Ein eigener Lieferservice kann eine zusätzliche Einnahmequelle sein, aber die finanzielle Machbarkeit hängt von vielen Faktoren ab. Viele Restaurantbesitzer unterschätzen die Lieferkosten und überschätzen den Gewinn. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt zu berechnen, ob ein Abonnement-Lieferservice für dein Geschäft rentabel ist.
Warum einen eigenen Lieferservice in Betracht ziehen?
Plattformen wie Lieferando und Uber Eats berechnen 15-30% Provision. Bei einem eigenen Lieferservice behältst du mehr Marge, aber trägst auch alle Kosten selbst. Die Frage ist: Wiegt die zusätzliche Marge die zusätzlichen Kosten auf?
💡 Beispiel:
Restaurant mit €5.000 Lieferumsatz pro Monat über Lieferando:
- Provision 25%: €1.250/Monat
- Nettoumsatz: €3.750/Monat
- Jährliche Provision: €15.000
Frage: Kannst du deine eigene Lieferung für weniger als €15.000/Jahr aufbauen?
Alle Kosten für eigene Lieferung
Ein eigener Lieferservice bringt mehr Kosten mit sich als nur einen Fahrer. Du musst alles berücksichtigen:
- Personal: Fahrer, Koordination, Planung
- Fahrzeuge: Kauf/Leasing, Wartung, Versicherung
- Kraftstoff: Benzin oder Strom
- Technologie: Bestell-App, Routenplanung, Zahlungen
- Marketing: Kunden für deinen eigenen Kanal werben
- Verwaltung: Buchhaltung, Steuern, Personalwesen
⚠️ Achtung:
Viele Unternehmer vergessen indirekte Kosten wie Verwaltung, Versicherungen und Zeit für Planung. Diese können 30-50% deiner direkten Kosten ausmachen.
Break-Even-Berechnung pro Lieferung
Um rentabel zu sein, muss jede Lieferung mindestens ihre eigenen Kosten decken. Die Formel:
Mindestmarge pro Lieferung = Gesamtmonatliche Kosten / Anzahl Lieferungen pro Monat
💡 Beispielberechnung:
Monatliche Kosten für eigene Lieferung:
- Fahrer (20 Stunden/Woche à €15): €1.300
- Roller-Leasing + Versicherung: €200
- Kraftstoff: €150
- App/Technologie: €100
- Verwaltung (10% Overhead): €175
Gesamt: €1.925/Monat
Bei 200 Lieferungen/Monat: €1.925 / 200 = €9,63 pro Lieferung
Abonnementmodell vs. Einzelbestellungsmodell
Ein Abonnement-Lieferservice funktioniert anders als einzelne Bestellungen. Kunden zahlen im Voraus für X Lieferungen pro Monat. Das hat Vor- und Nachteile:
- Vorteil: vorhersehbare Einnahmen, Kundenbindung
- Nachteil: du musst liefern, auch bei niedriger Bestellmenge
- Risiko: Kunden bestellen mehr als erwartet
Minimalen Abonnementspreis berechnen
Für ein Abonnement musst du mit durchschnittlichen Kosten pro Lieferung plus Gewinnmarge rechnen. Die Formel:
Abonnementspreis = (Kosten pro Lieferung × Anzahl Lieferungen) × (1 + Gewünschte Marge%)
💡 Beispiel Abonnement:
Abonnement für 8 Lieferungen pro Monat:
- Kosten pro Lieferung: €9,63
- 8 Lieferungen: €77,04
- Gewünschte Marge 20%: €77,04 × 1,20 = €92,45
Minimaler Abonnementspreis: €95/Monat
Kundenakquisition und Kundenbindung
Ein eigener Lieferservice bedeutet, dass du selbst Kunden werben musst. Plattformen bringen Traffic, du musst das jetzt selbst tun. Rechne mit:
- Akquisitionskosten: €20-50 pro neuem Kunden (Werbung, Aktionen)
- Bindungsquote: Wie viele Kunden verlängern ihr Abonnement?
