Verpackungen kosten Geld, können aber auch deine Marke stärken. Viele Unternehmer vergessen diese Kosten bei der Preisgestaltung, wodurch ihre Marge unbemerkt sinkt. In diesem Artikel lernst du, wie du Verpackungskosten korrekt weitergibst und wie du Branding auf Verpackungen als Investition betrachten kannst.
Verpackungskosten sind mehr als du denkst
Ein einfaches Kunststoffbehältnis scheint günstig zu sein, aber wenn du alle Komponenten zusammenzählst: Behältnis, Deckel, Aufkleber, Tüten, Servietten, Besteck. Für eine Lieferbestellung kommst du schnell auf €0,80 bis €1,50 an Verpackungskosten.
💡 Beispiel: Pasta-Lieferbestellung
Verpackungskosten pro Bestellung:
- Aluminiumbehältnis: €0,35
- Kartondeckel: €0,15
- Kunststofftüte: €0,08
- Serviette + Besteck: €0,12
- Aufkleber mit Logo: €0,05
Gesamt: €0,75 pro Bestellung
Bei 100 Bestellungen pro Woche bedeutet dies €3.900 pro Jahr nur für Verpackungen. Das musst du über deinen Menüpreis wieder verdienen.
Berechne deine Verpackungskosten pro Gericht
Behandle Verpackungskosten als Teil deiner Kostpreis, genau wie Zutaten. Die Formel wird dann:
Gesamtkostpreis = Zutatenkosten + Verpackungskosten
Anschließend berechnest du deinen food cost Prozentsatz:
Food cost % = (Zutatenkosten + Verpackungskosten) / Verkaufspreis ohne VAT × 100
💡 Beispiel: Salatlieferung
Menüpreis: €16,50 inkl. 9% VAT (= €15,14 ohne VAT)
- Zutatenkosten: €4,20
- Verpackungskosten: €0,90
- Gesamtkostpreis: €5,10
Food cost: (€5,10 / €15,14) × 100 = 33,7%
Ohne Verpackungskosten würde dein food cost 27,7% erscheinen. Durch die Verpackung steigt er auf 33,7% - ein Unterschied von 6 Prozentpunkten.
Branded Verpackungen als Marketinginvestition
Verpackungen mit deinem Logo und deinem Corporate Design kosten mehr, haben aber auch Vorteile:
- Markenerkennung: Deine Verpackung wird zu einer wandelnden Werbung
- Professionalität: Gäste nehmen dich ernster als mit neutralen Behältnissen
- Mund-zu-Mund-Propaganda: Menschen teilen eher Fotos von schön verpackten Gerichten
- Kundenloyalität: Branded Experience erhöht die Chance auf Wiederholungsbestellungen
⚠️ Achtung:
Branded Verpackungen kosten oft 20-50% mehr als neutrale Verpackungen. Rechne diesen Unterschied in deine Kostpreis ein, sonst verdampft deine Marge unbemerkt.
Drei Strategien für Branded Verpackungen
Strategie 1: Selektives Branding
Brande nur deine Signature-Gerichte oder Premium-Artikel. So hältst du die Zusatzkosten begrenzt und schaffst trotzdem Markenerkennung.
Strategie 2: Durchberechnung im Menüpreis
Erhöhe deinen Menüpreis um die zusätzlichen Verpackungskosten. Branded Verpackungen rechtfertigen oft einen etwas höheren Preis, weil sie mehr Wert ausstrahlen.
Strategie 3: Mindestbestellwert
Nutze Branded Verpackungen nur bei Bestellungen über einem bestimmten Betrag. So finanzierst du die Zusatzkosten über einen höheren Bestellwert.
