📝 Restaurant eröffnen & Businessplan · ⏱️ 2 Min. Lesezeit

Wie berechne ich den erwarteten Cashflow in den ersten 6 Monaten nach der Eröffnung?

📝 KitchenNmbrs · aktualisiert 12 Mar 2026

Eine Cashflow-Berechnung verhindert, dass du nach 3 Monaten ohne Geld dastehst. Viele angehende Restaurants haben zwar einen Geschäftsplan, vergessen aber die monatlichen Ein- und Ausgaben genau durchzurechnen. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie du eine realistische Cashflow-Prognose für deine ersten 6 Monate erstellst.

Warum Cashflow anders ist als Gewinn

Gewinn auf dem Papier bedeutet nicht, dass du Geld auf deinem Konto hast. Du kaufst Vorräte ein, bevor du verkaufst. Du zahlst Miete, bevor du öffnest. Und Gäste zahlen erst, nachdem sie gegessen haben.

⚠️ Achtung:

Ein Restaurant kann auf dem Papier profitabel sein, aber trotzdem durch Cashflow-Probleme bankrott gehen. Plane daher monatlich, was rein- und rausgeht.

Sammle alle Startkosten

Für deine Cashflow-Berechnung brauchst du zunächst einen vollständigen Überblick über alle Kosten. Teile diese in einmalige Startkosten und monatlich wiederkehrende Kosten auf.

💡 Beispiel Startkosten:

  • Kücheneinrichtung: €45.000
  • Gaststättenmöbel: €25.000
  • Genehmigungen: €3.500
  • Marketing zur Eröffnung: €5.000
  • Erste Vorräte: €8.000

Gesamtstartkosten: €86.500

Berechne deine monatlichen Fixkosten

Diese Kosten hast du jeden Monat, unabhängig davon, wie viel du verkaufst. Rechne konservativ - lieber zu hoch schätzen als überrascht werden.

  • Miete: Inklusive Nebenkosten und eventueller Terrassengebühr
  • Personal: Bruttolohn + Arbeitgeberabgaben (etwa 30% zusätzlich)
  • Versicherungen: Betriebshaftpflicht, Inventar, Rechtsschutz
  • Energie: Gas, Wasser, Strom - rechne mit 4-6% deines erwarteten Umsatzes
  • Sonstige Kosten: Buchhalter, Software, kleine Reparaturen

💡 Beispiel Fixkosten pro Monat:

  • Miete: €4.500
  • Personal (Chef + Service): €8.500
  • Versicherungen: €450
  • Energie: €1.200
  • Sonstiges: €800

Gesamtfixkosten: €15.450/Monat

Schätze deinen monatlichen Umsatz realistisch ein

Viele Anfänger sind zu optimistisch bei ihrem Umsatz. Beginne konservativ und baue langsam auf. Rechne mit verschiedenen Szenarien: pessimistisch, realistisch und optimistisch.

Berechne deinen Umsatz über Anzahl Couverts × durchschnittliche Rechnungssumme × Anzahl Öffnungstage:

💡 Beispiel Umsatzberechnung Monat 2:

  • Durchschnittlich 35 Couverts pro Tag
  • Durchschnittliche Rechnungssumme: €28
  • 6 Tage pro Woche offen = 26 Tage

Umsatz Monat 2: 35 × €28 × 26 = €25.480

Berechne deine variablen Kosten

Diese Kosten steigen mit deinem Umsatz. Die wichtigsten sind der Einkauf von Zutaten (Lebensmittelkosten) und eventuell zusätzliches Personal bei Andrang.

  • Lebensmittelkosten: Rechne mit 30-35% deines Umsatzes
  • Getränkeeinkauf: Etwa 25% deines Getränkeumsatzes
  • Kreditkartengebühren: 0,5-1,5% deines Umsatzes
  • Zusätzliches Personal: Bei Andrang brauchst du vielleicht zusätzliche Hilfe

Erstelle eine Monat-für-Monat-Übersicht

Setze alles in einer Tabelle pro Monat auf. Beginne mit deinem Startkapital und addiere jeden Monat die Einnahmen hinzu und ziehe die Ausgaben ab.

