Lieferplattformen wie Thuisbezorgd und Uber Eats berechnen Provisionen von 15% bis 35%. Wenn du nicht aufpasst, frisst diese Provision deinen ganzen Gewinn auf. In diesem Artikel lernst du genau, wie du eine 30%-Provision in deinen Verkaufspreis einarbeitest, ohne deine Kunden zu verlieren.
Warum 30% Provision so gefährlich ist
Eine Provision von 30% bedeutet, dass von jedem €10, das ein Kunde bezahlt, nur €7 zu dir gehen. Die Plattform behält €3. Wenn deine Lebensmittelkosten 30% sind und deine Arbeitskosten 35%, dann bleibt nichts übrig.
⚠️ Achtung:
Viele Unternehmer erhöhen ihre Lieferpreise um 30% und denken, das Problem ist gelöst. Aber dann vergessen sie, dass sie auch VAT auf diesen höheren Preis zahlen.
Die richtige Formel für Provisionsausgleich
Um eine Provision von 30% auszugleichen, musst du deinen Preis um mehr als 30% erhöhen. Das liegt an der VAT und daran, dass du möchtest, dass dein Netto-Erlös gleich deinem Restaurant-Preis bleibt.
Formel: Neuer Preis = Restaurant-Preis / (1 - Provision%)
💡 Beispiel:
Du verkaufst eine Pasta in deinem Restaurant für €16,50.
- Gewünschter Netto-Erlös: €16,50
- Plattform-Provision: 30%
- Erforderlicher Lieferpreis: €16,50 / 0,70 = €23,57
Nach 30% Provision erhältst du: €23,57 × 0,70 = €16,50
Praktische Preisstrategie für Lieferung
Eine Erhöhung von 43% (von €16,50 auf €23,57) ist viel. Kunden schrecken davor zurück. Deshalb arbeiten viele Restaurants mit einer gemischten Strategie:
- Lieferkosten: €2,50 - €3,50 zusätzlich zu deinem Gericht
- Mindestbestellwert: €20 - €25 um Fixkosten zu decken
- Preiserhöhung: 15-25% statt vollständiger Ausgleich
- Spezialmenü für Lieferung: günstigere Gerichte mit niedrigeren Lebensmittelkosten
💡 Beispiel gemischte Strategie:
Pasta Restaurant-Preis: €16,50
- Lieferpreis Gericht: €19,50 (+18%)
- Lieferkosten: €2,99
- Gesamtbetrag Kunde zahlt: €22,49
- Provision 30%: €6,75
- Du erhältst: €15,74
Unterschied zum Restaurant: €0,76 weniger, aber akzeptabler für den Kunden
Lebensmittelkosten für Lieferung neu berechnen
Vergiss nicht, deine Verpackungskosten einzurechnen. Behälter, Tüten, Besteck und Aufkleber kosten durchschnittlich €0,75 - €1,50 pro Bestellung.
💡 Beispiel Lebensmittelkosten Lieferung:
Pasta mit Zutatenkosten €5,20:
- Zutaten: €5,20
- Verpackung: €1,20
- Gesamtproduktionskosten: €6,40
- Lieferpreis ohne VAT: €19,50 / 1,09 = €17,89
- Lebensmittelkosten: €6,40 / €17,89 = 35,8%
Das ist höher als im Restaurant (31,6%), aber akzeptabel für Lieferung
Wann Lieferung noch rentabel ist
Lieferung kann auch mit hohen Provisionen noch rentabel sein. Du brauchst schließlich weniger Personal (kein Service, weniger Spülen) und hast niedrigere Fixkosten pro Bestellung.
- Akzeptable Lebensmittelkosten Lieferung: 35-40% (höher als Restaurant wegen Verpackung)
- Niedrigere Personalkosten: kein Service, schnellerer Durchsatz
- Höherer Umsatz pro m²: keine Begrenzung durch Tischanzahl
⚠️ Achtung:
Berechne immer deine Gesamtkosten: Lebensmittel + Verpackung + Provision + Arbeit. Nur wenn du unter 75% deines Umsatzes bleibst, verdienst du Geld.
Wie berechnest du deinen Lieferpreis? (Schritt für Schritt)
Berechne deinen gewünschten Netto-Erlös
Nimm deinen Restaurant-Preis als Ausgangspunkt. Das ist der Betrag, den du mindestens nach Abzug der Plattform-Provision erhalten möchtest.
Wende die Ausgleichsformel an
Teile deinen Restaurant-Preis durch (1 - Provision%). Bei 30% Provision: Restaurant-Preis / 0,70. Das ergibt dir den Mindest-Lieferpreis.
Addiere Verpackungskosten zu deinen Lebensmittelkosten
Zähle Behälter, Tüten und Besteck zu deinen Zutatenkosten. Berechne deine Lebensmittelkosten mit dem neuen Lieferpreis neu, um zu prüfen, ob du noch rentabel bist.
✨ Pro tip
Überprüfe deine Lieferzahlen wöchentlich statt monatlich. Plattformen können ihre Provision ändern und du merkst es nur, wenn du regelmäßig kontrollierst, ob du noch rentabel bist.
Selbst berechnen?
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Häufig gestellte Fragen
Kann ich nicht einfach 30% zu meinem Preis addieren?
Nein, das reicht nicht aus. Wenn du €16,50 + 30% = €21,45 berechnest, erhältst du nach Provision €15,02. Du verlierst also €1,48 pro Gericht.
Warum sind meine Lieferpreise so viel höher als die der Konkurrenz?
Viele Restaurants machen Lieferung mit Verlust und gleichen das mit Restaurant-Umsatz aus. Oder sie haben niedrigere Lebensmittelkosten durch billigere Zutaten.
Sind Lebensmittelkosten von 40% für Lieferung zu hoch?
Für Lieferung sind 35-40% Lebensmittelkosten akzeptabel wegen niedrigerer Personalkosten. Prüfe, ob deine Gesamtkosten (Lebensmittel + Arbeit + Provision) unter 75% bleiben.
Muss ich VAT auf die Provision berechnen?
Nein, du zahlst VAT auf deinen gesamten Verkaufspreis. Die Provision ziehst du vom Netto-Betrag ab, den du erhältst.
Kann ich unterschiedliche Preise pro Plattform haben?
Ja, das ist erlaubt. Viele Restaurants haben unterschiedliche Preise auf Thuisbezorgd, Uber Eats und ihrer eigenen Website, je nach Provision.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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