Eine Terrassenerweiterung kann deinen Umsatz erheblich steigern, kostet aber auch viel Geld im Voraus. Viele Gastronomen verlassen sich auf ihr Bauchgefühl, dabei kannst du das einfach durchrechnen. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie du berechnest, ob eine Terrassenerweiterung finanziell sinnvoll ist.
Was kostet eine Terrassenerweiterung wirklich?
Viele Unternehmer denken nur an die Anschaffung von Tischen und Stühlen. Aber es gibt noch mehr zu beachten:
- Möbel: Tische, Stühle, Sonnenschirme, Heizung
- Genehmigungen: Terrassengenehmigung Gemeinde (€200-€2.000/Jahr)
- Infrastruktur: Beleuchtung, eventuell Wasser-/Stromanschluss
- Wartung: Reinigung, Reparaturen, Winterlagerung
- Versicherung: Erweiterung des Versicherungsschutzes
? Beispiel Terrassenerweiterung (20 zusätzliche Plätze):
Restaurant mit 60 Plätzen innen möchte 20 Plätze auf der Terrasse hinzufügen:
- 10 Tische + 20 Stühle: €3.500
- 5 Sonnenschirme: €1.500
- Terrassenbeleuchtung: €800
- Terrassengenehmigung: €600/Jahr
- Zusatzversicherung: €200/Jahr
Gesamtinvestition: €6.600
Wie viel zusätzlichen Umsatz musst du machen?
Deine Terrassenerweiterung muss sich selbst amortisieren. Berechne zuerst deinen Break-Even-Punkt:
Break-Even-Formel:
Gesamtinvestition ÷ Durchschnittliche Marge pro Gast = Anzahl zusätzlicher Gäste erforderlich
? Break-Even-Berechnung:
Investition €6.600, durchschnittliche Rechnung €28, Nettomarge 15%:
- Nettomarge pro Gast: €28 × 0,15 = €4,20
- Break-Even: €6.600 ÷ €4,20 = 1.571 zusätzliche Gäste
- Bei 6 Monaten Terrassensaison = 262 zusätzliche Gäste pro Monat
- Bei 25 Öffnungstagen pro Monat = 10,5 zusätzliche Gäste pro Tag
Du musst durchschnittlich 11 zusätzliche Gäste pro Tag anziehen, um die Gewinnschwelle zu erreichen.
Schätze deine zusätzliche Kapazität realistisch ein
Eine Terrasse mit 20 Plätzen bedeutet nicht automatisch 20 zusätzliche Gäste pro Tag. Rechne mit diesen Faktoren:
- Saison: Terrasse läuft oft 5-7 Monate (April-Oktober)
- Wetter: Regen, Wind, Kälte = weniger Gäste
- Umschlagshäufigkeit: Terrasse oft langsamer als innen (Gäste bleiben länger sitzen)
- Auslastungsgrad: Terrasse selten 100% voll, rechne mit 60-70%
⚠️ Achtung:
Viele Unternehmer rechnen mit 100% Auslastung und perfekten Bedingungen. In der Realität erreichst du auf einer Terrasse oft nur 50-60% der theoretischen Kapazität.
Rechne mit verschiedenen Szenarien
Erstelle drei Szenarien, um das Risiko einzuschätzen:
Pessimistisches Szenario (30% der Kapazität):
20 Plätze × 0,30 × 1,5 Umschlag = 9 zusätzliche Gäste/Tag
Realistisches Szenario (50% der Kapazität):
20 Plätze × 0,50 × 1,5 Umschlag = 15 zusätzliche Gäste/Tag
Optimistisches Szenario (70% der Kapazität):
20 Plätze × 0,70 × 1,5 Umschlag = 21 zusätzliche Gäste/Tag
? Amortisationszeit pro Szenario:
- Pessimistisch: 9 Gäste/Tag = 1,7 Saisons
- Realistisch: 15 Gäste/Tag = 1,0 Saison
- Optimistisch: 21 Gäste/Tag = 0,7 Saison
Im realistischen Szenario verdienst du die Investition in einer Saison zurück.
Zusätzliche Kosten, die du oft vergisst
Eine Terrasse bringt auch laufende Kosten mit sich:
- Zusätzliches Personal: Bedienung der Terrasse kostet mehr Zeit als innen
- Reinigung: Möbel täglich reinigen, besonders nach Regen
- Ersatz: Terrassenmöbel verschleißen schneller durch Wetter
- Winterlagerung: Platz und Zeit, um alles zu lagern
- Genehmigungsverlängerung: Jährliche Kosten für die Gemeinde
Wann lohnt sich eine Terrasse?
Eine Terrassenerweiterung ist finanziell attraktiv, wenn:
- Du die Investition innerhalb von 1,5 Saisons zurückverdienst
- Dein aktuelles Geschäft bereits gut läuft (nicht als Rettungsanker nutzen)
- Du genug Durchsatz hast, um die zusätzliche Kapazität zu füllen
- Der Standort geeignet ist (keine belebte Straße, gute Sonneneinstrahlung)
⚠️ Achtung:
Wenn du innen noch regelmäßig leere Tische hast, behebe zuerst dein Marketing und deinen Service, bevor du erweiterst. Mehr Kapazität hilft nicht, wenn du deine aktuelle Kapazität nicht auslastest.
Teste zuerst mit einer temporären Lösung
Bevor du Tausende von Euro investierst, teste das Konzept:
- Miete einen Monat lang Terrassenmöbel
- Beobachte, wie viele zusätzliche Gäste du anziehst
- Messe die Umsatzauswirkung
- Berechne, ob es strukturell rentabel ist
Viele Vermieter haben Terrassenmöbel für €50-€100 pro Tisch pro Monat verfügbar. Für €500 testest du einen Monat lang, ob deine Terrassenpläne realistisch sind.
Wie berechnest du die Terrasseninvestition? (Schritt für Schritt)
Addiere alle Kosten
Erstelle eine Liste aller Kosten: Möbel, Genehmigungen, Infrastruktur, Versicherung und jährliche Kosten. Vergiss Wartung und Ersatz nicht.
Berechne deinen Break-Even-Punkt
Teile deine Gesamtinvestition durch deine durchschnittliche Nettomarge pro Gast. Dies ergibt die Anzahl der zusätzlichen Gäste, die du benötigst, um die Gewinnschwelle zu erreichen.
Schätze realistische Auslastung ein
Rechne mit 50-60% Auslastung und berücksichtige die Saison (5-7 Monate). Erstelle drei Szenarien: pessimistisch, realistisch und optimistisch.
✨ Pro tip
Beginne klein mit 8-10 Plätzen und baue aus, wenn es gut läuft. So begrenzst du dein Risiko und lernst, was an deinem Standort funktioniert.
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Häufig gestellte Fragen
Wie viel kostet eine durchschnittliche Terrassengenehmigung?
Kann ich die Terrasse das ganze Jahr über nutzen?
Was ist, wenn sich die Terrasse nicht rentiert?
Wie viel zusätzliches Personal benötige ich?
Muss ich meine Versicherung anpassen?
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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