Ein besserer Standort kann deinen Umsatz verdoppeln, aber auch deine Kosten. Viele Gastronomen machen den Fehler, nur auf die Miete zu schauen, während der gesamte Business Case viel komplexer ist. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie du berechnest, ob ein teurerer Standort mit mehr Besucherverkehr finanziell sinnvoll ist.
Die echten Kosten eines Umzugs
Ein Umzug an einen neuen Standort kostet mehr als nur die höhere Miete. Du hast mit einmaligen Kosten und strukturell höheren Ausgaben zu rechnen.
💡 Beispiel einmalige Umzugskosten:
- Renovierung neuer Standort: €35.000
- Kaution (3 Monate Miete): €15.000
- Umzug Küchengeräte: €3.500
- Neue Speisekarten und Marketing: €2.500
- Umsatzverlust während Renovierung (2 Wochen): €12.000
Gesamte einmalige Kosten: €68.000
Break-Even-Berechnung neuer Standort
Dein neuer Standort muss nicht nur die höhere Miete zurückbringen, sondern auch die einmaligen Kosten. Hier kommt die entscheidende Berechnung:
Zusätzlicher Gewinn pro Monat = (Neuer Umsatz × Gewinnmarge %) - Zusätzliche monatliche Ausgaben
💡 Beispielberechnung:
Aktuelle Situation: €25.000 Umsatz/Monat, Miete €3.500
Neuer Standort: erwarteter Umsatz €40.000/Monat, Miete €8.000
- Zusätzlicher Umsatz: €15.000/Monat
- Zusätzlicher Gewinn (bei 12% Nettomarge): €1.800/Monat
- Zusätzliche Mietkosten: €4.500/Monat
- Netto-Differenz: €1.800 - €4.500 = -€2.700/Monat
Dieser Standort ist NICHT rentabel!
Umsatzprognose: der wichtigste Faktor
Die schwierigste Frage ist: Wie viel wirst du wirklich auf dem neuen Standort umsetzen? Viele Unternehmer schätzen dies zu optimistisch ein.
⚠️ Achtung:
Mehr Fußgänger bedeutet nicht automatisch mehr Gäste. Überprüfe die Art des Publikums, den Wettbewerb und die durchschnittlichen Ausgaben in diesem Gebiet.
Untersuche gründlich:
- Zähle Fußgänger zu verschiedenen Zeiten (Wochentags, Wochenende, Abend)
- Überprüfe, wie viele davon tatsächlich Gastronomie besuchen
- Analysiere deine direkten Konkurrenten: Wie voll sind sie?
- Frage den Vermieter nach Umsatzzahlen des vorherigen Mieters
Minimaler Umsatz für Break-Even
Berechne im Voraus, wie viel du mindestens umsetzen musst, um die Gewinnschwelle zu erreichen:
Minimaler Umsatz = (Alle Fixkosten + Einmalige Kosten/36 Monate) / Gewinnmarge %
💡 Beispiel minimaler Umsatz:
- Fixkosten neuer Standort: €18.000/Monat
- Einmalige Kosten über 3 Jahre abschreiben: €68.000 / 36 = €1.889/Monat
- Gesamte monatliche Ausgaben: €19.889
- Bei 12% Nettomarge: €19.889 / 0,12 = €165.741/Monat Umsatz erforderlich
Du musst €165.741/Monat umsetzen, um die Gewinnschwelle zu erreichen!
Risiken und Szenarien
Berechne drei Szenarien: pessimistisch, realistisch und optimistisch. Plane mit dem pessimistischen Szenario.
- Pessimistisch: 70% des erwarteten Umsatzes
- Realistisch: 85% des erwarteten Umsatzes
- Optimistisch: 100% des erwarteten Umsatzes
Wenn dein pessimistisches Szenario bereits Break-Even ist, kannst du den Schritt wahrscheinlich machen. Wenn nur das optimistische Szenario funktioniert, ist das Risiko zu groß.
Timing und Cashflow
Achte auf deinen Cashflow während des Übergangs. Du hast Monate, in denen du doppelte Kosten hast (alte und neue Miete) und möglicherweise Umsatzverluste.
⚠️ Achtung:
Sorge für mindestens 6 Monate Cashflow-Puffer. Neue Standorte haben immer eine Anlaufphase, bevor sie auf volle Leistung laufen.
Wie berechnest du, ob ein teurerer Standort rentabel ist?
Berechne alle einmaligen Kosten
Addiere: Renovierung, Kaution, Umzug, neue Einrichtung, Umsatzverlust während Renovierung. Dies ergibt dein Gesamtinvestitionsbudget, das du zurückbringen musst.
Bestimme realistische Umsatzprognose
Untersuche Fußgängerströme, Wettbewerb und Ausgabenmuster. Erstelle drei Szenarien: pessimistisch (70%), realistisch (85%) und optimistisch (100%) deiner Erwartung.
Berechne minimalen Umsatz für Break-Even
Teile deine gesamten monatlichen Kosten (einschließlich Abschreibung einmaliger Kosten über 36 Monate) durch deine Nettomarge. Dies ist der Umsatz, den du mindestens benötigst.
Teste dein pessimistisches Szenario
Wenn deine pessimistische Umsatzprognose immer noch über deinem Break-Even liegt, ist der Umzug wahrscheinlich sicher. Wenn nicht, ist das Risiko zu groß.
Plane deinen Cashflow für die Übergangsphase
Sorge für 6 Monate Cashflow-Puffer. Rechne mit doppelten Mietkosten während der Renovierung und einer Anlaufphase von 3-6 Monaten am neuen Standort.
✨ Pro tip
Starten Sie mit einer kurzen Testphase, wenn möglich. Einige Vermieter bieten eine Pop-up-Möglichkeit von 3-6 Monaten an, um zu testen, wie dein Konzept an diesem Standort funktioniert.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Wie viel mehr Umsatz muss ich machen, um doppelte Miete zu rechtfertigen?
Wenn sich deine Miete verdoppelt, musst du zusätzlichen Umsatz in Höhe von (zusätzliche Miete / deine Nettomarge) machen. Bei €5.000 zusätzlicher Miete und 12% Marge benötigst du €41.667 zusätzlichen Umsatz pro Monat.
Wie lange dauert es, bis ein neuer Standort auf volle Leistung läuft?
Im Durchschnitt 3-6 Monate. In dieser Zeit baust du deinen festen Kundenstamm auf. Plane daher immer mit einer Anlaufphase, in der dein Umsatz niedriger ist als erwartet.
Kann ich den Umsatz eines neuen Standorts zuverlässig einschätzen?
Vollständig zuverlässig ist es nie, aber du kannst das Risiko begrenzen durch gründliche Recherche: Fußgängerströme zählen, Wettbewerb analysieren und Umsatzzahlen früherer Mieter erfragen.
Was ist, wenn mein aktueller Standort auch gut läuft?
Dann hast du drei Optionen: umziehen (Risiko des Umsatzverlusts am alten Standort), beide Standorte offen halten (höhere Komplexität) oder bleiben. Berechne alle Szenarien durch.
Welche einmaligen Kosten vergesse ich oft?
Oft vergessen: Umsatzverlust während Renovierung, zusätzliches Personal zum Einarbeiten, neue Marketing/Speisekarten, höhere Versicherungen und unvorhergesehene Renovierungskosten (rechne 20% extra).
Wie vermeide ich, dass ich zu optimistisch einschätze?
Arbeite immer mit drei Szenarien und plane mit dem pessimistischen. Lass einen erfahrenen Gastronomiefachmann deine Prognosen überprüfen. Besser vorsichtig als bankrott.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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