Catering-Lieferung hat eine andere Kostenstruktur als Restaurantservice. Plattformgebühren, Verpackungskosten und Lieferlogistik beeinflussen deine Marge. Hier lernst du Schritt für Schritt, wie du die tatsächliche Rentabilität beider berechnest.
Der Unterschied in der Kostenstruktur
Eine Catering-Lieferbestellung scheint rentabler zu sein, weil du keine Bedienung bezahlen musst. Aber es kommen andere Kosten hinzu, die deine Marge aufzehren können.
💡 Beispiel Catering-Lieferbestellung:
Geschäftslunch für 20 Personen, €25 pro Person = €500 Bestellwert
- Plattformgebühr (20%): €100
- Verpackungskosten: €35
- Lieferkosten: €15
- Lebensmittelkosten (30%): €150
Nettoumsatz: €200 von €500 (40% Marge)
💡 Beispiel Restaurantbuchung:
Tisch für 4 Personen, durchschnittliche Rechnung €120
- Lebensmittelkosten (30%): €36
- Bedienung (2 Stunden × €15): €30
- Sonstige Betriebskosten: €15
Nettogewinn: €39 von €120 (32,5% Marge)
Plattformgebühren korrekt berechnen
Lieferplattformen berechnen normalerweise einen Prozentsatz des Gesamtbestellwerts einschließlich MwSt. Dieser Prozentsatz variiert zwischen 15-30% je nach deinem Vertrag.
⚠️ Achtung:
Plattformgebühren werden auf den Preis inklusive MwSt. berechnet, aber deine Marge berechnest du ohne MwSt. Dies verstärkt die Auswirkung der Plattformgebühr auf deine tatsächliche Marge.
Die Formel für deinen tatsächlichen Umsatz nach Plattformgebühr:
Nettoumsatz = (Bestellwert inkl. MwSt. × (100% - Plattformgebühr %)) / 1,09
Verpackungskosten berücksichtigen
Bei Catering-Lieferung kommen zusätzliche Verpackungskosten hinzu, die du beim Restaurantservice nicht hast:
- Einwegbehälter: €0,50 - €1,50 pro Portion
- Besteck und Servietten: €0,20 pro Set
- Tragetaschen: €0,30 - €0,50 pro Bestellung
- Isoliertaschen für warme Gerichte: €2-5 pro Bestellung
Addiere diese Kosten zu deinen Lebensmittelkosten für die tatsächliche Kostenkalkulation pro Portion.
Liefer- und Logistikkosten
Auch wenn die Plattform die Lieferung regelt, hast du oft zusätzliche Kosten:
- Zusätzliches Personal zum Verpacken und Vorbereiten
- Längere Vorbereitungszeit (alles muss gleichzeitig fertig sein)
- Qualitätsverlust während des Transports (Kosten für Reklamationen/Retouren)
💡 Rechenbeispiel Gesamtmarge:
Catering-Bestellung €300 inkl. MwSt. über Lieferando
- Plattformgebühr 25%: €75
- Nettoumsatz: €225 / 1,09 = €206,42 ohne MwSt.
- Lebensmittelkosten + Verpackung: €90
- Zusätzliches Personal: €25
Nettogewinn: €91,42 (44% des Umsatzes ohne MwSt.)
Wann ist Catering-Lieferung rentabler
Trotz der zusätzlichen Kosten kann Catering-Lieferung rentabler sein, weil:
- Höherer durchschnittlicher Bestellwert pro Kunde
- Effizientere Küchenplanung (große Chargen)
- Keine Kosten für Tischbedienung und Abwaschen
- Weniger Overhead (weniger Platz, weniger Personal)
Die Gewinnschwelle liegt normalerweise bei einer Mindestbestellwert von €150-200 für Catering-Lieferung.
Wie berechnest du die Marge pro Bestellungstyp?
Berechne deinen Nettoumsatz nach Plattformgebühren
Ziehe die Plattformgebühr vom Bestellwert ab und teile durch 1,09 für den Umsatz ohne MwSt. Bei einer €300 Bestellung mit 25% Plattformgebühr: (€300 - €75) / 1,09 = €206,42 ohne MwSt.
Addiere alle zusätzlichen Kosten
Rechne Lebensmittelkosten, Verpackungskosten, Lieferkosten und zusätzliches Personal zusammen. Bei Catering addierst du auch Logistikkosten wie zusätzliche Vorbereitungszeit und Verpackungsarbeit.
Vergleiche den Nettogewinn pro Typ
Ziehe alle Kosten von deinem Nettoumsatz ab. Teile das Ergebnis durch den Nettoumsatz für deinen Gewinnmargenprozentsatz. Vergleiche dies zwischen Catering-Lieferung und Restaurantservice, um zu sehen, was mehr bringt.
✨ Pro tip
Überprüfe deine Margen pro Plattform separat. Lieferando, Uber Eats und Deliveroo haben unterschiedliche Gebührenstrukturen. Konzentriere dich auf die Plattform, die dir den höchsten Nettogewinn bringt, nicht unbedingt das meiste Volumen.
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Häufig gestellte Fragen
Sollte ich unterschiedliche Preise für Lieferung versus Restaurant berechnen?
Ja, das ist logisch. Viele Restaurants berechnen 10-20% mehr für Lieferbestellungen, um Plattformgebühren und Verpackungskosten auszugleichen. Gäste akzeptieren dies normalerweise, weil sie die Bequemlichkeit der Lieferung schätzen.
Wie rechne ich Verpackungskosten in meinen Menüpreis ein?
Addiere alle Verpackungskosten pro Portion und berücksichtige dies in deinen Lebensmittelkosten. Eine Portion, die normalerweise €8 Lebensmittelkosten hat, wird mit €1,20 Verpackungskosten zu €9,20. Passe deinen Mindestverkaufspreis entsprechend an.
Was ist eine realistische Marge für Catering-Lieferung?
Durch Plattformgebühren und Verpackungskosten liegt eine realistische Nettomarge für Catering-Lieferung zwischen 35-45%, gegenüber 30-40% für Restaurantservice. Der höhere Bestellwert kompensiert oft die zusätzlichen Kosten.
Wann ist eine Catering-Lieferbestellung rentabler als Restaurantservice?
Ab einem Bestellwert von etwa €150-200 wird Catering-Lieferung normalerweise rentabler. Die Effizienz großer Chargen und das Wegfallen der Bedienung wiegen dann gegen Plattformgebühren und Verpackungskosten auf.
Wie verhindere ich, dass Plattformgebühren meinen Gewinn aufzehren?
Berechne deinen Break-Even-Punkt inklusive Plattformgebühren und passe deine Preise entsprechend an. Fördern auch direkte Bestellungen über deine eigene Website mit Rabatten - dann sparst du die Plattformgebühr.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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