Plattformgebühren und Verpackungskosten fressen zusammen an deiner Marge. Viele Lieferunternehmer rechnen nur mit dem einen oder dem anderen, wodurch sie ihren tatsächlichen Gewinn überschätzen. In diesem Artikel lernst du, wie du beide Kostenpositionen korrekt in einer Kalkulation verarbeitest.
Warum beide Kosten gleichzeitig berechnen?
Bei der Lieferung hast du mit doppelten Kosten zu tun, die traditionelle Restaurants nicht haben:
- Plattformgebühren: 15-30% deines Bestellwerts an Lieferando, Uber Eats
- Verpackungskosten: €0,50-€2,00 pro Bestellung für Behälter, Taschen, Besteck
- Zusammen: können sie 20-35% deines Umsatzes aufzehren
Wenn du diese nicht zusammen berechnest, denkst du, dass du profitabel bist, während du tatsächlich Verlust machst.
⚠️ Achtung:
Plattformgebühren werden auf den gesamten Bestellwert berechnet (einschließlich Lieferkosten und Trinkgeld). Verpackungskosten sind fest pro Bestellung, unabhängig von der Bestellgröße.
Die vollständige Formel
Deine tatsächliche Marge nach Plattform- und Verpackungskosten berechnest du so:
Nettoumsatz = Bruttoumsatz - Plattformgebühren - Verpackungskosten
Tatsächliche Marge % = ((Nettoumsatz - Zutatenkosten) / Nettoumsatz) × 100
💡 Beispiel:
Bestellung Pasta Carbonara für €18,50 über Lieferando:
- Bruttoumsatz: €18,50
- Plattformgebühren (25%): €4,63
- Verpackungskosten: €1,20
- Zutatenkosten: €5,10
Nettoumsatz: €18,50 - €4,63 - €1,20 = €12,67
Tatsächliche Marge: (€12,67 - €5,10) / €12,67 = 59,7%
Verpackungskosten pro Kategorie
Verschiedene Gerichte haben unterschiedliche Verpackungskosten:
- Pizza: €0,30-€0,50 (nur Karton)
- Warme Mahlzeiten: €0,80-€1,50 (Behälter + Deckel + Tasche)
- Salat: €0,60-€1,20 (Behälter + Dressing-Töpfchen)
- Sushi: €1,00-€2,00 (spezielle Behälter + Wasabi/Ingwer)
Zähle auch auf: Besteck, Servietten, Saucen, Aufkleber für die Tasche.
Plattformgebühren variieren je nach Dienst
Jede Plattform rechnet anders:
- Lieferando: 12-25% je nach Vertrag und Volumen
- Uber Eats: 15-30% einschließlich Lieferkosten
- Deliveroo: 20-35% je nach Region
- Eigene Lieferung: 0% Plattform, aber Benzin und Personal
💡 Beispiel große Bestellung:
Familienbestellung von €45,00 über Uber Eats:
- Bruttoumsatz: €45,00
- Plattformgebühren (28%): €12,60
- Verpackungskosten: €3,50 (mehrere Behälter)
- Zutatenkosten: €13,50
Nettoumsatz: €45,00 - €12,60 - €3,50 = €28,90
Tatsächliche Marge: (€28,90 - €13,50) / €28,90 = 53,3%
Kompensationsstrategien
Um gesunde Margen zu halten, kannst du:
- Preise erhöhen: 15-25% über deinen Restaurantpreisen
- Mindestbestellwert: €20-€25, um Fixkosten zu verteilen
- Intelligente Verpackung: wiederverwendbare Behälter für Stammkunden
- Direktbestellungen fördern: eigene App/Website ohne Plattformgebühren
Break-Even-Berechnung
Dein Break-Even-Punkt liegt bei Lieferung höher:
Break-Even = (Fixkosten pro Tag) / (Durchschnittliche Bestellung - Plattform- und Verpackungskosten - Zutatenkosten)
⚠️ Achtung:
Rechne immer mit deinem schlechtesten Tag. Wenn dein Break-Even 30 Bestellungen ist und du erreichst am Dienstag nur 25 Bestellungen, machst du Verlust.
Digital nachverfolgen
Manuelle Berechnung jeder Bestellung kostet zu viel Zeit. Ein System wie KitchenNmbrs kann deine tatsächliche Marge automatisch berechnen, indem es:
- Plattformgebühren pro Dienst einstellt
- Verpackungskosten pro Gericht festlegt
- Echtzeit-Einblick in deinen tatsächlichen Gewinn bietet
So siehst du sofort, welche Bestellungen wirklich profitabel sind und welche dir Geld kosten.
Wie berechnest du Plattform- und Verpackungskosten zusammen?
Sammle alle Kostenpositionen
Notiere pro Gericht: Zutatenkosten, Verpackungskosten (Behälter, Deckel, Besteck, Tasche) und den Plattformprozentsatz deines Lieferpartners. Vergiss keine kleinen Artikel wie Aufkleber oder zusätzliche Saucen.
Berechne deinen Nettoumsatz
Ziehe von deinem Brutto-Bestellwert zuerst die Plattformgebühren ab (Prozentsatz des Gesamts) und dann die Verpackungskosten. Dies ergibt deinen tatsächlichen Umsatz nach Lieferkosten.
Bestimme deine tatsächliche Marge
Teile deinen Gewinn (Nettoumsatz minus Zutatenkosten) durch deinen Nettoumsatz und multipliziere mit 100. Dies ist dein echter Gewinnprozentsatz nach allen Lieferkosten.
✨ Pro tip
Lege einen Mindestbestellwert fest, der deine Verpackungskosten deckt. Bei €1,50 Verpackungskosten brauchst du mindestens €15-20 Umsatz, um rentabel zu bleiben.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Muss ich MwSt. in die Berechnung der Plattformgebühren einbeziehen?
Plattformgebühren werden normalerweise auf den Preis inklusive MwSt. berechnet. Überprüfe deinen Vertrag, aber rechne sicherheitshalber immer mit dem gesamten Bestellwert inklusive MwSt.
Wie berechne ich Verpackungskosten, wenn ich in großen Mengen einkaufe?
Teile deinen Gesamtkaufpreis durch die Anzahl der Stücke. Eine Schachtel mit 500 Behältern für €75 kostet €0,15 pro Behälter. Addiere alle Komponenten: Behälter + Deckel + Tasche + Besteck.
Was ist, wenn meine Plattformgebühren täglich variieren?
Verwende den Durchschnittsprozentsatz des letzten Monats. Einige Plattformen geben Rabatt bei höherem Volumen, andere berechnen extra während der Stoßzeiten. Rechne mit deinem tatsächlichen Durchschnitt.
Muss ich Lieferkosten einrechnen, wenn diese direkt an den Kurier gehen?
Nein, Lieferkosten, die direkt an den Kurier gehen, zählst du nicht. Nur Kosten, die von deinem Umsatz abgehen: Plattformprovision, Zahlungsgebühren und dein Verpackungsmaterial.
Wie oft sollte ich diese Berechnung aktualisieren?
Überprüfe monatlich deine durchschnittlichen Plattform- und Verpackungskosten. Preise für Verpackungsmaterialien können steigen, und Plattformen passen ihre Tarife manchmal ohne große Ankündigung an.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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