Eine zweite virtuelle Marke aus deiner bestehenden Küche kann zusätzliche Einnahmen generieren, ohne extra Mietkosten. Du brauchst aber zusätzliche Verpackungen, Marketing und möglicherweise andere Rezepte. In diesem Artikel berechnest du Schritt für Schritt, ob eine zweite Marke für deine Situation rentabel ist.
Was sind die zusätzlichen Kosten einer zweiten virtuellen Marke?
Eine virtuelle Marke nutzt dieselbe Küche, hat aber andere Kosten als deine Hauptmarke. Die wichtigsten zusätzlichen Kosten sind:
- Verpackung: Andere Behälter, Aufkleber, Tüten (€0,50-€2,00 pro Bestellung)
- Marketing: Fotografie, Social Media, Plattformwerbung (€200-€800/Monat)
- Plattformgebühr: Lieferando/Uber Eats nimmt 15-30% von jeder Bestellung
- Menuentwicklung: Zeit für neue Rezepte und Kostenkalkulation
💡 Beispiel:
Du betreibst ein italienisches Restaurant und startest die virtuelle Marke "Asian Fusion" aus derselben Küche:
- Zusätzliche Verpackung pro Bestellung: €1,20
- Marketing pro Monat: €400
- Durchschnittlicher Bestellwert: €28,00
- Plattformgebühr (25%): €7,00 pro Bestellung
Zusätzliche Kosten pro Bestellung: €8,20
Berechne deinen Break-Even-Punkt
Um rentabel zu sein, muss deine zweite Marke genug zusätzliche Einnahmen generieren, um alle zusätzlichen Kosten zu decken. Die Formel lautet:
Break-Even-Bestellungen pro Monat = Feste Monatskosten / (Durchschnittlicher Bestellwert - Variable Kosten pro Bestellung)
💡 Beispielberechnung:
Asian Fusion Marke mit diesen Zahlen:
- Feste Kosten pro Monat: €400 (Marketing)
- Durchschnittlicher Bestellwert: €28,00
- Lebensmittelkosten: €8,40 (30%)
- Verpackung: €1,20
- Plattformgebühr: €7,00
Variable Kosten pro Bestellung: €8,40 + €1,20 + €7,00 = €16,60
Break-Even: €400 / (€28,00 - €16,60) = 35 Bestellungen pro Monat
Überprüfe deine Küchenkapazität
Bevor du die Rentabilität durchrechnest, überprüfe, ob deine Küche das zusätzliche Volumen bewältigen kann. Schau dir folgende Punkte an:
- Stoßzeiten: Könnt ihr 20% mehr Bestellungen während der Spitzenzeiten bewältigen?
- Lagerbestand: Hast du Platz für Zutaten beider Marken?
- Personal: Kann dasselbe Team beide Konzepte zubereiten?
- Ausrüstung: Keine Konflikte zwischen Gerichten (z.B. Fritteuse für beide Marken)?
⚠️ Achtung:
Wenn deine zweite Marke Bestellungen von deiner Hauptmarke abzieht (Kannibalisierung), verdienst du weniger als deine Berechnung zeigt. Überwache dies die ersten Monate genau.
Berechne deinen potenziellen Gewinn
Wenn du über deinen Break-Even-Punkt hinauskommst, berechne deinen Nettogewinn pro Monat:
Nettogewinn = (Anzahl Bestellungen × Marge pro Bestellung) - Feste Monatskosten
💡 Gewinnberechnung:
Asian Fusion macht 80 Bestellungen pro Monat (mehr als Break-Even von 35):
- Marge pro Bestellung: €28,00 - €16,60 = €11,40
- Umsatz 80 Bestellungen: €2.240
- Variable Kosten: €1.328
- Feste Kosten: €400
Nettogewinn: €512 pro Monat
Testphase von 3 Monaten
Starten Sie mit einer Testphase, um Ihre Berechnung zu validieren. Überwachen Sie diese KPIs wöchentlich:
- Anzahl Bestellungen pro Woche - wächst dies zu deinem Break-Even?
- Durchschnittlicher Bestellwert - stimmt deine Schätzung?
- Tatsächliche Lebensmittelkosten - keine Überraschungen bei Zutatenpreisen?
- Kannibalisierung - sinkt deine Hauptmarke durch die neue Marke?
Nach 3 Monaten hast du genug Daten, um zu entscheiden, ob die Marke rentabel genug ist, um weiterzumachen.
Wie berechnest du die Rentabilität? (Schritt für Schritt)
Inventarisiere alle zusätzlichen Kosten
Erstelle eine Liste der Verpackungskosten pro Bestellung, monatliche Marketingkosten und Plattformgebühren. Berücksichtige auch eventuell zusätzliche Zutaten, die deine Hauptmarke nicht verwendet.
Berechne deinen Break-Even-Punkt
Teile deine festen Monatskosten durch deine Marge pro Bestellung (Bestellwert minus variable Kosten). Dies ergibt die Mindestanzahl von Bestellungen, die du brauchst, um die Gewinnschwelle zu erreichen.
Schätze realistische Bestellzahlen
Schau dir ähnliche Marken auf Lieferplattformen in deiner Nähe an. Starten Sie konservativ mit 50-75% von dem, was Sie erreichen können, und berechnen Sie, ob dies über Ihrem Break-Even liegt.
Teste 3 Monate und überwache wöchentlich
Starten Sie die virtuelle Marke und verfolgen Sie wöchentlich Ihre tatsächlichen Zahlen. Passen Sie Ihre Berechnung basierend auf echten Daten an und entscheiden Sie nach 3 Monaten, ob Sie weitermachen.
✨ Pro tip
Starten Sie mit einem begrenzten Menü von 8-12 Gerichten, die Sie leicht mit vorhandenen Zutaten zubereiten können. So halten Sie die Lebensmittelkosten niedrig und testen das Konzept ohne große Investitionen.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Wie viele Bestellungen brauche ich mindestens, um Gewinn zu machen?
Das hängt von deinen Kosten und der Marge pro Bestellung ab. Teile deine festen Monatskosten durch deine Nettomarge pro Bestellung. Für die meisten virtuellen Marken liegt dies zwischen 30-100 Bestellungen pro Monat.
Kann ich dasselbe Personal für beide Marken verwenden?
Ja, wenn die Gerichte nicht zu komplex sind und dein Team beide Konzepte bewältigen kann. Achte aber darauf, dass deine Stoßzeiten möglicherweise voller werden. Teste zuerst mit einem begrenzten Menü.
Was ist, wenn meine zweite Marke Kunden von meiner Hauptmarke abzieht?
Das nennt sich Kannibalisierung und verringert deinen tatsächlichen Gewinn. Überwache in den ersten 3 Monaten, ob deine Hauptmarke Bestellungen verliert. Wenn der Gesamtgewinn beider Marken höher ist, ist es immer noch rentabel.
Welche Verpackungskosten sollte ich einrechnen?
Rechne Behälter, Deckel, Tüten, Aufkleber, Servietten und eventuell Besteck ein. Dies läuft normalerweise auf €0,50-€2,00 pro Bestellung hinaus, je nach deinem Konzept und Bestellgröße.
Wie lange dauert es, bis eine virtuelle Marke rentabel wird?
Die meisten virtuellen Marken brauchen 2-4 Monate, um ihre Gewinnschwelle zu erreichen. Dies hängt von deinem Marketing, der Attraktivität des Menüs und dem Wettbewerb in deiner Region ab.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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