Das Umsatzpotenzial deines Standorts bestimmt, ob dein Restaurant rentabel wird. Viele Unternehmer schätzen dies nach Gefühl ein, aber Fußgängerzählungen geben dir konkrete Zahlen zum Rechnen. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie du von Passanten zu realistischen Umsatzerwartungen kommst.
Warum Fußgängerzählungen wichtig sind
Ein Standort mit 1000 Passanten pro Tag hat mehr Potenzial als ein Ort mit 100. Aber es geht nicht nur um Zahlen. Du musst wissen, wie viele dieser Passanten tatsächlich deine Zielgruppe sind und bereit sind, einzutreten.
⚠️ Achtung:
Fußgängerzählungen sind keine exakte Wissenschaft. Sie geben eine Orientierung, keine Garantie. Viele andere Faktoren bestimmen deinen endgültigen Umsatz.
Die Grundformel für Umsatzpotenzial
Die Berechnung funktioniert mit diesen Schritten:
- Passanten pro Tag × Konversionsquote = Potenzielle Gäste
- Potenzielle Gäste × Durchschnittlicher Rechnungswert = Tagesumsatz
- Tagesumsatz × Arbeitstage pro Jahr = Jahresumsatz
Fußgänger zählen: praktischer Ansatz
Zähle zu verschiedenen Zeiten, um ein realistisches Bild zu bekommen:
- Wochentags: Montag, Dienstag, Mittwoch
- Wochenende: Freitag, Samstag
- Verschiedene Tageszeiten: Morgens, Mittags, Abends
- Mindestens 1 Woche lang messen
💡 Beispiel Fußgängerzählung:
Standort in Einkaufsstraße, gemessen über 1 Woche:
- Montag-Donnerstag: 800 Passanten/Tag
- Freitag-Samstag: 1.200 Passanten/Tag
- Sonntag: 400 Passanten/Tag
Durchschnitt: 857 Passanten pro Tag
Konversionsquoten nach Standorttyp
Wie viele Passanten werden tatsächlich Gäste? Das unterscheidet sich je nach Standort und Konzept:
- Belebte Einkaufsstraße: 0,5-2% (viele Menschen laufen vorbei)
- Gastronomieplatz: 3-8% (Menschen kommen für Gastronomie)
- Wohnviertel: 1-3% (fester Kundenstamm)
- Büroviertel: 2-5% (Mittags und Feierabend)
- Touristischer Standort: 1-4% (saisonal abhängig)
💡 Beispiel Konversion:
857 Passanten pro Tag in Einkaufsstraße
Konversion: 1,5% (Durchschnitt für diesen Standorttyp)
Potenzielle Gäste: 857 × 0,015 = 13 Gäste pro Tag
Durchschnittlichen Rechnungswert schätzen
Schau dir vergleichbare Betriebe in der Nähe und dein eigenes Konzept an:
- Mittagslokal: €12-18 pro Person
- Casual Dining: €25-35 pro Person
- Fine Dining: €45-75 pro Person
- Café mit Essen: €18-28 pro Person
Von Tageszahlen zum Jahresumsatz
Beachte Jahreszeiten und Arbeitstage:
- Wie viele Tage bist du offen? (300-360 Tage/Jahr)
- Gibt es ruhige/belebte Perioden?
- Ferienzeiten deiner Zielgruppe
💡 Vollständige Berechnung:
Bistro in Einkaufsstraße:
- 857 Passanten/Tag
- 1,5% Konversion = 13 Gäste/Tag
- €28 durchschnittliche Rechnung
- 350 Arbeitstage/Jahr
Jahresumsatz: 13 × €28 × 350 = €127.400
Faktoren, die deine Berechnung beeinflussen
Fußgängerzählungen sind ein Ausgangspunkt, aber beachte auch:
- Sichtbarkeit: Sieht man den Betrieb von der Straße?
- Konkurrenz: Wie viele andere Restaurants gibt es?
- Parken: Können Gäste leicht parken?
- Öffentliche Verkehrsmittel: Ist der Standort gut erreichbar?
- Zielgruppen-Match: Passen die Passanten zu deinem Konzept?
