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📝 Szenarien & Entscheidungshilfen · ⏱️ 2 Min. Lesezeit

Wie gehst du mit Liefer- und Abholgerichten um, die niedrigere Margen haben als Restaurantgerichte?

📝 KitchenNmbrs · aktualisiert 15 Mar 2026

Liefer- und Abholgerichte haben oft niedrigere Margen durch Plattformgebühren und Verpackungskosten. Viele Unternehmer denken, dass sie das akzeptieren müssen, aber es gibt konkrete Strategien, um deine Rentabilität zu schützen. In diesem Artikel lernst du, wie du unterschiedliche Margen handhaben kannst, ohne dein Geschäftsmodell zu ruinieren.

Warum Liefergerichte weniger Marge haben

Das Problem liegt in den zusätzlichen Kosten, die du nicht immer sofort siehst:

  • Plattformgebühren: Lieferando, Uber Eats nehmen 15-30% deines Bestellwerts
  • Verpackungskosten: Behälter, Tüten, Besteck kosten €0,50-€2,00 pro Bestellung
  • Kein Getränkeverkauf: Bei Lieferung verkaufst du weniger Getränke (hohe Marge)
  • Kleinere Bestellungen: Der durchschnittliche Bestellwert ist oft niedriger

💡 Beispiel:

Pasta Carbonara im Restaurant vs. Lieferung:

  • Restaurant: €18,50 → €16,97 ohne MwSt.
  • Zutaten: €5,10
  • Lebensmittelkosten Restaurant: 30,1%
  • Lieferung: €18,50 - €4,63 Plattformgebühr - €1,20 Verpackung = €12,67 Netto
  • Tatsächliche Lebensmittelkosten Lieferung: 40,2%

Drei Strategien zur Lösung

Strategie 1: Separate Preise für Lieferung

Erhöhe deine Lieferpreise um 15-25%, um Plattformgebühren auszugleichen. Viele Restaurants machen das bereits.

  • Restaurantpreis: €18,50
  • Lieferpreis: €21,50-€23,00
  • Kunden akzeptieren das, weil sie für den Service bezahlen

Strategie 2: Lieferspezifische Gerichte

Entwickle Gerichte, die gut zu liefern sind UND höhere Margen haben:

  • Bowls und Salate (günstige Zutaten, hoher wahrgenommener Wert)
  • Pasta-Gerichte (niedrige Lebensmittelkosten, sättigend)
  • Currys und Schmorgerichte (günstiges Fleisch, viel Sauce)

⚠️ Achtung:

Mache dein Restaurant-Menü nie teurer, um Lieferkosten auszugleichen. Deine Restaurant-Gäste sollten nicht für die Lieferung anderer bezahlen.

Strategie 3: Mindestbestellwerte erhöhen

Erhöhe deinen Mindestbestellwert, um die fixen Kosten (Verpackung, Plattformgebühr) auf mehr Umsatz zu verteilen.

  • Von €15 auf €20-€25 Minimum
  • Biete "Meal Deals" an, um das zu erreichen
  • Füge automatisch ein Getränk bei kleinen Bestellungen hinzu

Wie du die Zahlen verfolgst

Du brauchst unterschiedliche Lebensmittelkostenziele:

  • Restaurant: 28-35% Lebensmittelkosten
  • Lieferung: 35-42% Lebensmittelkosten (höhere Verpackungskosten)
  • Abholung: 30-37% Lebensmittelkosten (keine Plattformgebühr, aber Verpackung)

💡 Beispielberechnung:

Burger-Menü für €16,50:

  • Restaurant: €15,14 ohne MwSt. - €4,50 Zutaten = 29,7% Lebensmittelkosten ✅
  • Lieferung: €15,14 - €3,30 Plattformgebühr - €1,00 Verpackung = €10,84 Netto
  • Liefer-Lebensmittelkosten: €4,50 / €10,84 = 41,5% ❌
  • Lösung: Lieferpreis €19,50 → €17,89 ohne MwSt. → 31,5% Lebensmittelkosten ✅

Praktische Umsetzung

Beginne mit deinen 5 meistverkauften Liefergerichten. Berechne für jedes Gericht:

  • Tatsächliche Netto-Einnahmen nach Plattformgebühr und Verpackung
  • Lebensmittelkostenprozentsatz basierend auf Netto-Einnahmen
  • Erforderliche Preiserhöhung, um auf 35% Lebensmittelkosten zu kommen