💡 Beispiel Cashflow Monat 3:

  • Anfangsstand: €15.000
  • Umsatz rein: €28.000
  • Fixkosten raus: €15.450
  • Variable Kosten raus: €9.800

Endstand: €15.000 + €28.000 - €25.250 = €17.750

⚠️ Achtung:

Plane einen Puffer von mindestens €20.000 für unerwartete Ausgaben. Geräte gehen immer zum schlechtesten Zeitpunkt kaputt.

Wann brauchst du zusätzliches Geld

Wenn dein Cashflow in einem Monat unter €10.000 sinkt, wird es eng. Du hast dann keinen Spielraum mehr für unerwartete Ausgaben oder enttäuschende Umsätze.

Berechne im Voraus, wann dies passiert, damit du rechtzeitig zusätzliche Finanzierung regeln kannst. Eine Kreditlinie anzufordern, wenn es bereits eng wird, ist viel schwieriger.

Wie berechnest du Cashflow? (Schritt für Schritt)

1

Erstelle eine Liste aller Startkosten

Notiere alles, was du einmalig zahlen musst: Einrichtung, Genehmigungen, erste Vorräte, Marketing. Addiere dies für deine Gesamtstartkosten.

2

Berechne deine monatlichen Fixkosten

Addiere Miete, Personal, Versicherungen, Energie und sonstige Kosten. Diese hast du jeden Monat, unabhängig von deinem Umsatz.

3

Schätze deinen monatlichen Umsatz konservativ

Rechne Anzahl Couverts × durchschnittliche Rechnung × Öffnungstage. Beginne niedrig und baue langsam auf - lieber positiv überrascht werden.

4

Berechne variable Kosten pro Monat

Lebensmittelkosten (30-35% des Umsatzes), Getränkeeinkauf (25% des Getränkeumsatzes) und Kreditkartengebühren (1% Umsatz) steigen mit deinen Verkäufen.

5

Setze alles in eine Monatsübersicht

Erstelle eine Tabelle mit pro Monat: Anfangsstand + Einnahmen - Ausgaben = Endstand. So siehst du, wann dir das Geld ausgeht.

✨ Pro tip

Erstelle drei Szenarien: pessimistisch, realistisch und optimistisch. Plane deine Finanzierung basierend auf dem pessimistischen Szenario, dann bist du immer auf der sicheren Seite.

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Häufig gestellte Fragen

Wie viel Puffer sollte ich für unerwartete Kosten einplanen?

Plane mindestens €20.000 zusätzlich zu deinem berechneten Cashflow ein. Geräte gehen immer zum schlechtesten Zeitpunkt kaputt und Reparaturen können teuer werden.

Was ist, wenn mein Cashflow in einem Monat negativ wird?

Regele vorher eine Kreditlinie bei deiner Bank oder suche Investoren. Zu warten, bis dir das Geld ausgeht, macht die Finanzierung viel schwieriger und teurer.

Muss ich die MwSt. in meine Cashflow-Berechnung einbeziehen?

Ja, rechne mit Beträgen inklusive MwSt., da du diese auch wirklich zahlst. Du bekommst die MwSt. von der Steuerbehörde zurück, aber das dauert 1-2 Monate.

Wie realistisch sollte ich bei meiner Umsatzprognose sein?

Beginne pessimistisch und baue langsam auf. Viele Anfänger schätzen ihren Umsatz 30-50% zu hoch ein. Lieber positiv überrascht werden als ohne Geld dazustehen.

Wann sollte ich meine Cashflow-Prognose anpassen?

Aktualisiere deine Prognose jeden Monat mit den tatsächlichen Zahlen. So erkennst du Trends und kannst gegensteuern, bevor Probleme entstehen.

ℹ️ Dieser Artikel wurde auf Grundlage offizieller Quellen und Fachkenntnissen erstellt. Obwohl wir aktuelle und korrekte Informationen anstreben, kann der Inhalt von den neuesten Vorschriften abweichen. Konsultieren Sie stets die offiziellen Behörden für verbindliche Normen.

📚 Konsultierte Quellen

BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) https://www.bvl.bund.de

Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.

JS

Geschrieben von

Jeffrey Smit

Gründer & CEO von KitchenNmbrs

Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.

🏆 8 Jahre Küchenmanager bei 1NUL8 Group Rotterdam
Expertise: food cost management HACCP kitchen management restaurant operations food safety compliance

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