💡 Beispiel: ROI-Berechnung
Branded Verpackung kostet €0,25 extra pro Bestellung. Wenn dies zu 10% mehr Wiederholungsbestellungen führt:
- Zusatzkosten: €0,25 pro Bestellung
- Durchschnittlicher Bestellwert: €22,50
- Marge pro Bestellung: €6,75 (30%)
- 10% mehr Wiederholungsbestellungen = €0,675 zusätzliche Marge pro ursprünglicher Bestellung
ROI: €0,675 / €0,25 = 270% Rendite
Praktische Tipps für Verpackungskostenmanagement
Verhandle über Mengen. Ab 5.000 Stück bekommst du oft 15-25% Rabatt auf Branded Verpackungen. Rechne aus, ob sich diese Investition amortisiert.
Teste verschiedene Verpackungen auf Kosten und Qualität. Billige Verpackungen, die auslaufen, kosten dich letztendlich mehr durch Beschwerden und negative Bewertungen.
Beachte Jahreszeiten. Viele Verpackungslieferanten haben Spitzenzeiten (Weihnachten, Sommer), in denen die Preise steigen. Plane deinen Einkauf entsprechend.
Messe die Auswirkungen von Branded Verpackungen. Verfolge deinen Wiederholungsquote und Bewertungen vor und nach dem Wechsel zu Branded Verpackungen. So weißt du, ob sich die Investition amortisiert.
Wie berechnest du Verpackungskosten in deine Preisstrategie ein?
Inventarisiere alle Verpackungskomponenten
Erstelle eine Liste von allem, was in eine Lieferbestellung gehört: Behältnisse, Deckel, Tüten, Besteck, Servietten, Aufkleber. Addiere die Kosten pro Komponente für eine komplette Bestellung.
Berechne Kostpreis inklusive Verpackung
Addiere Verpackungskosten zu deinen Zutatenkosten. Dies wird dein neuer Gesamtkostpreis pro Gericht. Nutze dies für deine food cost Berechnung.
Bestimme deine Branded Verpackungsstrategie
Wähle zwischen selektivem Branding, Durchberechnung im Preis oder Kopplung an einen Mindestbestellwert. Teste die Auswirkungen auf Wiederholungsbestellungen und passe deine Strategie an.
✨ Pro tip
Nutze verschiedene Verpackungen für verschiedene Preisklassen. Premium-Gerichte verdienen Branded Verpackungen, Basis-Gerichte können mit neutraler Verpackung auskommen.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
War dieser Artikel hilfreich?
Häufig gestellte Fragen
Wie viel darf ich extra für Branded Verpackungen verlangen?
Branded Verpackungen rechtfertigen normalerweise 3-8% höhere Menüpreise. Gäste erwarten mehr Qualität und Service bei Branded Präsentation.
Muss ich Verpackungskosten in meinen food cost einbeziehen?
Ja, behandle Verpackungskosten als Teil deiner Kostpreis. Sonst scheint deine Marge höher zu sein als sie wirklich ist.
Wann lohnt sich Branded Verpackung?
Wenn Branded Verpackung zu 8-10% mehr Wiederholungsbestellungen führt, amortisiert sich die zusätzliche Investition normalerweise innerhalb von 3-6 Monaten.
Kann ich Verpackungskosten von der VAT abziehen?
Verpackungen sind Betriebskosten und daher abzugsfähig. Bewahre Rechnungen auf und rechne die VAT korrekt in deiner Buchhaltung durch.
Wie verhindere ich, dass Verpackungskosten aus dem Ruder laufen?
Überwache deine Verpackungskosten als Prozentsatz des Umsatzes. Bleibe unter 3-5% für Lieferungen und unter 2% für Abholung.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
Sie verkaufen Lebensmittel? Dann brauchen Sie KitchenNmbrs
Ob Restaurant, Food Truck, Catering oder Meal-Kit-Unternehmen — Sie müssen wissen, was jedes Gericht kostet. KitchenNmbrs gibt Ihnen diesen Einblick. Starten Sie Ihre kostenlose Testphase.
Kostenlose Testversion starten →