- Kundenlebenswert: Wie lange bleibt ein Kunde durchschnittlich?
⚠️ Achtung:
Wenn deine Bindungsquote niedrig ist (unter 60%), wird Kundenakquisition zu teuer. Dann verbringst du ständig Zeit damit, neue Kunden zu suchen, statt bestehende Kunden zu bedienen.
Wann ist es finanziell machbar?
Ein eigener Lieferservice ist finanziell machbar, wenn:
- Du mindestens 150-200 Lieferungen pro Monat garantieren kannst
- Dein durchschnittlicher Bestellwert über €25 liegt
- Deine Kundenbindungsquote mindestens 60% beträgt
- Deine Gesamtkosten pro Lieferung unter der Plattformprovision bleiben
Für kleinere Volumen ist es oft besser, bei Plattformen zu bleiben und deine Energie darauf zu konzentrieren, deinen durchschnittlichen Bestellwert zu erhöhen und deine Lebensmittelkosten zu optimieren.
Wie berechnest du die Machbarkeit? (Schritt für Schritt)
Inventarisiere alle monatlichen Kosten
Addiere: Personal, Fahrzeug, Kraftstoff, Technologie, Versicherungen und Verwaltung. Vergiss keine indirekten Kosten wie Planung und Buchhaltung. Das ergibt deine Gesamtmonatlichen Kosten.
Berechne Kosten pro Lieferung
Teile deine Gesamtmonatlichen Kosten durch die erwartete Anzahl von Lieferungen. Das ist dein Break-Even-Punkt pro Lieferung. Addiere 15-25% Gewinnmarge für unvorhergesehene Kosten.
Vergleiche mit Plattformprovisionen
Berechne, was du derzeit an Lieferando/Uber Eats Provisionen pro Monat zahlst. Wenn deine eigenen Kosten niedriger sind und du das Bestellvolumen halten kannst, ist eigene Lieferung machbar.
Teste mit Pilotprojekt
Starten Sie klein mit einem begrenzten Gebiet und festen Kunden. Messen Sie Ihre tatsächlichen Kosten und Bindungsquoten. Passen Sie Ihre Berechnung basierend auf echten Daten an.
✨ Pro tip
Starten Sie mit einem Hybrid-Modell: Behalten Sie Plattformen für neue Kunden und bieten Sie Ihren treuesten Kunden ein eigenes Abonnement an. So testen Sie die Machbarkeit, ohne Ihren gesamten Traffic zu verlieren.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Was ist eine realistische Bindungsquote für Abonnement-Lieferung?
Für lokale Restaurants liegt dies normalerweise zwischen 50-70%. Höhere Bindung erreichst du durch konsistente Qualität, flexible Abonnements und guten Kundenservice.
Muss ich MwSt. auf Lieferkosten berechnen?
Ja, Lieferkosten fallen unter 19% MwSt. wie das Essen. Berechne immer ohne MwSt. für deine Kostenkalkulation und addiere MwSt. für den Endpreis.
Wie verhindere ich, dass Kunden bei einem Abonnement zu viel bestellen?
Setze klare Limits: maximale Anzahl von Lieferungen pro Woche, Mindestbestellwert oder arbeite mit Credits, die Kunden für größere Bestellungen sparen können.
Was ist, wenn ich nicht genug Liefervolumen für einen eigenen Service habe?
Erwägen Sie eine Zusammenarbeit mit anderen lokalen Restaurants, konzentrieren Sie sich auf die Erhöhung Ihres durchschnittlichen Bestellwerts oder bleiben Sie bei Plattformen und optimieren Sie Ihre Lebensmittelkosten.
Welche Technologie brauche ich mindestens?
Ein Bestellsystem (App oder Website), Zahlungsverarbeitung und Routenplanung. Einfache Lösungen kosten €50-150/Monat, komplexere Systeme €300+/Monat.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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