Verpackungskosten wie Taschen, Servietten und Einwegbesteck können deinen Gewinn stillschweigend aufzehren. Viele Gastronomen vergessen, diese Kosten in ihre Preisgestaltung einzubeziehen, wodurch sie unbewusst Geld verlieren. In diesem Artikel lernst du genau, wie du diese 'unsichtbaren' Kosten berechnest und in deine Preise einarbeitest.
Warum Verpackungskosten so oft vergessen werden
Du denkst an Zutaten, Arbeit und Miete. Aber die 15 Cent für eine Tasche? Die 3 Cent für Servietten? Die rechnest du nicht mit. Das ist auch logisch - es fühlt sich nach Kleingeld an.
Aber rechne mal mit:
💡 Beispiel:
Du verkaufst 200 Abhol-Bestellungen pro Woche:
- Tasche: €0,15 × 200 = €30
- Servietten: €0,03 × 200 = €6
- Einwegbesteck: €0,08 × 200 = €16
Pro Woche: €52 | Pro Jahr: €2.704
Das sind mehr als €2.700 pro Jahr. Wenn du das nicht weitergibst, verdienst du €2.700 weniger.
Alle Verpackungskosten auf einen Blick
Diese Kosten gehören zu deinen Produktionskosten, nicht zu deinen allgemeinen Kosten:
- Taschen und Säcke - Papier oder Kunststoff
- Boxen und Behälter - für warme Gerichte
- Einwegbesteck - Gabeln, Messer, Löffel
- Servietten - oft vergessen, aber notwendig
- Saucenbehälter - für Mayonnaise, Ketchup, Dressings
- Aufkleber und Etiketten - zum Verschließen oder für Allergene
- Isolierfolie - um Wärme zu bewahren
⚠️ Achtung:
Rechne auch die 'kostenlosen' Extras mit. Die extra Portion Mayonnaise kostet dich Geld, auch wenn viele Kunden dafür nicht bezahlen.
Wie du die tatsächlichen Kosten pro Bestellung berechnest
Nimm deine letzte Rechnung von deinem Verpackungslieferanten. Teile die Gesamtkosten durch die Anzahl der Artikel, die du gekauft hast. So erhältst du den tatsächlichen Preis pro Stück.
💡 Beispielberechnung:
Verpackungsrechnung: €340 für:
- 1.000 Taschen à €0,12
- 2.000 Servietten à €0,025
- 500 Bestecksets à €0,35
Pro durchschnittliche Bestellung: €0,12 + €0,05 + €0,35 = €0,52
Bei einer Bestellung von €25 sind das 2,1% deines Umsatzes. Wenn deine Lebensmittelkosten bereits 32% sind, kommst du jetzt auf 34,1%. Das reduziert deine Marge.
Unterschiedliche Berechnung je nach Bestellungstyp
Nicht jede Bestellung verwendet gleich viel Verpackung. Unterscheide:
- Kleine Bestellungen (€10-15): oft 1 Tasche, minimales Besteck
- Familien-Bestellungen (€40+): mehrere Boxen, mehr Besteck
- Suppen und Saucen: zusätzliche Behälter und Löffel
- Salat-Bestellungen: oft separate Dressing-Behälter
💡 Praktisches Beispiel:
Pizza Margherita zum Mitnehmen vs. Familien-Deal:
- 1 Pizza: Box €0,45 + Tasche €0,12 = €0,57
- Familien-Deal: 3 Boxen €1,35 + Tasche €0,15 + Servietten €0,08 = €1,58
Unterschied: €1,01 mehr Verpackungskosten für Familien-Deal
Verarbeite die Kosten in deine Preisgestaltung
Du hast zwei Optionen: separat berechnen oder in deinen Menüpreis einarbeiten.
Option 1: Separat berechnen
"Verpackungskosten: €0,50" auf dem Beleg. Transparent, aber Kunden finden das oft lästig.
Option 2: In Menüpreis einarbeiten
Addiere Verpackungskosten zu deinen Zutatenkosten. Berechne dann deinen Verkaufspreis. Der Kunde sieht einen Preis.
⚠️ Achtung:
Wenn du Lieferplattformen nutzt (Thuisbezorgd, Uber Eats), zahlst du auch Provision auf Verpackungskosten. Rechne dort 15-30% zusätzliche Provision ein.
Überprüfe deine aktuelle Situation
Nimm dein meistverkauftes Abhol-Gericht. Addiere, was alle Verpackung kostet. Teile dies durch deinen Verkaufspreis (ohne MwSt.). Wenn dies mehr als 3% ist, verlierst du wahrscheinlich Geld.
Kontrollformel:
(Verpackungskosten / Verkaufspreis ohne MwSt.) × 100 = Verpackungs-Prozentsatz
Über 3%? Dann ist es Zeit, deine Preise anzupassen oder günstigere Verpackung zu suchen.
Wie berechnest du Verpackungskosten in deine Preise ein?
Sammle alle Verpackungsrechnungen
Nimm deine letzten 3 Rechnungen von Verpackungslieferanten. Addiere den Gesamtbetrag und teile durch die Anzahl der Artikel. So erhältst du den tatsächlichen Preis pro Tasche, Box oder Besteckset.
Berechne Kosten pro Bestellungstyp
Erstelle eine Liste deiner beliebtesten Abhol-Gerichte. Addiere pro Gericht, welche Verpackung du verwendest und was dies kostet. Eine Pizza benötigt andere Verpackung als ein Salat.
Addiere Verpackungskosten zu Zutatenkosten
Füge die Verpackungskosten zu deinen Zutatenkosten pro Gericht hinzu. Berechne dann deinen neuen Lebensmittelkostenprozentsatz. Wenn dieser über 35% liegt, erhöhe deinen Verkaufspreis.
✨ Pro tip
Überprüfe jeden Monat deine Verpackungskosten pro Bestellung. Wenn diese steigen, schau zuerst nach Verschwendung (zu viele Servietten, unnötige zusätzliche Boxen), bevor du den Preis erhöhst.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Muss ich Verpackungskosten separat an Kunden berechnen?
Das kannst du, aber die meisten Kunden finden das lästig. Besser ist es, Verpackungskosten in deinen Menüpreis einzuarbeiten. So sieht der Kunde einen klaren Preis.
Wie viel Prozent meines Umsatzes dürfen Verpackungskosten sein?
Für Abhol- und Lieferservice sind 2-4% deines Umsatzes normal für Verpackungskosten. Über 4% wird es teuer und du solltest nach günstigeren Alternativen suchen.
Berechnen Lieferplattformen Provision auf Verpackungskosten?
Ja, Plattformen wie Thuisbezorgd berechnen Provision auf den Gesamtbestellwert, einschließlich Verpackungskosten. Rechne dort 15-30% zusätzliche Provision ein.
Kann ich Verpackungskosten von der Steuer abziehen?
Verpackungskosten sind normale Betriebskosten und daher abzugsfähig. Bewahre deine Rechnungen gut auf und verarbeite sie in deiner Buchhaltung unter 'Verpackungsmaterial'.
Wie verhindere ich, dass Verpackungskosten zu hoch werden?
Kaufe in größeren Mengen für niedrigere Einkaufspreise. Vergleiche Lieferanten regelmäßig. Und verwende nicht mehr Verpackung als nötig - jede zusätzliche Serviette kostet Geld.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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