Prozentsätze pro Zutat.
Berechne gewichtete durchschnittliche Zutatenkosten
Pro Kategorie: multipliziere den Prozentsatz der Kunden × Kosten pro Zutat, addiere alles. Das gibt dir die durchschnittlichen Zutatenkosten pro Mahlzeit.
Addiere Verpackung und Plattformgebühren
Verpackungskosten (Behälter, Besteck, Tüte) + Plattformprovision (15-30% des Verkaufspreises). Das sind deine Gesamtkosten pro Bestellung.
Berechne deine Nettomarge
Verkaufspreis exkl. MwSt. minus Gesamtkosten = Nettomarge. Strebe nach mindestens 20-25% Marge nach allen Kosten für ein gesundes Lieferkonzept an.
✨ Pro tip
Überprüfe deine 5 beliebtesten Kombinationen separat. Wenn diese rentabel sind, hast du 80% deines Umsatzes unter Kontrolle.
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Häufig gestellte Fragen
Muss ich MwSt. in meine Margenberechnung einbeziehen?
Nein, rechne immer mit Preisen exkl. MwSt. Lieferverpflegung fällt unter 9% MwSt. Eine Bowl von €14,50 inkl. MwSt. ist €13,30 exkl. MwSt. für deine Margenberechnung.
Wie oft muss ich meine Durchschnitte neu berechnen?
Alle 2-3 Monate, oder wenn du merkst, dass deine Marge sinkt. Kundenverhalten ändert sich je nach Jahreszeit, und Lieferantenpreise steigen regelmäßig.
Was ist, wenn Kunden hauptsächlich die teuersten Zutaten wählen?
Dann musst du deine Preisgestaltung anpassen oder Aufschläge für Premium-Zutaten einführen. Du kannst nicht strukturell Verlust bei beliebten Kombinationen machen.
Sind Plattformgebühren von der MwSt. abzugsfähig?
Plattformgebühren sind Betriebskosten und daher abzugsfähig, aber berücksichtige sie in deiner Kostenkalkulation. Sonst sieht deine Marge höher aus, als sie wirklich ist.
Welche Marge ist normal für Lieferkonzepte?
Nach allen Kosten (Zutaten, Verpackung, Plattform) strebst du nach 20-25% Nettomarge an. Das ist niedriger als Restaurantservice, aber du hast auch weniger Personalkosten.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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