Ein Testessen kostet mehr als du denkst. Viele angehende Restaurants rechnen nur mit Zutaten, vergessen aber Personal, Energie und Abfall. Dieser Artikel zeigt dir Schritt für Schritt, wie du die tatsächlichen Kosten deines Testessens berechnest.
Warum ein Testessen teurer ist als du denkst
Ein Testessen scheint einfach: Zutaten kaufen, kochen, servieren. Aber du vergisst leicht die versteckten Kosten. Personal arbeitet Überstunden, um alles perfekt zu machen. Du wirfst mehr weg, weil du experimentierst. Und du verbrauchst mehr Energie, weil alles länger dauert.
⚠️ Achtung:
Rechne nicht nur mit Zutaten. Ein Testessen kostet oft 50-70% mehr als ein normaler Service durch zusätzliche Zeit und Verschwendung.
Die vollständige Kostenaufschlüsselung
Für einen realistischen Kostpreis addierst du alle Kosten:
- Zutaten: Alle Produkte, die du einkaufst
- Personal: Zusätzliche Stunden für Chef und Service
- Energie: Gas, Strom, Wasser
- Verschwendung: Misslungene Gerichte und Überproduktion
- Abschreibung: Nutzung von Geräten und Geschirr
💡 Beispiel: Testessen für 20 Personen
3-Gänge-Menü, 6 Stunden Vorbereitung:
- Zutaten: €180 (€9 pro Person)
- Chef 8 Stunden × €25: €200
- Service 4 Stunden × €15: €60
- Energie und Wasser: €25
- Verschwendung (20%): €36
Gesamt: €501 = €25,05 pro Person
Zutaten: Rechne mit 20% Verschwendung
Bei einem Testessen experimentierst du. Nicht alles gelingt beim ersten Mal. Rechne daher mit 20% zusätzlichen Zutaten über dein Rezept hinaus. Dies deckt misslungene Gerichte und zusätzliche Portionen für die perfekte Präsentation ab.
Berechne deine Zutatenkosten pro Person und multipliziere mit 1,2 für Verschwendung.
Personalkosten: Zähle alle Stunden
Ein Testessen kostet mehr Zeit als normaler Service. Rechne mit:
- Vorbereitung: 2-3 Stunden länger als normal
- Service: Langsamer, weil alles perfekt sein muss
- Abräumen: Zusätzliche Zeit für Feedback und Auswertung
💡 Rechenbeispiel Personalkosten:
Chef: 8 Stunden × €25 = €200
Sous-Chef: 6 Stunden × €18 = €108
Service: 5 Stunden × €15 = €75
Gesamt Personal: €383
Energie und sonstige Kosten
Rechne €1-2 pro Person für Energie (Gas, Strom, Wasser). Bei intensiver Vorbereitung kann dies bis zu €3 pro Person betragen. Berücksichtige auch kleine Kosten: zusätzliche Servietten, Kerzen, Dekoration.
Die Kostenformel
Den Gesamtkostpreis berechnest du so:
Kostpreis pro Person = (Zutaten × 1,2) + (Personalkosten / Anzahl Gäste) + (Energie / Anzahl Gäste) + Sonstige Kosten
💡 Vollständiges Beispiel: 20 Personen Testessen
Zutaten: €150 × 1,2 = €180
Personal: €300 (Chef + Service)
Energie: €30
Sonstiges: €20 (Dekoration, zusätzliche Servietten)
Gesamt: €530 ÷ 20 = €26,50 pro Person
Was wenn du kostenlos testest?
Auch ein kostenloses Testessen hat Kosten. Betrachte es als Marketingausgabe, nicht als Verlust. Berechne aber die tatsächlichen Kosten, damit du weißt, wie viel du in die Kundenakquisition investierst.
Ein kostenloses Testessen von €25 pro Person für 20 Personen kostet dich €500. Das ist dein Marketingbudget für diese Aktion.
⚠️ Achtung:
Sammle alle Belege von deinem Testessen. Diese Kosten sind als Betriebsausgaben bei der Steuer absetzbar.
Kostpreis in der Praxis nachverfolgen
Notiere alle Kosten während deines Testessens. Mache Fotos von Belegen und notiere alle gearbeiteten Stunden. Dies hilft dir bei zukünftigen Testessen und gibt dir Einblick in deine tatsächlichen Kosten.
Mit einer App wie KitchenNmbrs kannst du Rezepte und Kostpreise festhalten, sodass du beim nächsten Testessen sofort weißt, was jedes Gericht kostet.
Wie berechnest du die Kosten für ein Testessen? (Schritt für Schritt)
Berechne Zutatenkosten mit Verschwendung
Addiere alle Zutatenkosten nach deinen Rezepten. Multipliziere diesen Betrag mit 1,2, um 20% Verschwendung einzurechnen. Dies deckt misslungene Gerichte und zusätzliche Portionen ab.
Berechne alle Personalstunden
Notiere alle gearbeiteten Stunden von Chef, Küchenpersonal und Service. Multipliziere mit ihrem Stundenlohn. Rechne mit 2-3 zusätzlichen Stunden im Vergleich zu normalem Service.
Addiere Energie und sonstige Kosten
Rechne €1-3 pro Person für Energie. Berücksichtige kleine Kosten wie zusätzliche Servietten, Dekoration und Kerzen. Teile alle Fixkosten durch die Anzahl der Gäste.
Berechne Gesamtkostpreis pro Person
Addiere alle Kosten und teile durch die Anzahl der Gäste. Formel: (Zutaten × 1,2 + Personal + Energie + Sonstiges) ÷ Anzahl Gäste = Kostpreis pro Person.
✨ Pro tip
Mache Fotos von allen Gerichten während deines Testessens und notiere den genauen Kostpreis daneben. So baust du eine Datenbank mit bewährten Rezepten und realistischen Preisen auf.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Muss ich VAT in den Kostpreis meines Testessens einbeziehen?
Nein, rechne immer ohne VAT. Wenn du später Preise für deine Speisekarte festlegst, rechnest du mit dem Kostpreis ohne VAT und addierst dann VAT hinzu.
Wie viel Verschwendung sollte ich bei einem Testessen einrechnen?
Rechne mit 20% zusätzlichen Zutaten. Bei einem Testessen experimentierst du und nicht alles gelingt sofort. Normaler Service hat 5-10% Verschwendung, bei Tests ist dies höher.
Wie berechne ich Personalkosten, wenn ich selbst mitarbeite?
Rechne auch deine eigenen Stunden zu einem angemessenen Stundenlohn ein. Auch als Inhaber hast du Arbeitskosten. Dies gibt ein ehrliches Bild deiner tatsächlichen Kosten.
Kann ich Energiekosten schätzen oder muss ich diese genau messen?
Für ein Testessen kannst du mit €1-3 pro Person schätzen. Bei intensiver Vorbereitung (viel Ofen, lange Kochzeiten) rechnest du am oberen Ende.
Sind die Kosten eines kostenlosen Testessens absetzbar?
Ja, ein Testessen für potenzielle Kunden fällt unter Marketingkosten und ist absetzbar. Bewahre alle Belege auf und notiere den Zweck des Testessens.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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