Ein Wochenmenu-Lieferkonzept hat eine andere Margenstruktur als normale Lieferungen. Du verkaufst fünf Mahlzeiten auf einmal, wodurch du Einkaufsvorteil nutzen kannst, aber auch mehr Risiko für Verschwendung hast. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie du die Marge berechnest und welche Kosten du nicht vergessen darfst.
Was macht Wochenmenu-Lieferung anders?
Bei einem Wochenmenu verkaufst du fünf Mahlzeiten auf einmal an einen Kunden. Das hat Vor- und Nachteile für deine Marge:
- Du kannst größere Mengen einkaufen (Skaleneffekt)
- Weniger Verpackungskosten pro Mahlzeit
- Höherer durchschnittlicher Bestellwert (weniger Plattformkosten pro Euro Umsatz)
- Aber: mehr Risiko für Verschwendung, wenn du falsch kalkulierst
Berechne deine Gesamtkostpreis pro Wochenmenu
Für ein Wochenmenu addierst du alle Kosten zusammen. Vergiss keine Kostenposition:
💡 Beispiel Wochenmenu "Gesunde Woche":
5 Mahlzeiten für €49,50 (inkl. 19% MwSt.)
- Zutaten alle 5 Mahlzeiten: €16,80
- Verpackung (5 Behälter + Tasche): €2,10
- Plattformkosten (25% von €49,50): €12,38
- Lieferkosten: €3,50
Gesamtkosten: €34,78
Berechne, was dir bleibt
Deine Marge ist das, was nach allen Kosten übrig bleibt. Achtung: Rechne immer mit dem Preis ohne MwSt.
💡 Margenberechnung:
- Verkaufspreis: €49,50 inkl. MwSt.
- Verkaufspreis ohne MwSt.: €49,50 / 1,19 = €41,60
- Gesamtkosten: €34,78
- Bruttomarge: €41,60 - €34,78 = €6,82
- Margenprozentsatz: (€6,82 / €41,60) × 100 = 16,4%
⚠️ Achtung:
Diese 16,4% Marge müssen auch deine Fixkosten decken (Miete, Personal, Versicherungen). Für ein gesundes Liefergeschäft brauchst du mindestens 15-20% Nettomarge nach allen Kosten.
Plattformkosten können deine Marge aufzehren
Lieferplattformen berechnen 15-30% Provision. Bei Wochenmenues ist das ein erheblicher Betrag, weil dein Bestellwert höher ist.
💡 Auswirkung Plattformkosten:
Wochenmenu €49,50 über Lieferplattform (25% Provision):
- Provision: €12,38
- Gleiches Menu über eigene Website: €0 Provision
- Unterschied im Gewinn: €12,38 pro Wochenmenu
Bei 50 Wochenmenues pro Woche spart dir das €619 pro Woche!
Verpackungskosten schätzen
Wochenmenues haben relativ niedrigere Verpackungskosten pro Mahlzeit, aber addiere alles auf:
- Mahlzeitbehälter: €0,35 pro Stück × 5 = €1,75
- Tragetasche oder Karton: €0,25
- Aufkleber und Flyer: €0,10
- Gesamte Verpackung: etwa €2,10 pro Wochenmenu
Überprüfe deine Lebensmittelkosten pro einzelner Mahlzeit
Obwohl du ein Wochenmenu verkaufst, überprüfe auch, ob jede einzelne Mahlzeit rentabel wäre:
💡 Kontrolle pro Mahlzeit:
Wochenmenu €49,50 = €9,90 pro Mahlzeit ohne MwSt.
- Mahlzeit 1 (Pasta): €3,20 Zutaten = 32% Lebensmittelkosten
- Mahlzeit 2 (Huhn): €4,10 Zutaten = 41% Lebensmittelkosten
- Mahlzeit 3 (Fisch): €4,80 Zutaten = 48% Lebensmittelkosten
Mahlzeit 3 ist zu teuer. Passe das Rezept an oder erhöhe den Wochenmenu-Preis.
