Rückgabeverpackungen bei Meal Boxes sind eine versteckte Kostenposition, die deine Gewinnmarge beeinflusst. Viele Unternehmer vergessen diese Kosten in ihre Kalkulation einzubeziehen, wodurch sie unbewusst Geld verlieren. In diesem Artikel lernst du genau, wie du diese Kosten berechnest und in deine Preisgestaltung einkalkulierst.
Was sind Rückgabeverpackungskosten?
Bei Meal Boxes verwendest du oft wiederverwendbare Verpackungen, die Kunden zurückbringen müssen. Denk an:
- Glaspots und Behälter
- Edelstahlbehälter
- Kunststoffboxen mit Deckel
- Isoliertaschen oder Kühlboxen
- Pfand auf Glasflaschen
Diese Verpackungen kosten Geld, kommen aber nicht immer zurück. Diesen Verlust musst du einkalkulieren.
⚠️ Achtung:
Viele Unternehmer rechnen nur mit den Kosten für Zutaten, vergessen aber die Verpackungskosten. Bei Meal Boxes können diese 5-15% deiner Gesamtkosten ausmachen.
Berechne deine Rückgabequote
Zunächst musst du wissen, wie viel Prozent deiner Verpackungen zurückkommt. Verfolge dies mindestens 3 Monate lang für einen zuverlässigen Durchschnitt.
💡 Beispiel Rückgabequoten:
- Glaspots: 75% kommen zurück
- Kunststoffbehälter: 60% kommen zurück
- Kühlboxen: 85% kommen zurück
- Edelstahlbehälter: 70% kommen zurück
Das bedeutet, dass 15-40% deiner Verpackungen verloren gehen.
Formel für Verpackungskosten pro Portion
Die Formel zur Berechnung der Verpackungskosten pro Portion:
Verpackungskosten pro Portion = (Einkaufspreis Verpackung / Erwartete Anzahl Wiederverwendungen) + Reinigungskosten
Wobei: Erwartete Anzahl Wiederverwendungen = 1 / (1 - Rückgabequote)
💡 Beispielberechnung:
Glaspot kostet €2,50, Rückgabequote 75%
- Erwartete Wiederverwendung: 1 / (1 - 0,75) = 4 mal
- Kosten pro Verwendung: €2,50 / 4 = €0,63
- Reinigungskosten: €0,15 pro Pot
Gesamte Verpackungskosten: €0,63 + €0,15 = €0,78 pro Portion
Verschiedene Kostenkomponenten
Bei Rückgabeverpackungen hast du mehrere Kostenpositionen:
- Anschaffungskosten: Der Einkaufspreis der Verpackung
- Verlustkosten: Verpackungen, die nicht zurückkommt
- Reinigungskosten: Zeit und Mittel zum Reinigen
- Lagerungskosten: Platz für leere Verpackungen
- Verwaltungskosten: Nachverfolgung von aus- und eingegangenen Verpackungen
💡 Vollständiges Kostenbeispiel:
Meal Box mit 3 Glaspots (€2,50 pro Stück), Rückgabequote 75%
- Verpackungskosten: 3 × €0,63 = €1,89
- Reinigungskosten: 3 × €0,15 = €0,45
- Verwaltung: €0,10 pro Box
Gesamtkosten pro Meal Box: €2,44
Auswirkung auf deine Foodcost
Diese Verpackungskosten addierst du zu deinen Zutatenkosten für die Gesamtkalkulation. Bei Meal Boxes ist es normal, dass deine 'Foodcost' durch Verpackungskosten höher ausfällt.
⚠️ Achtung:
Rechne Verpackungskosten IMMER in deine Kalkulation ein. Sonst sieht deine Marge höher aus als sie wirklich ist. Bei Lieferdiensten kann deine gesamte 'Foodcost' inklusive Verpackung 35-45% betragen.
Pfand als Alternative
Einige Meal Box Services arbeiten mit Pfand, um die Rückgabequote zu erhöhen. Kunden zahlen beispielsweise €1,00 Pfand pro Pot, das sie bei Rückgabe zurückbekommen.
