Streetfood über mehrere Kanäle verkaufen kann rentabel sein, aber deine Marge unterscheidet sich je Verkaufspunkt. In deinem eigenen Geschäft hast du andere Kosten als bei einem Kiosk oder Marktstand. Der Trick ist, für jeden Kanal separat zu berechnen, was du wirklich verdienst.
Warum Marge pro Kanal berechnen?
Dasselbe Produkt kann je Verkaufspunkt eine unterschiedliche Rentabilität haben. In deinem eigenen Geschäft zahlst du Miete und Personal. Bei einem Kiosk zahlst du Provision oder tägliche Miete. Diese Kosten beeinflussen deine Marge direkt.
💡 Beispiel:
Du verkaufst einen Gourmet-Burger für €8,50 über drei Kanäle:
- Eigenes Geschäft: €8,50 - €3,00 Foodcost - €2,50 Overhead = €3,00 Marge
- Kiosk: €8,50 - €3,00 Foodcost - €1,50 Provision = €4,00 Marge
- Festival: €8,50 - €3,00 Foodcost - €0,50 Standkosten = €5,00 Marge
Margenunterschied: €2,00 pro Burger!
Die Formel für Marge pro Kanal
Für jeden Verkaufspunkt berechnest du:
Marge = Verkaufspreis - Foodcost - Kanalkosten
Kanalkosten sind alle zusätzlichen Kosten, die spezifisch zu diesem Verkaufspunkt gehören:
- Eigenes Geschäft: Anteil der Miete, Gas/Wasser/Strom, Personal
- Kiosk/Markt: Standgebühr, Provision, Transport
- Catering: Transport, Aufbau, zusätzliches Personal
- Events: Standkosten, Genehmigungen, Sicherheit
Kanalkosten pro Produkt berechnen
Die Schwierigkeit liegt darin, Kanalkosten in Kosten pro Produkt umzurechnen. Du musst einschätzen, wie viel du pro Tag/Event verkaufst.
💡 Beispiel Kiosk:
Marktstandkosten pro Tag:
- Standgebühr: €80
- Transport: €20
- Zusätzliches Personal (8h × €15): €120
Gesamte Kanalkosten: €220 pro Tag
Bei 150 verkauften Burgern: €220 ÷ 150 = €1,47 pro Burger
⚠️ Achtung:
Rechne immer mit realistischen Verkaufsmengen. Zu optimistische Schätzungen bedeuten, dass deine Kanalkosten pro Produkt zu niedrig ausfallen.
Unterschiedliche MwSt.-Sätze
Je nachdem, wo du verkaufst, kann der MwSt.-Satz unterschiedlich sein:
- Restaurant/Geschäft: 19% MwSt.
- Abhol/Kiosk: 19% MwSt.
- Catering vor Ort: 19% MwSt.
- Einzelhandel/Supermarkt: 19% MwSt.
Für Streetfood sind das normalerweise 19%, aber überprüfe immer deine spezifische Situation mit deinem Buchhalter.
Welcher Kanal ist am rentabelsten?
Vergleiche die Marge pro Kanal und schau dir auch das Volumen an. Manchmal ist ein niedrigeres Margenprozentz bei höherem Volumen rentabler.
💡 Beispiel Vergleich:
Zwei Kanäle für denselben Burger:
- Eigenes Geschäft: €3,00 Marge × 50 Stück = €150 pro Tag
- Festival: €5,00 Marge × 25 Stück = €125 pro Tag
Eigenes Geschäft bringt mehr ein trotz niedrigerer Marge pro Stück
Dynamische Preisgestaltung pro Kanal
Du musst nicht überall denselben Preis verlangen. Passe deinen Preis an basierend auf:
- Kanalkosten: Höhere Kosten = höherer Preis
- Zielgruppe: Festival vs. tägliches Mittagessen
- Konkurrenz: Was verlangen andere an diesem Ort?
- Komfort: Exklusiver Standort = Premium-Preise
Wie berechnest du die Marge pro Verkaufskanal? (Schritt für Schritt)
Berechne deinen Foodcost pro Produkt
Addiere alle Zutatenkosten für eine Portion. Vergiss nicht Garnituren, Saucen und Verpackung. Das ist deine Basiskostpreis, die überall gleich bleibt.
Bestimme Kanalkosten pro Verkaufspunkt
Erstelle eine Liste aller zusätzlichen Kosten pro Kanal: Standgebühr, Transport, Provision, zusätzliches Personal. Rechne das in Kosten pro Tag oder pro Event um.
Schätze realistische Verkaufsmengen ein
Wie viele Produkte verkaufst du durchschnittlich pro Tag/Event pro Kanal? Nutze historische Daten oder konservative Schätzungen für neue Kanäle.
Berechne Kanalkosten pro Produkt
Teile die gesamten Kanalkosten durch die Anzahl der verkauften Produkte. Das gibt dir die Kanalkosten pro Stück, die du zu deinem Foodcost addieren musst.
Bestimme deine Marge pro Kanal
Ziehe Foodcost und Kanalkosten von deinem Verkaufspreis ab. Vergleiche die Margen und Volumen, um zu sehen, welcher Kanal am rentabelsten ist.
✨ Pro tip
Führe eine Excel-Tabelle mit tatsächlichen Verkäufen pro Kanal pro Tag. Nach einem Monat siehst du Muster und kannst deine Kanalkosten pro Produkt viel präziser berechnen.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Muss ich in allen Kanälen denselben Preis verlangen?
Nein, du darfst unterschiedliche Preise festlegen. Passe deinen Preis basierend auf Kanalkosten, Zielgruppe und Konkurrenz an. Ein Festival kann durchaus teurer sein als dein eigenes Geschäft.
Wie rechne ich Transport und Aufbau in Kosten pro Produkt um?
Schätze ein, wie viele Produkte du pro Event verkaufst. Teile alle Transport- und Aufbaukosten durch diese Menge. Bei €100 Transport und 200 Verkäufen = €0,50 pro Produkt.
Was ist, wenn ich auf einem Event weniger verkaufe als erwartet?
Dann steigen deine Kanalkosten pro Produkt. Deshalb ist es klug, konservativ zu schätzen und einen Puffer in deinen Preisen für enttäuschende Verkäufe einzuplanen.
Kann ich Provisionen von Plattformen von meinem Umsatz abziehen?
Ja, Plattformprovisionen sind Kanalkosten. Ziehe sie von deinem Verkaufspreis ab, bevor du deine Marge berechnest. Eine 15% Provision auf €10 = €1,50 Kanalkosten.
Wie oft sollte ich meine Margen pro Kanal neu berechnen?
Überprüfe monatlich deine tatsächlichen Verkaufsmengen und vergleiche sie mit deinen Schätzungen. Passe deine Berechnungen an, wenn du strukturell mehr oder weniger verkaufst als erwartet.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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