Lieferplattformen kosten dich 15-30% pro Bestellung, aber viele Unternehmer rechnen das nicht in ihr Jahresbudget ein. Dadurch wirkt die Lieferung rentabel, während du tatsächlich Geld verlierst. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie du die tatsächlichen Auswirkungen der Plattformkosten berechnest und in deine Jahresrechnung einrechnest.
Was sind Lieferplattformkosten genau?
Lieferplattformen wie Thuisbezorgd und Uber Eats berechnen eine Provision für jede Bestellung. Diese Kosten bestehen aus verschiedenen Teilen:
- Provision: 15-30% des Bestellwerts
- Zahlungsgebühren: 2-4% zusätzlich für Online-Zahlung
- Marketing-Gebühren: zusätzliche Kosten für Werbung
- Verpackungskosten: Boxen, Taschen, Aufkleber
⚠️ Achtung:
Die Provision wird auf den Bestellwert inklusive MwSt. berechnet, aber deinen Gewinn berechnest du ohne MwSt. Das macht die tatsächliche Auswirkung höher als du denkst.
Berechne deine tatsächlichen Plattformkosten pro Bestellung
Um die Auswirkung richtig zu berechnen, musst du alle Kosten addieren und als Prozentsatz deines Netto-Umsatzes umrechnen.
💡 Beispiel:
Bestellung von €32,00 (inkl. 9% MwSt.):
- Bestellwert ohne MwSt.: €29,36
- Plattform-Provision (25%): €8,00
- Zahlungsgebühren (3%): €0,96
- Verpackung: €1,20
Gesamte Plattformkosten: €10,16 auf €29,36 = 34,6%
Rechne in dein Jahresbudget ein
Jetzt, da du weißt, was jede Bestellung kostet, kannst du das auf deinen erwarteten Lieferumsatz für das ganze Jahr hochrechnen.
Formel: Erwarteter Lieferumsatz × Plattformkosten % = Gesamte Plattformkosten pro Jahr
💡 Beispiel Jahresberechnung:
Erwarteter Lieferumsatz: €180.000 pro Jahr
- Plattformkosten 34,6%: €62.280
- Das sind €5.190 pro Monat
- Oder €173 pro Tag (bei 6 Arbeitstagen)
Du musst also jeden Tag €173 extra verdienen, um die Plattformkosten zu decken.
Vergleiche mit deiner aktuellen Marge
Um zu bestimmen, ob die Lieferung rentabel ist, vergleichst du die Plattformkosten mit deiner normalen Marge auf den Verkauf vor Ort.
Wenn deine normale Netto-Marge 12% beträgt, aber die Plattformkosten 35%, dann verlierst du 23% bei jeder Lieferbestellung. Es sei denn, du passt deine Preise an.
⚠️ Achtung:
Viele Restaurants erhöhen ihre Lieferpreise um 10-15%, um die Plattformkosten auszugleichen. Rechne aus, ob das für deine Situation ausreicht.
Plane deine Cashflow-Auswirkungen
Plattformen zahlen normalerweise wöchentlich aus, aber du machst die Kosten sofort. Das beeinflusst deinen Cashflow, besonders in den ersten Monaten.
- Woche 1: du machst Kosten, erhältst aber noch nichts
- Woche 2: du erhältst die Auszahlung von Woche 1, machst aber Kosten für Woche 2
- Du hast also immer 1 Woche Umsatz 'unterwegs'
💡 Cashflow-Beispiel:
Bei €3.000 Lieferumsatz pro Woche hast du:
- €3.000 immer unterwegs auf dein Konto
- Plattformkosten (35%): €1.050 pro Woche sofort weg
- Netto-Einnahmen: €1.950 pro Woche
Dein Cashflow ist €3.000 niedriger als ohne Plattformen.
Wie berechnest du die Auswirkungen von Plattformkosten auf dein Jahresbudget?
Sammle alle Plattformkosten pro Bestellung
Addiere: Provisionsprozentsatz, Zahlungsgebühren, Marketing-Gebühren und Verpackungskosten. Rechne das pro durchschnittliche Bestellung aus, um dein Gesamtkostenprozentsatz zu erhalten.
Schätze deinen erwarteten Lieferumsatz für das Jahr
Schau dir deine aktuellen Lieferzahlen und Wachstumspläne an. Rechne konservativ - es ist besser, zu niedrig zu schätzen als enttäuscht zu werden.
Berechne die gesamten Plattformkosten pro Jahr
Multipliziere deinen erwarteten Lieferumsatz mit deinem Plattformkostenprozentsatz. Teile das durch 12 für monatliche Kosten und durch die Anzahl der Arbeitstage für tägliche Kosten.
Vergleiche mit deiner normalen Gewinnmarge
Prüfe, ob deine Plattformkosten höher sind als deine normale Netto-Marge. Wenn ja, musst du deine Lieferpreise erhöhen oder akzeptieren, dass Lieferung Marketing ist, kein Gewinn.
Plane deine Cashflow-Auswirkungen
Rechne aus, wie viel Umsatz immer 'unterwegs' ist durch Auszahlungsverzögerungen. Diesen Betrag hast du nicht für tägliche Ausgaben verfügbar.
✨ Pro tip
Überprüfe deine Plattformkosten pro Plattform separat - sie unterscheiden sich oft um 5-10%. Konzentriere dein Marketing auf die günstigste Plattform, um deine Kosten zu senken.
Selbst berechnen?
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Häufig gestellte Fragen
Warum sind Plattformkosten höher als ich dachte?
Weil die Provision auf den Preis inklusive MwSt. berechnet wird, aber du deinen Gewinn ohne MwSt. berechnest. Außerdem zählst du oft nur die Provision, nicht die Zahlungsgebühren und Verpackung.
Muss ich meine Lieferpreise erhöhen, um Plattformkosten zu decken?
Das hängt von deinem Wettbewerb und der Kundenakzeptanz ab. Viele Restaurants erhöhen Lieferpreise um 10-20%, um Kosten auszugleichen. Teste, was in deinem Markt funktioniert.
Kann ich Plattformkosten von meinen Steuern abziehen?
Ja, Plattformkosten sind normale Geschäftskosten, die du abziehen kannst. Bewahre alle Rechnungen und Übersichten der Plattformen auf.
Wie oft sollte ich meine Plattformkosten neu berechnen?
Überprüfe das jedes Quartal. Plattformen passen ihre Tarife regelmäßig an und dein eigenes Bestellvolumen kann sich ändern, was deine durchschnittlichen Kosten beeinflusst.
Ist Lieferung mit solch hohen Kosten noch rentabel?
Das hängt von deiner Situation ab. Für manche Restaurants ist Lieferung reine Marketing, um bekannt zu werden. Für andere kann es mit der richtigen Preisstrategie rentabel sein.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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