⚠️ Achtung:
Eine Lebensmittelkostenquote über 40% pro Mahlzeit ist problematisch. Dein Wochenmenu sieht rentabel aus, aber du verlierst Geld bei teuren Mahlzeiten.
Skaleneffekt beim Einkauf nutzen
Mit Wochenmenues kannst du größere Mengen einkaufen. Das senkt deinen Einkaufspreis:
- Huhn: von €8,50/kg auf €7,20/kg bei 20kg Abnahme
- Gemüse: Saisoneinkauf für die ganze Woche
- Verpackung: Großeinkauf für niedrigeren Preis pro Stück
Dieser Skaleneffekt kann deine Lebensmittelkosten um 2-5% verbessern im Vergleich zu einzelnen Mahlzeiten.
Wie berechnest du die Marge auf einem Wochenmenu? (Schritt für Schritt)
Addiere alle Zutatenkosten auf
Berechne die Kostpreis aller fünf Mahlzeiten zusammen. Zähle auch Gewürze, Öl und Garnitur mit. Überprüfe, ob du Skaleneffekt bei größeren Einkäufen nutzen kannst.
Rechne Verpackung und Lieferung hinzu
Addiere Verpackungskosten (Behälter, Taschen, Aufkleber) plus Lieferkosten. Für Wochenmenues ist das relativ niedriger pro Mahlzeit als bei einzelnen Bestellungen.
Ziehe Plattformkosten von deinem Verkaufspreis ab
Lieferplattformen berechnen 15-30% Provision. Bei einem Wochenmenu von €50 sind das €7,50-€15,00. Rechne mit deinem Verkaufspreis ohne MwSt. (dividiert durch 1,19).
Berechne dein Margenprozentsatz
Ziehe alle Kosten von deinem Verkaufspreis ohne MwSt. ab. Teile das Ergebnis durch deinen Verkaufspreis und multipliziere mit 100 für dein Margenprozentsatz.
✨ Pro tip
Überprüfe deine Marge nicht nur auf das gesamte Wochenmenu, sondern auch pro einzelner Mahlzeit. Eine teure Fischmahlzeit kann dein ganzes Wochenmenu unrentabel machen, auch wenn der Gesamtpreis gut aussieht.
Selbst berechnen?
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Häufig gestellte Fragen
Was ist eine gesunde Marge für Wochenmenu-Lieferung?
Eine Bruttomarge von 25-35% ist üblich für Wochenmenues. Das muss deine Fixkosten decken, also wird deine Nettomarge 15-25%. Weniger als 20% Brutto wird schwierig.
Muss ich MwSt. in meine Margenberechnung einbeziehen?
Nein, rechne immer mit Preisen ohne MwSt. Die MwSt. (19% auf Lebensmittel) gibst du an das Finanzamt weiter, also zählt sie nicht für deine Marge.
Wie verhindere ich Verschwendung bei Wochenmenues?
Plane deinen Verkauf gut und bestelle Zutaten erst, wenn du genug Wochenmenues verkauft hast. Beginne mit einer begrenzten Anzahl pro Woche und skaliere langsam auf.
Sind Plattformkosten bei Wochenmenues niedriger?
Der Prozentsatz bleibt gleich (15-30%), aber pro Mahlzeit zahlst du weniger Provision, weil dein Bestellwert höher ist. Ein Wochenmenu von €50 ist effizienter als 5× €10 Bestellungen.
Kann ich unterschiedliche Preise pro Mahlzeit berechnen?
Ja, teure Mahlzeiten (Fisch, Fleisch) dürfen mehr kosten als günstige (Pasta, vegetarisch). Achte darauf, dass deine durchschnittliche Lebensmittelkostenquote unter 35% für das ganze Wochenmenu bleibt.
Wie oft muss ich meine Wochenmenu-Preise anpassen?
Überprüfe monatlich, ob deine Zutatenprise noch stimmen. Lieferanten erhöhen regelmäßig Preise. Passe deinen Wochenmenu-Preis an, wenn deine Marge unter 25% fällt.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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