Ein Homemade-Konzept kann sehr rentabel sein, aber nur wenn du die Zahlen richtig durchrechnest. Viele Menschen unterschätzen die versteckten Kosten und überschätzen ihren Umsatz. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie du berechnest, ob dein Konzept genug einbringt, um davon zu leben.
Was sind deine wirklichen Kosten?
Die meisten Homemade-Unternehmer vergessen die Hälfte ihrer Kosten. Sie denken nur an Zutaten, vergessen aber ihre Zeit, Energie, Verpackung und Steuern.
⚠️ Achtung:
Wenn du nur auf Zutatenkosten schaust, sieht alles rentabel aus. Aber deine Zeit und andere Kosten zählen auch.
Versteckte Kosten, die du oft vergisst:
- Dein eigenes Stundenlohn (was möchtest du pro Stunde verdienen?)
- Energie (Gas, Strom zum Kochen)
- Verpackung (Boxen, Tüten, Aufkleber, Etiketten)
- Transport (Benzin, Verschleiß Auto)
- Steuern (VAT, Einkommensteuer)
- Versicherungen (Haftung, Betrieb)
- Marketing (Website, Flyer, Social Media)
Berechne deinen Mindestumsatz
Um von deinem Homemade-Konzept leben zu können, musst du mindestens deine Fixkosten decken plus ein angemessenes Einkommen.
💡 Beispiel:
Du möchtest €2.500 pro Monat verdienen und hast diese Fixkosten:
- Versicherungen: €150/Monat
- Marketing: €100/Monat
- Auto/Transport: €200/Monat
- Steuern (geschätzt): €800/Monat
Mindestumsatz: €2.500 + €1.250 = €3.750/Monat
Das bedeutet, dass du mindestens €3.750 pro Monat umsetzen musst, um €2.500 netto zu behalten.
Teste mit einem Produkt
Nimm dein meistverkauftes Produkt und rechne alle Kosten durch. Wenn dieses Produkt nicht rentabel ist, wird dein Konzept das auch nicht.
💡 Beispiel: Homemade-Kuchen
Verkaufspreis: €25,00 (inkl. 9% VAT) = €22,94 exkl. VAT
- Zutaten: €6,50
- Verpackung: €1,20
- Zeit (3 Stunden à €15): €45,00
- Energie: €2,00
Gesamtkosten: €54,70
Verlust: €54,70 - €22,94 = -€31,76
In diesem Beispiel machst du €31,76 Verlust pro Kuchen. Du müsstest den Preis auf mindestens €60,00 erhöhen, um die Gewinnschwelle zu erreichen.
Wie viel musst du verkaufen?
Teile deinen benötigten Monatsumsatz durch deinen durchschnittlichen Bestellwert. So weißt du, wie viele Bestellungen du brauchst.
Formel:
Benötigte Bestellungen = Mindestumsatz / Durchschnittlicher Bestellwert
💡 Beispiel:
Du brauchst €3.750/Monat und deine durchschnittliche Bestellung ist €35:
€3.750 / €35 = 107 Bestellungen pro Monat
Das sind etwa 25 Bestellungen pro Woche, oder 3-4 pro Tag.
Ist das realistisch für dich?
Jetzt kommt die wichtigste Frage: Kannst du diese Mengen realistisch mit deinem Konzept und verfügbarer Zeit erreichen?
- Hast du genug Zeit? 107 Bestellungen bedeuten 107× kochen, verpacken, liefern
- Hast du genug Kunden? Wo findest du 25 neue Kunden pro Woche?
- Kannst du das durchhalten? Auch wenn du krank bist oder Urlaub möchtest?
- Wächst du mit? Kannst du mehr Bestellungen annehmen, ohne die Qualität zu verlieren?
⚠️ Achtung:
Viele Homemade-Unternehmer rechnen zu optimistisch. Beginne mit 50% von dem, was du erreichen denkst.
Digitale Hilfe bei der Kostenkalkulation
Kostenkalkulation manuell zu berechnen ist zeitaufwändig und fehleranfällig. Eine App wie KitchenNmbrs hilft dir, alle Zutaten, Zeit und Kosten zu verfolgen und automatisch deine Gewinnmarge pro Produkt zu berechnen.
So siehst du sofort, welche Produkte rentabel sind und welche du anpassen oder aus deinem Sortiment streichen solltest.
Wie berechnest du, ob dein Homemade-Konzept genug einbringt? (Schritt für Schritt)
Berechne alle Kosten pro Produkt
Addiere Zutaten, Verpackung, deine Zeit (zu einem angemessenen Stundenlohn), Energie und Transport. Vergesse keine Kostenposition.
Bestimme deinen Mindestumsatz pro Monat
Addiere dein gewünschtes Einkommen zu allen Fixkosten (Versicherungen, Steuern, Marketing). Das ist dein Break-Even-Punkt.
Berechne, wie viel du verkaufen musst
Teile deinen Mindestumsatz durch deinen durchschnittlichen Bestellwert. Überprüfe, ob diese Menge realistisch für deine Situation und verfügbare Zeit ist.
✨ Pro tip
Starten Sie mit einem Produkt, das Sie perfekt durchgerechnet haben. Wenn das rentabel läuft, können Sie auf mehr Produkte ausweiten.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Muss ich VAT in meine Berechnung einbeziehen?
Ja, rechne immer mit Preisen ohne VAT. Die VAT, die du erhältst, musst du an die Steuerbehörde abführen, also gehört sie dir nicht.
Wie viel sollte ich mir pro Stunde bezahlen?
Mindestens €15-20 pro Stunde, je nach Erfahrung. Deine Zeit hat einen Wert, auch wenn du für dich selbst arbeitest.
Was ist, wenn meine Produkte zu teuer werden?
Dann musst du dein Konzept anpassen: günstigere Zutaten, effizienter arbeiten, oder ein anderes Produkt machen, das rentabel ist.
Kann ich anfangen, ohne alles durchzurechnen?
Das ist riskant. Viele Homemade-Unternehmer stellen nach Monaten fest, dass sie Verluste machen. Besser, vorher zu wissen, wo du stehst.
Wie oft sollte ich meine Preise überprüfen?
Mindestens alle 3 Monate. Zutatenprise steigen regelmäßig, also ändert sich auch deine Kostenkalkulation.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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