Teste die neuen Preise 2 Wochen lang. Achte auf:

  • Anzahl der Bestellungen (ein Rückgang von max. 10-15% ist normal)
  • Durchschnittlicher Bestellwert
  • Gesamtgewinnmarge pro Plattform

💡 Beispielergebnis:

Restaurant mit €50.000 Lieferumsatz pro Monat:

  • Vorher: 45% Lebensmittelkosten → €22.500 Zutatenkosten
  • Nach Preiserhöhung: 35% Lebensmittelkosten auf €45.000 Umsatz → €15.750 Zutatenkosten
  • Ersparnis: €6.750 pro Monat = €81.000 pro Jahr

KitchenNmbrs für Multi-Channel-Preisgestaltung

Mit KitchenNmbrs kannst du pro Gericht unterschiedliche Verkaufspreise festlegen und die Lebensmittelkosten für jede Variante einsehen. So siehst du sofort, ob deine Liefergerichte rentabel sind oder Anpassungen nötig sind.

Wie berechnest du den richtigen Lieferpreis? (Schritt für Schritt)

1

Berechne deine Netto-Einnahmen pro Gericht

Ziehe von deinem aktuellen Lieferpreis die Plattformgebühr (15-30%) und Verpackungskosten (€0,50-€2,00) ab. Das ist, was du pro Gericht wirklich behältst.

2

Berechne dein tatsächliches Lebensmittelkostenprozentsatz

Teile deine Zutatenkosten durch die Netto-Einnahmen und multipliziere mit 100. Wenn das über 35% liegt, verlierst du Geld bei der Lieferung.

3

Bestimme deinen neuen Lieferpreis

Berechne, welcher Bruttopreis du brauchst, um nach Abzug aller Kosten auf 35% Lebensmittelkosten zu kommen. Runde auf einen logischen Betrag ab (€19,50 statt €19,73).

✨ Pro tip

Überprüfe, welche Gerichte auf Lieferplattformen am besten abschneiden, und konzentriere dein Marketing darauf. Ein Gericht, das gut zu liefern ist UND hohe Marge hat, ist Gold wert für deinen Lieferumsatz.

Selbst berechnen?

In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.

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Häufig gestellte Fragen

Darf ich unterschiedliche Preise für Lieferung und Restaurant berechnen?

Ja, das ist vollständig legal und wird von den meisten Restaurants gemacht. Kunden verstehen, dass Lieferung zusätzlichen Service und Kosten mit sich bringt.

Wie viel darf ich meine Lieferpreise erhöhen, ohne Kunden zu verlieren?

Eine Erhöhung von 15-25% wird normalerweise akzeptiert. Teste dies schrittweise und überwache deine Bestellzahlen in den ersten Wochen nach der Anpassung.

Muss ich die MwSt. für Liefergerichte anders berechnen?

Nein, Abholung und Lieferung haben den gleichen MwSt.-Satz wie Restaurant-Essen: 7% für Lebensmittel und alkoholfreie Getränke, 19% für Alkohol.

Was ist, wenn mein Konkurrent auf Lieferplattformen günstiger bleibt?

Konzentriere dich auf Wert statt Preis: bessere Qualität, größere Portionen oder einzigartige Gerichte. Kunden wählen nicht immer das Billigste.

Wie oft sollte ich meine Lieferpreise anpassen?

Überprüfe mindestens alle 3 Monate, ob deine Margen noch stimmen. Plattformgebühren und Zutatenpreise ändern sich regelmäßig, also müssen deine Preise mitziehen.

Kann ich die Verpackungskosten an Kunden weitergeben?

Ja, viele Restaurants berechnen €0,25-€0,50 Verpackungskosten weiter. Das ist transparenter, als die Kosten in deinen Gerichten zu verstecken.

ℹ️ Dieser Artikel wurde auf Grundlage offizieller Quellen und Fachkenntnissen erstellt. Obwohl wir aktuelle und korrekte Informationen anstreben, kann der Inhalt von den neuesten Vorschriften abweichen. Konsultieren Sie stets die offiziellen Behörden für verbindliche Normen.

📚 Konsultierte Quellen

BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) https://www.bvl.bund.de

Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.

JS

Geschrieben von

Jeffrey Smit

Gründer & CEO von KitchenNmbrs

Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.

🏆 8 Jahre Küchenmanager bei 1NUL8 Group Rotterdam
Expertise: food cost management HACCP kitchen management restaurant operations food safety compliance

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