Frischer Orangensaft scheint einfach, aber der Kostpreis hängt von mehr ab als nur Orangen. Du musst mit Ausbeute, Fruchtfleischverlust und Arbeitskosten rechnen. In diesem Artikel lernst du, wie du den Kostpreis pro Glas genau berechnest.
Sammle alle Kostenfaktoren
Für frischen Orangensaft brauchst du mehr als nur Obst. Rechne mit diesen Kostenposten:
- Orangen: meist pro Kilo eingekauft
- Arbeitskosten: Zeit zum Pressen und Servieren
- Energiekosten: elektrische Presse oder Handpresse
- Verpackung: Glas, Strohhalm, Serviette
Berechne die Saftausbeute
Nicht jede Orange gibt gleich viel Saft. Die Ausbeute hängt von Jahreszeit, Herkunft und Reife ab.
💡 Beispiel Ausbeute-Test:
Test mit 1 kg Orangen (€2,50/kg):
- Gekauft: 1.000 Gramm
- Gepresster Saft: 650 ml
- Ausbeute: 65%
Tatsächlicher Saftpreis: €2,50 / 0,65 = €3,85 pro Liter
⚠️ Achtung:
Die Ausbeute variiert je nach Jahreszeit. Sommerorangen geben oft weniger Saft als Winter-Exemplare. Teste regelmäßig neu.
Berechne Arbeitskosten pro Glas
Frischer Saft kostet Zeit. Rechne aus, wie viel Zeit du pro Glas aufwendest:
- Pressen: 1-2 Minuten pro Glas
- Servieren: 30 Sekunden
- Presse ausspülen: verteilt auf mehrere Gläser
💡 Arbeitskosten-Berechnung:
Bei €15/Stunde Lohnkosten (inkl. Arbeitgeberabgaben):
- Zeit pro Glas: 2 Minuten = 0,033 Stunden
- Arbeitskosten: €15 × 0,033 = €0,50 pro Glas
Addiere alle Kosten
Für ein vollständiges Bild addierst du alle Kostenposten zusammen. Vergiss keinen Teil.
💡 Vollständiges Kostpreis-Beispiel (250ml Glas):
- Saft (0,25L × €3,85): €0,96
- Arbeit: €0,50
- Glas + Strohhalm: €0,15
- Energie (geschätzt): €0,05
Gesamtkostpreis: €1,66 pro Glas
Bestimme deinen Verkaufspreis
Mit dem Kostpreis kannst du einen gewinnbringenden Verkaufspreis berechnen. Für frischen Saft handhaben viele Betriebe 25-35% Lebensmittelkosten.
💡 Preisberechnung bei 30% Lebensmittelkosten:
Kostpreis €1,66, gewünschte Lebensmittelkosten 30%:
- Mindestpreis ohne MwSt.: €1,66 / 0,30 = €5,53
- Preis inkl. 19% MwSt.: €5,53 × 1,19 = €6,58
- Gerundeter Menüpreis: €6,50
Wie berechnest du den Kostpreis von frischem Orangensaft? (Schritt für Schritt)
Teste deine Saftausbeute
Kaufe 1 kg Orangen und presse sie aus. Messe, wie viel ml Saft du erhältst. Dies gibt dir das Ausbeute-Prozentsatz für deine Kostprisberechnung.
Berechne tatsächlichen Saftpreis pro Liter
Teile deinen Einkaufspreis durch die Ausbeute. Bei €2,50/kg und 65% Ausbeute: €2,50 / 0,65 = €3,85 pro Liter Saft.
Addiere alle Kostenposten
Rechne Saft, Arbeit, Verpackung und Energie zusammen. Für 250ml: Saftkosten + €0,50 Arbeit + €0,15 Verpackung + €0,05 Energie.
Bestimme Verkaufspreis mit gewünschter Marge
Teile Kostpreis durch gewünschtes Lebensmittelkosten-Prozentsatz. Bei €1,66 Kostpreis und 30% Lebensmittelkosten: €1,66 / 0,30 = €5,53 ohne MwSt.
✨ Pro tip
Presse morgens eine große Menge und lagere sie im Kühlschrank. Dies spart Arbeitskosten pro Glas und sorgt für konsistente Qualität.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Wie viele Orangen brauche ich für ein Glas?
Für 250ml Saft brauchst du etwa 400-500 Gramm Orangen, abhängig von Jahreszeit und Qualität. Teste dies selbst für genaue Zahlen.
Muss ich MwSt. in meine Kostprisberechnung einbeziehen?
Nein, rechne immer mit Preisen ohne MwSt. Für frischen Saft in Restaurants gilt 19% MwSt. Addiere dies erst bei deinem endgültigen Menüpreis.
Was ist, wenn mein Lieferant die Orangenpreise erhöht?
Aktualisiere sofort deine Kostprisberechnung. Orangenpreise schwanken stark je nach Jahreszeit. Überprüfe monatlich, ob dein Menüpreis noch zu deinen Einkaufspreisen passt.
Wie oft sollte ich meinen Ausbeute-Test wiederholen?
Teste alle 2-3 Monate neu, besonders bei Jahreswechsel. Sommerorangen geben oft 10-15% weniger Saft als Winter-Exemplare.
Sind 30% Lebensmittelkosten realistisch für frischen Saft?
Ja, frischer Saft kann 25-35% Lebensmittelkosten haben wegen des Mehrwerts. Es ist ein Premium-Produkt, für das Gäste mehr zahlen als für Packungssaft.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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