⚠️ Achtung:
Diese Berechnung zeigt dir das Potenzial, keine Garantie. Dein Marketing, deine Qualität, Service und Preis bestimmen, wie viel von diesem Potenzial du tatsächlich erreichst.
Validierung deiner Berechnung
Überprüfe dein Ergebnis durch Vergleiche mit:
- Umsatz vergleichbarer Betriebe in der Nähe
- Branchenzahlen für deinen Restauranttyp
- Gespräche mit anderen Unternehmern
- Immobilienmakler oder Vermieter (haben oft Zahlen)
Vom Potenzial zum Businessplan
Nutze dein Umsatzpotenzial, um zu überprüfen, ob dein Restaurant rentabel wird:
- Miete: Maximal 6-10% des Umsatzes
- Lebensmittelkosten: 28-35% des Umsatzes
- Personal: 25-35% des Umsatzes
- Sonstige Kosten: 15-20% des Umsatzes
Wenn diese Prozentsätze bei deinem Umsatzpotenzial nicht aufgehen, ist der Standort wahrscheinlich zu teuer oder du musst dein Konzept anpassen.
Wie berechnest du Umsatzpotenzial? (Schritt für Schritt)
Zähle Passanten zu verschiedenen Zeiten
Messe mindestens 1 Woche lang an verschiedenen Tagen und Tageszeiten. Zähle wochentags, am Wochenende und zu verschiedenen Tageszeiten, um einen realistischen Durchschnitt zu bekommen.
Bestimme deine Konversionsquote
Schätze, wie viel Prozent der Passanten potenzielle Gäste für dein Konzept sind. Nutze 0,5-2% für Einkaufsstraßen, 3-8% für Gastronomieplätze.
Berechne tägliche potenzielle Gäste
Multipliziere deine durchschnittlichen Passanten pro Tag mit der Konversionsquote. Das gibt dir die Anzahl potenzieller Gäste pro Tag.
Schätze deinen durchschnittlichen Rechnungswert
Schau dir vergleichbare Betriebe und dein eigenes Konzept an. Mittags €12-18, Casual Dining €25-35, Fine Dining €45-75 pro Person.
Rechne zum Jahresumsatz hoch
Multipliziere potenzielle Gäste × durchschnittlicher Rechnungswert × Arbeitstage pro Jahr (meist 300-360 Tage). Das ist dein theoretisches Umsatzpotenzial.
✨ Pro tip
Zähle nicht nur tagsüber, sondern auch abends. Viele Restaurants machen vor allem Abendumsatz, und dieser Passantenstrom kann ganz anders sein als tagsüber.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Wie genau sind Fußgängerzählungen für Umsatzprognosen?
Fußgängerzählungen geben eine Orientierung, keine Garantie. Sie helfen dir, das Potenzial einzuschätzen, aber dein tatsächlicher Umsatz hängt von vielen weiteren Faktoren wie Qualität, Service und Marketing ab.
Welche Konversionsquote sollte ich für mein Restaurant verwenden?
Das hängt von deinem Standort und Konzept ab. Einkaufsstraßen: 0,5-2%, Gastronomieplätze: 3-8%, Wohnviertel: 1-3%. Beginne konservativ und passe basierend auf Erfahrung an.
Muss ich Jahreszeiten in meiner Berechnung berücksichtigen?
Ja, besonders bei touristischen Standorten oder abhängig von Bürozeiten. Messe am besten in verschiedenen Jahreszeiten, oder nutze einen Durchschnitt und rechne mit ruhigen und belebten Perioden.
Wie validiere ich, ob mein Umsatzpotenzial realistisch ist?
Vergleiche mit Umsätzen vergleichbarer Betriebe in der Nähe, überprüfe Branchenzahlen und sprich mit anderen Unternehmern. Ein Immobilienmakler hat oft auch Zahlen von früheren Mietern.
Was ist, wenn mein berechneter Umsatz zu niedrig für ein rentables Restaurant ist?
Dann ist der Standort wahrscheinlich zu teuer, oder du musst dein Konzept auf einen höheren durchschnittlichen Rechnungswert oder bessere Konversion anpassen. Manchmal ist ein anderer Standort die bessere Wahl.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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