Plattformen wie Lieferando und Uber Eats nehmen 15-30% Provision von deinem Bestellwert. Hinzu kommen Rabattaktionen, die nochmal 10-20% deiner Marge aufzehren. Das Ergebnis: du machst Umsatz, verdienst aber nichts. In diesem Artikel lernst du, wie du Plattformgebühren und Rabatte in deine Preise einkalkulierst, ohne deine Speisekarte zu teuer zu machen.
Warum Plattformen deine Marge untergraben
Das Problem liegt nicht nur in der Provision. Es ist die Kombination aus Plattformgebühren, Rabattaktionen und Verpackungskosten, die deine Lebensmittelkosten unhaltbar macht.
? Beispiel:
Du verkaufst eine Pasta für €18,50 über Lieferando:
- Bestellwert: €18,50
- Plattformgebühr (25%): €4,63
- Rabatt (15%): €2,78
- Verpackungskosten: €0,85
Netto-Einnahme: €10,24
Von diesen €10,24 müssen noch deine Zutaten (€5,50), Personal und Overhead abgehen. Es bleibt nichts übrig.
Die versteckten Kosten von Rabattaktionen
Viele Unternehmer denken, dass Rabatte nur von ihrem Gewinn abgehen. Aber es ist schlimmer: du verlierst auch bei deinen Fixkosten.
- Personal: Gleiche Lohnkosten, weniger Einnahmen pro Bestellung
- Miete: Bleibt gleich, aber du verdienst weniger pro m²
- Energie: Gleiche Kosten für die Zubereitung, niedrigere Einnahmen
⚠️ Achtung:
Ein Rabatt von 20% bedeutet nicht, dass du 20% weniger Gewinn machst. Du machst oft gar keinen Gewinn mehr, weil deine Fixkosten nicht mitwachsen.
Berechne deine tatsächlichen Kosten pro Plattform
Für jede Plattform musst du die Gesamtkosten berechnen, nicht nur die Provision.
Formel tatsächliche Kosten:
Gesamtkosten % = Plattformgebühr % + Durchschnittlicher Rabatt % + (Verpackungskosten / Bestellwert × 100)
? Beispiel Uber Eats:
Durchschnittliche Bestellung €22,00:
- Plattformgebühr: 28%
- Durchschnittlicher Rabatt: 12%
- Verpackungskosten: €1,20 (= 5,5%)
Gesamtkosten: 45,5%
Von jeder €22 Bestellung bleiben also €12,00 übrig. Davon müssen deine Zutaten, Personal und Overhead noch abgehen.
Passe deine Speisekarte pro Plattform an
Die Lösung ist nicht, mit Plattformen aufzuhören, sondern intelligenter zu preisen. Viele Restaurants handhaben unterschiedliche Preise pro Kanal.
- Im Restaurant: Normale Preise
- Eigene Lieferung: +10-15% (Lieferkosten)
- Plattformen: +20-30% (Plattformgebühren + Rabatte)
Das ist normal und erlaubt. Gäste verstehen, dass Lieferung extra kostet.
Strategien zur Kontrolle von Plattformkosten
1. Selektive Rabatte
Nicht alle Gerichte müssen in jeder Aktion dabei sein. Schließe Gerichte mit niedriger Marge von Rabatten aus.
2. Mindestbestellwert erhöhen
Höhere Mindestbestellwerte verteilen die Verpackungskosten auf mehr Umsatz.
? Beispiel:
Verpackungskosten €1,50 pro Bestellung:
- Bei €15 Minimum: 10% zusätzliche Kosten
- Bei €25 Minimum: 6% zusätzliche Kosten
Das spart 4 Prozentpunkte Marge.
3. Eigenen Lieferdienst aufbauen
Für Restaurants mit vielen Lieferbestellungen kann ein eigener Lieferdienst günstiger sein als 25-30% Plattformgebühr.
Kontrolliere deine Margen pro Plattform
Halte pro Plattform fest, was du wirklich nach allen Kosten übrig behältst.
Formel Netto-Marge pro Plattform:
Netto-Marge = ((Bestellwert - Plattformgebühren - Rabatte - Verpackung - Lebensmittelkosten) / Bestellwert) × 100
⚠️ Achtung:
Wenn deine Netto-Marge unter 15% sinkt, verdienst du zu wenig, um deine Fixkosten (Miete, Personal, Abschreibungen) zu decken.
Ein System wie KitchenNmbrs hilft dir, pro Gericht und pro Plattform deine tatsächliche Marge zu berechnen, damit du weißt, welche Kombinationen rentabel sind.
Verwandte Artikel
Wie berechnest du die Auswirkung von Plattformen auf deine Marge?
Sammle alle Kosten pro Plattform
Notiere die Plattformgebühr, durchschnittliche Rabatte, die du gibst, und Verpackungskosten pro Bestellung. Addiere diese für die gesamte 'Plattformsteuer' pro Bestellung.
Berechne deine Netto-Einnahme pro Gericht
Ziehe von deinem Speisekartpreis alle Plattformkosten ab. Das ist, was du wirklich pro verkauftem Gericht über diese Plattform erhältst.
Vergleiche mit deinen Gesamtkosten
Addiere Lebensmittelkosten, einen Teil deiner Personalkosten und Overhead. Wenn dies höher ist als deine Netto-Einnahme, verlierst du Geld bei jeder Bestellung.
Passe Preise an oder beende verlustbringende Plattformen
Erhöhe deine Preise auf Plattformen, bis du mindestens 15% Netto-Marge behältst, oder beende Plattformen, wo das nicht möglich ist.
✨ Pro tip
Überprüfe jeden Monat deine drei meistverkauften Gerichte pro Plattform. Wenn diese rentabel sind, kompensiert das oft die verlustbringenden Gerichte.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Darf ich unterschiedliche Preise pro Plattform handhaben?
Was ist eine realistische Marge nach allen Plattformkosten?
Wie oft sollte ich meine Plattformpreise anpassen?
Welche Gerichte sollte ich von Rabattaktionen ausschließen?
Wann lohnt sich ein eigener Lieferdienst?
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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