Eine größere Lieferzone bedeutet mehr potenzielle Kunden, aber auch höhere Lieferkosten pro Bestellung. Deine Marge hängt davon ab, wie viele zusätzliche Bestellungen du erhältst versus die zusätzlichen Lieferkosten. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie du das durchrechnest, bevor du dich erweiterst.
Was ändert sich bei einer größeren Lieferzone?
Wenn du von 3 auf 10 Kilometer gehst, steigen deine Kosten pro Lieferung erheblich. Gleichzeitig erhältst du Zugang zu mehr potenziellen Kunden. Die Frage ist: Kompensiert der zusätzliche Umsatz die zusätzlichen Kosten?
Zusätzliche Kosten bei der Erweiterung
Bei einer größeren Lieferzone musst du mit folgendem rechnen:
- Höhere Kraftstoffkosten: Im Durchschnitt €0,30 pro zusätzlichem Kilometer
- Mehr Fahrtzeit: Längere Fahrten bedeuten weniger Lieferungen pro Stunde
- Fahrzeugverschleiß: Mehr Kilometer = höhere Wartungskosten
- Möglicherweise zusätzliches Personal: Wenn dein Volumen steigt, brauchst du mehr Fahrer
⚠️ Achtung:
Rechne nicht nur mit Kraftstoffkosten. Verschleiß, Versicherung und Zeit sind oft die größten Kostenpositionen bei der Lieferung.
Berechne deinen Break-Even-Punkt
Für jeden zusätzlichen Kilometer brauchst du mehr Bestellungen, um rentabel zu bleiben. So berechnest du, wie viele:
💡 Beispiel:
Aktuelle Situation (3 km Zone):
- Durchschnittliche Lieferkosten pro Bestellung: €3,50
- Durchschnittlicher Bestellwert: €28,00
- Plattformgebühr (25%): €7,00
- Netto pro Bestellung: €17,50
Neue Situation (10 km Zone):
- Durchschnittliche Lieferkosten pro Bestellung: €5,20
- Plattformgebühr bleibt: €7,00
- Netto pro Bestellung: €15,80
Unterschied: €1,70 weniger Marge pro Bestellung
Schätze den zusätzlichen Umsatz
Eine Zone von 10 km hat viel mehr Einwohner als 3 km. Aber nicht jeder bestellt bei dir. Verwende diese Faustregel:
- 3 km Zone: Etwa 28.000 m² = 28 km²
- 10 km Zone: Etwa 314.000 m² = 314 km²
- Potenzial: 11× mehr Fläche
Aber Achtung: Weiter weg bedeutet oft weniger treue Kunden. Rechne konservativ mit 3-5× mehr Bestellungen, nicht 11×.
💡 Rechenbeispiel:
Aktueller Umsatz: 50 Bestellungen/Tag × €28 = €1.400/Tag
Erwartetes Wachstum: 3× mehr Bestellungen = 150 zusätzliche Bestellungen
Zusätzlicher Umsatz: 150 × €28 = €4.200/Tag
Aber: niedrigere Marge pro Bestellung (€15,80 vs €17,50)
Netto zusätzlicher Gewinn: 150 × €15,80 - 50 × €1,70 = €2.285/Tag
Teste zuerst eine kleinere Erweiterung
Anstatt direkt auf 10 km zu gehen, teste zuerst 5-6 km. So siehst du, ob die Nachfrage vorhanden ist, ohne zu viel Risiko einzugehen. Messe nach 2 Wochen:
- Wie viele zusätzliche Bestellungen erhältst du?
- Wie lange dauert eine durchschnittliche Lieferung?
- Was kostet die Lieferung wirklich?
- Kommen Kunden zurück?
Alternative: Minimale Bestellmenge erhöhen
Wenn die Lieferung teurer wird, kannst du dies durch eine höhere Mindestbestellmenge kompensieren. Von €20 auf €30 kann schon viel ausmachen:
💡 Effekt der Mindestbestellung:
Bei €30 Minimum (war €20):
- Durchschnittliche Bestellung steigt auf €32
- Plattformgebühr: €8,00 (25% von €32)
- Netto bei 10km: €32 - €8 - €5,20 = €18,80
Das ist mehr als deine aktuellen €17,50 pro Bestellung!
Wie berechnest du die Marge bei der Erweiterung? (Schritt für Schritt)
Berechne deine aktuellen Kosten pro Lieferung
Addiere: Kraftstoff, Zeit des Fahrers (€15/Stunde), Fahrzeugverschleiß (€0,25/km), Versicherung. Teile dies durch die Anzahl der Lieferungen pro Tag, um deine Kosten pro Bestellung zu erhalten.
Schätze die neuen Lieferkosten bei 10km
Rechne mit 40% längeren Fahrtzeiten und 2× mehr Kilometern. Im Durchschnitt steigen die Lieferkosten von €3,50 auf €5,20 pro Bestellung bei einer Erweiterung von 3 auf 10 km.
Berechne, wie viele zusätzliche Bestellungen du brauchst
Teile die zusätzlichen Kosten pro Bestellung (€1,70) durch deine aktuelle Gewinnmarge pro Bestellung. Wenn diese €8 beträgt, brauchst du 1,70/8 = 21% mehr Bestellungen, um die Gewinnschwelle zu erreichen.
Teste zuerst eine kleinere Erweiterung
Gehe auf 5-6 km statt direkt auf 10 km. Messe 2 Wochen lang deine tatsächlichen Kosten und zusätzlichen Bestellungen. Erst dann kannst du zuverlässig auf 10 km hochrechnen.
✨ Pro tip
Beginne die Erweiterung nur während ruhiger Zeiten (Montag-Mittwoch). So kannst du die Auswirkungen messen, ohne deinen normalen Service zu beeinträchtigen, und baust ruhig Erfahrung auf.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Wie viele zusätzliche Bestellungen brauche ich, um die Gewinnschwelle zu erreichen?
Das hängt von deiner aktuellen Marge pro Bestellung ab. Wenn die Lieferung €1,70 teurer wird und deine Marge €8 beträgt, brauchst du 21% mehr Bestellungen. Bei einer Marge von €5 sind das bereits 34% mehr Bestellungen.
Kann ich die zusätzlichen Kosten in meine Preise einrechnen?
Ja, eine höhere Mindestbestellmenge funktioniert oft besser als höhere Menüpreise. Von €20 auf €30 Minimum erhöht deine durchschnittliche Bestellung normalerweise auf €32, was die zusätzlichen Lieferkosten kompensiert.
Wie weiß ich, ob es in der erweiterten Zone genug Nachfrage gibt?
Überprüfe, wie viele Restaurants bereits in dieser Zone liefern und wie beschäftigt diese sind. Schau dir auch die Bevölkerungsdichte an: 10 km außerhalb der Stadt hat oft weniger Potenzial als 10 km im städtischen Gebiet.
Was ist, wenn meine Lieferzeiten zu lang werden?
Lieferzeiten über 45 Minuten führen zu Beschwerden und weniger Wiederholungskäufen. Erwäge dann, Zonen in der Ferne während der Stoßzeiten auszuschließen oder einen zweiten Fahrer einzustellen.
Sollte ich unterschiedliche Preise je nach Entfernung berechnen?
Das ist möglich, aber komplex für Kunden. Besser ist ein einheitlicher Preis mit unterschiedlichen Mindestbestellmengen: €25 bis 5km, €35 bis 10km. So kompensierst du die zusätzlichen Kosten ohne Verwirrung.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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