Die Marge bei geschäftlichen Mittagessen per Lieferung zu berechnen ist entscheidend für deinen Gewinn. Viele Unternehmer vergessen Plattformgebühren und Verpackungskosten einzubeziehen, wodurch sie unbewusst Geld verlieren. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie du die tatsächliche Marge auf Liefermenüs für geschäftliche Kunden berechnest.
Was macht Liefermenüs anders?
Ein Liefermenü für geschäftliche Mittagessen hat andere Kostenpositionen als deine normale Speisekarte. Du hast es mit Plattformgebühren, Verpackungskosten und oft größeren Bestellmengen zu tun.
- Plattformgebühren (Thuisbezorgd, Uber Eats): 15-30% des Bestellwerts
- Verpackungskosten: Behälter, Taschen, Besteck, Servietten
- Größere Mengen: oft 10-50 Mittagessen pro Bestellung
- Andere Preisgestaltung: geschäftliche Kunden akzeptieren oft höhere Preise
Die komplette Kostenstruktur
Für eine korrekte Margeberechnung musst du alle Kostenpositionen berücksichtigen:
💡 Beispiel Kostenstruktur:
Geschäftliches Mittagessen Salat für €12,50 inkl. MwSt.:
- Verkaufspreis exkl. MwSt.: €11,47
- Zutatenkosten: €3,20
- Verpackungskosten: €0,85
- Plattformgebühren (20%): €2,29
- Gesamtkosten: €6,34
Nettomarge: €11,47 - €6,34 = €5,13 (45%)
Plattformgebühren korrekt berechnen
Lieferplattformen berechnen normalerweise einen Prozentsatz deines Verkaufspreises. Dieser Prozentsatz variiert je nach Plattform und kann bei großen Mengen verhandelbar sein.
⚠️ Achtung:
Plattformgebühren werden über deinen Verkaufspreis inkl. MwSt. berechnet. Bei einer 20% Provision und €12,50 Verkaufspreis zahlst du €2,50 Provision, nicht €2,29.
Verpackungskosten pro Portion
Verpackungskosten werden oft unterschätzt, können aber bei luxuriöserer Präsentation bis zu €1,00 pro Portion betragen.
- Salatbehälter: €0,35
- Deckel: €0,15
- Dressing-Behälter (2x): €0,20
- Besteck-Set: €0,10
- Serviette: €0,05
- Papiertüte: €0,15
Gesamt: €1,00 Verpackungskosten pro Portion.
Margeberechnungsformel
Nettomarge % = ((Verkaufspreis exkl. MwSt. - Gesamtkosten) / Verkaufspreis exkl. MwSt.) × 100
Wobei Gesamtkosten bestehen aus:
- Zutatenkosten
- Verpackungskosten
- Plattformgebühren
- Eventuell Lieferkosten
💡 Beispielberechnung:
Geschäftliche Mittagessen-Box €15,00 inkl. MwSt.:
- Verkaufspreis exkl. MwSt.: €13,76
- Zutatenkosten: €4,50
- Verpackungskosten: €1,20
- Plattformgebühren (18%): €2,70
- Gesamtkosten: €8,40
(€13,76 - €8,40) / €13,76 × 100 = 39% Marge
Geschäftliche Kunden: andere Preisstrategie
Geschäftliche Kunden haben oft ein anderes Preisempfinden als private Verbraucher. Sie bestellen größere Mengen und schätzen Service und Zuverlässigkeit.
- Mengenrabatt: ab 20 Mittagessen zum Beispiel 5% Rabatt
- Festpreise: geschäftliche Kunden möchten vorhersehbare Kosten
- Premium-Positionierung: hochwertige Verpackung rechtfertigt höheren Preis
- Rechnungsmöglichkeit: kein Bargeld, aber administrative Kosten
Mindestbestellwert berechnen
Für geschäftliche Mittagessen kannst du einen Mindestbestellwert festlegen, um deine Fixkosten (Lieferung, Verwaltung) zu decken.
💡 Berechnung Mindestbestellwert:
Fixkosten pro Bestellung:
- Lieferkosten: €4,50
- Verwaltung/Rechnung: €2,00
- Gesamt: €6,50 Fixkosten
Bei 35% Marge brauchst du mindestens €18,60 Umsatz, um die Gewinnschwelle zu erreichen.
Wie berechnest du die Marge auf Liefermittagessen? (Schritt für Schritt)
Sammle alle Kostenpositionen
Addiere: Zutatenkosten, Verpackungskosten pro Portion und überprüfe den Plattformprozentsatz deines Lieferpartners. Vergiss keine kleinen Kostenpositionen wie Servietten und Besteck.
Berechne Plattformgebühren korrekt
Plattformgebühren werden über deinen Verkaufspreis inkl. MwSt. berechnet. Bei €15,00 Verkaufspreis und 20% Provision zahlst du €3,00 Plattformgebühren.
Berechne deine Nettomarge
Ziehe alle Kosten von deinem Verkaufspreis exkl. MwSt. ab. Teile das Ergebnis durch deinen Verkaufspreis exkl. MwSt. und multipliziere mit 100 für den Prozentsatz.
✨ Pro tip
Überprüfe deine Marge auf deinen 5 meistverkauften geschäftlichen Mittagessen wöchentlich. Wenn ein Gericht unter 30% Marge fällt, passe zuerst den Preis an, bevor du das Rezept änderst.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
War dieser Artikel hilfreich?
Häufig gestellte Fragen
Welche Marge ist normal für Liefermenüs?
Für Liefermenüs ist eine Nettomarge von 35-45% üblich. Durch Plattformgebühren und Verpackungskosten liegt dies unter normalen Speisekarten, die oft 50-65% erreichen.
Muss ich MwSt. in meine Margeberechnung einbeziehen?
Berechne immer exkl. MwSt. für deine Marge. Die MwSt. gehört dir nicht, sondern geht an die Steuerbehörde. Deine tatsächliche Marge berechnest du über den Betrag, den du erhältst.
Kann ich unterschiedliche Margen pro Kunde handhaben?
Ja, geschäftliche Kunden akzeptieren oft höhere Preise wegen Service und Komfort. Du kannst Mengenrabatte geben, aber eine höhere Basispreis als für Privatpersonen festlegen.
Wie oft sollte ich meine Lieferpreise anpassen?
Überprüfe monatlich deine Plattformgebühren und Zutatenprise. Geschäftliche Kunden schätzen Preisstabilität, also nicht zu oft anpassen. Aber zeitnah auf große Kostensteigerungen reagieren.
Sind Verpackungskosten von €1,00 pro Portion normal?
Für geschäftliche Mittagessen ja. Professionelle Präsentation mit guten Behältern, Besteck und Servietten kostet €0,80-€1,20 pro Portion. Das ist eine Investition in dein Image bei geschäftlichen Kunden.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
Food-Cost-Kontrolle für Lieferung und Dark Kitchens
Bei Lieferung sind die Margen dünner denn je. KitchenNmbrs berechnet Ihren tatsächlichen Food Cost inklusive Verpackung, damit Sie wissen, ob jede Bestellung profitabel ist. 14 Tage kostenlos testen.
Kostenlose Testversion starten →