Ein Lieferkonzept kann rentabel sein, aber nur wenn du vorher durchrechnest, was es kostet. Viele Unternehmer unterschätzen die Plattformgebühren, Verpackung und andere versteckte Kosten. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie du berechnest, ob deine Lieferidee finanziell machbar ist, bevor du investierst.
Sammle alle Kostenpositionen
Bei einem Lieferkonzept hast du andere Kosten als in einem normalen Restaurant. Plattformgebühren, Verpackung und Lieferung machen es komplexer.
💡 Beispiel Kostenpositionen Dark Kitchen:
- Küchenmiete: €2.500/Monat
- Personal (2 Köche): €6.000/Monat
- Zutaten: 30% des Umsatzes
- Plattformgebühren: 25% des Umsatzes
- Verpackungskosten: 3% des Umsatzes
- Energie & Sonstiges: €800/Monat
Berechne deine Plattformgebühren korrekt
Thuisbezorgd, Uber Eats und Deliveroo berechnen 15-30% Provision. Das kommt zu deinen normalen Kosten hinzu. Rechne zur Sicherheit mit dem höchsten Prozentsatz.
⚠️ Achtung:
Plattformgebühren werden über den gesamten Bestellwert inklusive Lieferkosten berechnet. Eine Bestellung von €20 mit €2,50 Lieferkosten bedeutet Provision über €22,50.
Rechne Verpackungskosten in deine Lebensmittelkosten ein
Verpackung kostet durchschnittlich 2-4% deines Bestellwerts. Das kommt zu deinen normalen Zutatenkosten hinzu.
💡 Beispiel Verpackungskosten:
- Hauptgang-Behälter: €0,45
- Salatbehälter: €0,25
- Saucenbehälter: €0,15
- Tasche + Servietten: €0,35
Gesamt pro Bestellung: €1,20
Bestimme deinen Mindestbestellwert
Du brauchst einen höheren durchschnittlichen Bon als in einem Restaurant, um rentabel zu sein. Berechne, was du mindestens brauchst.
Formel Mindestbestellwert:
Min. Bestellung = Fixkosten pro Bestellung / (1 - Variable Kosten %)
💡 Beispielberechnung:
Fixkosten pro Bestellung: €3,50 (Personal, Miete, Energie)
Variable Kosten: 58% (30% Lebensmittel + 25% Plattform + 3% Verpackung)
Mindestbestellung: €3,50 / (1 - 0,58) = €8,33
Teste dein Break-Even-Szenario
Berechne, wie viele Bestellungen du pro Tag brauchst, um die Gewinnschwelle zu erreichen. Das gibt dir ein realistisches Bild der Machbarkeit.
- Addiere alle Fixkosten pro Monat
- Berechne deine Marge pro durchschnittlicher Bestellung
- Teile Fixkosten durch Marge pro Bestellung
- Teile durch Anzahl der Arbeitstage für Bestellungen pro Tag
💡 Beispiel Break-Even:
- Fixkosten: €9.300/Monat
- Durchschnittliche Bestellung: €22
- Marge pro Bestellung: €9,24 (42%)
- Break-Even: 1.007 Bestellungen/Monat = 34 Bestellungen/Tag
Plane dein Betriebskapital
Du wirst erst nach 1-2 Wochen von Plattformen ausgezahlt, musst aber sofort Zutaten und Personal bezahlen. Rechne mit 2 Monaten Betriebskapital.
⚠️ Achtung:
Plattformen zahlen oft wöchentlich aus, halten aber manchmal Geld bei Reklamationen oder Rückerstattungen zurück. Rechne mit zusätzlichem Puffer.
Wie berechnest du die Machbarkeit? (Schritt für Schritt)
Erstelle eine vollständige Kostenliste
Liste alle Kosten auf: Miete, Personal, Zutaten, Plattformgebühren, Verpackung, Energie. Vergiss keine kleinen Positionen wie Reinigungsmittel oder Reparaturen.
Berechne deine tatsächlichen Lebensmittelkosten inklusive Verpackung
Addiere Zutatenkosten und Verpackungskosten. Teile durch Verkaufspreis exkl. MwSt. Halte es unter 35% für gesunde Marge.
Teste verschiedene Szenarien
Berechne Break-Even bei 25, 50 und 75 Bestellungen pro Tag. Schau, welches Szenario für deinen Standort und dein Konzept realistisch ist.
✨ Pro tip
Teste dein Konzept zuerst als Pop-up oder aus deiner bestehenden Küche, bevor du eine separate Dark Kitchen mietest. So testest du die Nachfrage ohne große Fixkosten.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Welche Plattformgebühren sollte ich einrechnen?
Rechne zur Sicherheit mit 25-30%. Thuisbezorgd und Uber Eats variieren zwischen 15-30% je nach Vertrag und Services.
Wie viele Bestellungen brauche ich mindestens pro Tag?
Das hängt von deinen Fixkosten und der Marge pro Bestellung ab. Die meisten Dark Kitchens brauchen 30-50 Bestellungen pro Tag, um Break-Even zu erreichen.
Kann ich ohne Mindestbestellwert starten?
Technisch ja, aber finanziell unklug. Kleine Bestellungen kosten dich Geld durch die Fixkosten pro Bestellung. Setze mindestens €15-20 als Untergrenze.
Muss ich MwSt. auf Plattformgebühren rechnen?
Nein, Plattformgebühren sind Kosten, die du bezahlst. Du rechnest 9% MwSt. über den Verkaufspreis deines Essens, genau wie in einem normalen Restaurant.
Wie viel Betriebskapital brauche ich?
Rechne mit 2-3 Monaten Fixkosten plus Vorräte. Plattformen zahlen wöchentlich aus, aber du musst vorfinanzieren.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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