Ein Restaurant-Businessplan ohne solide finanzielle Grundlage erhält keine Finanzierung. Banken und Investoren möchten konkrete Zahlen zu Umsatz, Kosten und Rentabilität sehen. In diesem Artikel lernst du genau, welche Finanzkomponenten erforderlich sind und wie du diese überzeugend präsentierst.
Die 5 erforderlichen Finanzkomponenten
Jeder Restaurant-Businessplan muss diese Finanzkomponenten enthalten, um ernst genommen zu werden:
- Umsatzprognose: Realistische Erwartung deiner Einnahmen pro Monat
- Kostenstruktur: Alle festen und variablen Kosten
- Break-Even-Analyse: Wann machst du Gewinne
- Cashflow-Prognose: Geldströme pro Monat für die ersten 2 Jahre
- Finanzierungsbedarf: Wie viel Geld brauchst du und wofür
1. Umsatzprognose - Die Grundlage von allem
Deine Umsatzprognose muss auf realistischen Annahmen basieren, nicht auf Hoffnung. Berechne dies Schritt für Schritt:
? Beispiel Umsatzberechnung:
Bistro mit 40 Plätzen, 6 Tage pro Woche geöffnet:
- Durchschnittliche Auslastung: 60% (24 Gäste pro Service)
- 2 Services pro Tag: 48 Couverts
- Durchschnittliche Rechnung: €28,50
- Tagesumsatz: 48 × €28,50 = €1.368
- Wochenumsatz: €1.368 × 6 = €8.208
- Monatsumsatz: €8.208 × 4,3 = €35.294
Jahresumsatz: €423.528
Untermauere deine Annahmen mit Marktforschung. Schau dir vergleichbare Betriebe in der Nähe an und passe deine Zahlen für Lage, Konzept und Jahreszeiten an.
2. Kostenstruktur - Wohin geht dein Geld
Teile deine Kosten in feste und variable Kosten auf. Feste Kosten zahlst du jeden Monat, unabhängig von deinem Umsatz:
- Miete: Normalerweise 8-12% des erwarteten Umsatzes
- Personal: Küche + Service, einschließlich Sozialabgaben
- Versicherungen: Haftung, Brand, Inventar
- Energie: Gas, Wasser, Strom (3-6% des Umsatzes)
- Abschreibungen: Inventar, Renovierung
Variable Kosten steigen mit deinem Umsatz:
- Foodcost: 28-35% des Umsatzes
- Getränke: 18-25% des Getränkeumsatzes
- Kreditkartengebühren: 1-2% des Umsatzes
- Marketing: 2-4% des Umsatzes
⚠️ Achtung:
Viele Anfänger vergessen einmalige Kosten wie Genehmigungen, Renovierung und Inventar. Zähle diese separat als Startinvestition auf.
3. Break-Even-Analyse - Wann verdienst du Geld
Dein Break-Even-Punkt ist der Moment, in dem deine Einnahmen gleich deinen Kosten sind. Dies ist entscheidend für Banken, um zu sehen, wann du profitabel wirst.
? Beispiel Break-Even-Berechnung:
Bistro mit diesen monatlichen Kosten:
- Feste Kosten: €18.500 (Miete, Personal, Versicherung, etc.)
- Variable Kosten: 35% des Umsatzes (Essen, Getränke, Sonstiges)
- Durchschnittliche Rechnung: €28,50
Formel: Break-Even-Umsatz = Feste Kosten / (1 - Variable Kosten %)
€18.500 / (1 - 0,35) = €28.462 pro Monat
Break-Even: 999 Couverts pro Monat (33 pro Tag)
4. Cashflow-Prognose - Dein Geldfluss
Cashflow zeigt, wann Geld rein- und rausgeht. Dies ist anders als Gewinn, weil du zum Beispiel Vorräte einkaufst, bevor du sie verkaufst.
Erstelle einen monatlichen Cashflow für mindestens 24 Monate. Achte besonders auf:
- Saisonschwankungen: Sommer vs. Winter Umsatz
- Zahlungsbedingungen: Lieferanten zahlst du oft innerhalb von 30 Tagen
- VAT-Abführung: Jeden Monat VAT an Finanzamt zahlen
- Urlaubsgeld: Zusätzliche Kosten im Mai und Dezember
⚠️ Achtung:
In den ersten 6 Monaten hast du oft negativen Cashflow, auch wenn du Gewinn machst. Plane hier ausreichend Puffer ein.
5. Finanzierungsbedarf - Wie viel brauchst du
Teile deinen Finanzierungsbedarf in Kategorien auf und untermauere jeden Betrag:
? Beispiel Finanzierungsbedarf:
- Renovierung: €45.000 (Küche, Einrichtung, Genehmigungen)
- Inventar: €25.000 (Geräte, Möbel)
- Betriebskapital: €20.000 (Vorräte, erste Monate Defizit)
- Puffer: €15.000 (unvorhergesehene Kosten)
Gesamt: €105.000
Präsentationstipps für deinen Finanzplan
Mache deine Zahlen glaubwürdig durch:
- Quellen angeben: Woher kommen deine Annahmen?
- Szenarien zeigen: Was wenn der Umsatz um 20% sinkt?
- Monatliche Details: Nicht nur Jahreszahlen
- Vergleich anstellen: Wie schneidest du vs. Branchendurchschnitt ab?
Mit einem System wie KitchenNmbrs kannst du später deinen tatsächlichen Foodcost und Margen verfolgen, damit du beweisen kannst, dass dein Businessplan realistisch war.
Wie baust du deinen Finanzplan auf? (Schritt für Schritt)
Beginne mit Marktforschung
Besuche 5 vergleichbare Restaurants in deiner Gegend. Notiere Preise, Auslastungsgrade und durchschnittliche Rechnungen. Dies bildet die Grundlage für deine Umsatzprognose.
Berechne deinen Break-Even-Punkt
Erstelle eine Liste aller festen Kosten pro Monat. Schätze deine variablen Kosten als Prozentsatz des Umsatzes. Verwende die Formel: Break-Even = Feste Kosten / (1 - Variable Kosten %).
Erstelle einen monatlichen Cashflow
Arbeite deinen Umsatz und deine Kosten pro Monat für 24 Monate aus. Achte auf Jahreszeiten, VAT-Abführungen und Zahlungsbedingungen. Plane einen Puffer für negativen Cashflow in den ersten Monaten ein.
✨ Pro tip
Erstelle drei Szenarien: pessimistisch (-20% Umsatz), realistisch und optimistisch (+20% Umsatz). Banken schätzen es, wenn du über Rückschläge nachgedacht hast.
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Häufig gestellte Fragen
Wie viel Eigenkapital muss ich für ein Restaurant einbringen?
Was ist ein realistischer Foodcost für meinen Businessplan?
Wie berechne ich meine Personalkosten korrekt?
Muss ich VAT in meine finanzielle Planung einbeziehen?
Was wenn meine tatsächlichen Zahlen vom Businessplan abweichen?
Wie viel Puffer sollte ich für unvorhergesehene Kosten einplanen?
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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