Beliebte Liefergerichte bringen oft die wenigsten Gewinne. Durch Plattformgebühren, Verpackungskosten und Konkurrenzdruck setzen Unternehmer ihre Preise zu niedrig an. Die Folge: deine meistverkauften Gerichte fressen deine Marge auf.
Warum beliebte Liefergerichte deinen Gewinn aufzehren
Es scheint logisch: Wenn ein Gericht oft über Lieferando oder Uber Eats bestellt wird, verdienst du doch gut daran? Leider nicht. Beliebte Liefergerichte haben oft die niedrigsten Margen wegen:
- Plattformgebühren: 15-30% jeder Bestellung gehen an die Plattform
- Verpackungskosten: Boxen, Taschen und Besteck kosten €0,50-€1,50 pro Bestellung
- Preisdruck: du konkurrierst direkt mit anderen auf der Plattform
- Keine Zusatzbestellungen: keine Getränke oder Desserts, die normalerweise deine Marge erhöhen
💡 Beispiel:
Dein beliebtestes Liefergericht: Pasta Carbonara für €14,50
- Zutaten: €4,20
- Verpackung: €0,80
- Plattformgebühren (25%): €3,63
- Netto-Einnahmen: €6,67
Echte Lebensmittelkosten: (€4,20 + €0,80) / €6,67 = 75%!
Die versteckten Kosten der Lieferung
Viele Unternehmer rechnen nur mit Zutatenkosten. Bei der Lieferung kommen zusätzliche Kosten hinzu, die deine Marge zerstören:
- Verpackungsmaterial: Aluminiumbehälter, Kunststoffdeckel, Taschen, Besteck
- Aufkleber und Etiketten: zum Verschließen und Beschriften
- Zusätzliche Bearbeitungszeit: Verpacken kostet Zeit = Arbeitskosten
- Rücksendungen: falsch geliefert oder unterwegs beschädigt
⚠️ Achtung:
Rechne Verpackungskosten immer in deine Selbstkosten ein. Eine Box für €0,20 scheint wenig, aber bei 100 Bestellungen pro Tag kostet sie dich €6.000 pro Jahr.
Wie du die echte Marge berechnest
Für Liefergerichte verwendest du eine angepasste Selbstkostenberechnung:
Echte Selbstkosten = Zutaten + Verpackung + (Plattformgebühren / Verkaufspreis)
💡 Schritt für Schritt:
Burger-Menü für €16,95 über Plattform (25% Kosten)
- Du erhältst: €16,95 × 0,75 = €12,71
- Zutaten: €5,40
- Verpackung: €0,95
- Gesamtkosten: €6,35
Marge: €12,71 - €6,35 = €6,36 (50% von dem, was du erhältst)
Strategien, um deine Marge zu retten
Du musst nicht mit beliebten Gerichten aufhören. Aber du musst intelligenter mit Preisen und Kosten umgehen:
1. Erhöhe deine Preise schrittweise
Teste, ob du 5-10% mehr verlangen kannst. Oft merkst du kaum einen Unterschied bei den Bestellungen, aber sehr wohl beim Gewinn.
2. Optimiere deine Verpackung
Kaufe Verpackungen in größeren Mengen. Wechsle zu günstigeren Alternativen, die immer noch gut sind.
3. Erstelle 'Liefer-Specials'
Entwickle Gerichte speziell für die Lieferung mit höheren Margen. Denk an Pasta, Curry oder Wok-Gerichte.
💡 Beispiel Liefer-Special:
Pad Thai für €15,95 (speziell für Lieferung)
- Zutaten: €3,80 (Reisnudeln, Gemüse, Sauce)
- Verpackung: €0,70
- Netto-Einnahmen: €11,96
- Marge: €7,46 (62% der Netto-Einnahmen)
Viel besser als deine Standard-Speisekarte!
Plattformspezifischer Ansatz
Jede Plattform hat ihre eigene Dynamik. Passe deine Strategie danach an:
- Lieferando: höhere Plattformgebühren, aber mehr Volumen
- Uber Eats: niedrigere Kosten, aber mehr Konkurrenz
- Eigene Lieferung: keine Plattformgebühren, aber eigene Kosten
Messen und anpassen
Halte wöchentlich fest, welche Liefergerichte du am meisten verkaufst und was sie bringen. Konzentriere dich auf die Top 5 und optimiere diese zuerst.
Mit einem System wie KitchenNmbrs siehst du direkt deine echte Marge pro Liefergericht, inklusive aller Kosten. So verhinderst du, dass beliebte Gerichte deinen Gewinn aufzehren.
Wie berechnest du die echte Marge von Liefergerichten?
Berechne deine Netto-Einnahmen
Ziehe die Plattformgebühren von deinem Verkaufspreis ab. Bei 25% Plattformgebühren erhältst du 75% des Menüpreises. Beispiel: €16,00 × 0,75 = €12,00 Netto-Einnahmen.
Addiere alle Kosten
Rechne Zutatenkosten + Verpackungskosten zusammen. Vergiss nichts: Behälter, Deckel, Taschen, Besteck, Aufkleber. Eine komplette Verpackung kostet oft €0,50-€1,20.
Berechne deine echte Marge
Ziehe deine Gesamtkosten von deinen Netto-Einnahmen ab. Das Ergebnis ist dein echter Gewinn pro Bestellung. Strebe mindestens 40-50% Marge von deinen Netto-Einnahmen an.
✨ Pro tip
Konzentriere dich auf Gerichte, die gut transportiert werden und wenig teure Verpackung benötigen. Currys, Pasta und Reisgerichte haben oft bessere Margen als Salate oder Gerichte mit viel Sauce.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Sollte ich unterschiedliche Preise für Lieferung und Abholung haben?
Ja, das ist logisch. Bei der Lieferung hast du zusätzliche Kosten (Verpackung, Plattformgebühren). Viele Restaurants berechnen 10-20% mehr für die Lieferung, um dies auszugleichen.
Wie oft sollte ich meine Lieferpreise anpassen?
Überprüfe monatlich die Margen deiner Top 5 Liefergerichte. Wenn Zutaten- oder Verpackungspreise steigen, passe deine Preise innerhalb von 2 Wochen an. Warte nicht bis zum Ende des Jahres.
Kann ich Plattformgebühren an den Kunden weitergeben?
Nicht direkt, aber du kannst deinen Menüpreis erhöhen, um die Kosten auszugleichen. Viele Kunden akzeptieren dies, wenn deine Qualität und dein Service gut sind.
Was ist eine gesunde Marge für Liefergerichte?
Strebe 40-50% Marge von deinen Netto-Einnahmen an (was du nach Plattformgebühren wirklich erhältst). Das ist niedriger als in deinem Restaurant, aber immer noch rentabel.
Sollte ich schlecht laufende Liefergerichte einstellen?
Nicht unbedingt. Versuche zuerst, den Preis zu erhöhen oder die Selbstkosten zu senken. Nur wenn beides nicht funktioniert und das Gericht Verluste macht, nimmst du es von der Speisekarte.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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