- Vorteil: Höhere Rückgabequote (oft 90%+)
- Nachteil: Zusätzliche Verwaltung und Cashflow-Auswirkungen
- Nachteil: Kann Kunden abschrecken
Optimierung von Rückgabeverpackungen
Um deine Kosten zu senken, kannst du:
- Rückgabequote erhöhen: Klare Kommunikation, Erinnerungen, Belohnungssystem
- Günstigere Verpackungen: Aber achte auf Qualität und Optik
- Standardisieren: Weniger verschiedene Formate = effizienter
- Alternative Materialien: Einige Materialien sind langlebiger und günstiger
💡 Praktischer Tipp:
Biete Kunden einen Rabatt von €0,50 pro zurückgebrachter leerer Verpackung. Dies erhöht deine Rückgabequote und Kunden schätzen die Belohnung. Der Rabatt ist oft geringer als die Ersatzkosten.
Wie berechnest du Rückgabeverpackungskosten? (Schritt für Schritt)
Verfolge deine Rückgabequote
Notiere 3 Monate lang, wie viele Verpackungen du ausgibst und wie viele zurückkommen. Berechne das Prozentsatz pro Verpackungstyp. Dies gibt dir einen zuverlässigen Durchschnitt zum Rechnen.
Berechne Kosten pro Wiederverwendung
Teile den Einkaufspreis jeder Verpackung durch die erwartete Anzahl der Wiederverwendungen. Formel: Erwartete Wiederverwendung = 1 geteilt durch (1 minus Rückgabequote). Ein Pot von €2,50 mit 75% Rückgabequote wird 4 mal wiederverwendet.
Addiere alle zusätzlichen Kosten
Füge Reinigungskosten, Lagerung und Verwaltung zu deinen Verpackungskosten pro Portion hinzu. Addiere diesen Betrag zu deinen Zutatenkosten für deine Gesamtkalkulation. Berechne damit deinen Foodcost Prozentsatz.
✨ Pro tip
Überprüfe monatlich deine Rückgabequoten pro Verpackungstyp. Einige Verpackungen kommen viel weniger zurück als andere, und das kann deine Kalkulation erheblich beeinflussen.
Selbst berechnen?
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Häufig gestellte Fragen
Muss ich MwSt. auf Pfand für Verpackungen zahlen?
Nein, Pfand ist keine Umsatzerlös sondern eine Kaution. Du zahlst nur MwSt. auf den Betrag, den du endgültig für deine Mahlzeit erhältst. Das Pfand gibst du dem Kunden schließlich zurück.
Was ist, wenn meine Rückgabequote sehr niedrig ist, zum Beispiel 40%?
Dann werden deine Verpackungskosten pro Portion viel höher. Erwäge, auf Einwegverpackungen umzusteigen oder Pfand einzuführen. Manchmal ist Einweg letztendlich günstiger als Rückgabe mit niedrigen Rückgabequoten.
Wie berechne ich Reinigungskosten für Rückgabeverpackungen?
Berechne die Zeit, die es kostet, Verpackungen zu waschen und zu kontrollieren, multipliziere mit deinem Stundensatz. Addiere Seife und Wasser hinzu. Im Durchschnitt kostet das Reinigen eines Pots oder Behälters €0,10 bis €0,20.
Kann ich Rückgabeverpackungskosten in meinen Menüpreis einrechnen?
Ja, diese Kosten gehören zu deiner Kalkulation wie Zutaten. Addiere Verpackungskosten zu deiner Foodcost und berechne darauf deinen Verkaufspreis. Bei Meal Boxes ist eine gesamte 'Foodcost' von 35-45% inklusive Verpackung normal.
Wie motiviere ich Kunden, Verpackungen zurückzubringen?
Biete einen kleinen Rabatt für zurückgebrachte leere Verpackungen, sende Erinnerungen, mache die Rückgabe einfach (mehrere Standorte) und kommuniziere über Nachhaltigkeit. Ein Belohnungssystem funktioniert oft besser als nur Pfand.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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