Der Kostpreis pro Person bestimmt, ob dein Catering rentabel ist. Viele Caterer rechnen nur mit Zutaten, vergessen aber Personal, Transport und Material. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie du den vollständigen Kostpreis für Geschäftsessen berechnest.
Was gehört zum Catering-Kostpreis?
Bei Catering gibt es mehr Kosten als nur Zutaten. Du musst rechnen mit:
- Zutaten - alle Produkte für das Menü
- Personal - Vorbereitung, Transport, Service vor Ort
- Transport - Benzin, Fahrzeugverschleiß
- Material - Geschirr, Warmhaltebehälter, Tischtücher
- Verpackung - Behälter, Folie, Servietten
⚠️ Achtung:
Rechne immer mit 5-10% Ausfällen. Du bereitest für 50 Personen vor, aber es kommen 45. Diese Kosten entstehen trotzdem.
Zutatenkosten berechnen
Beginne mit deinem Menü und rechne pro Person aus, was die Zutaten kosten. Addiere alles:
- Hauptgang (Fleisch, Fisch, vegetarisch)
- Beilagen (Kartoffeln, Gemüse, Saucen)
- Brot, Butter, Garnierung
- Getränke (Kaffee, Tee, Wasser, Saft)
💡 Beispiel Geschäftsessen:
Menü für 40 Personen:
- Brötchen (€1,20 pro Person)
- Belag und Salat (€2,80 pro Person)
- Suppe (€0,90 pro Person)
- Obst und Keks (€1,10 pro Person)
- Getränke (€0,80 pro Person)
Zutaten gesamt: €6,80 pro Person
Personal und Arbeitskosten
Berechne, wie viele Stunden du für dieses Catering brauchst:
- Vorbereitung - Einkaufen, Zubereitung, Verpacken
- Transport - Hin- und Rückfahrt
- Vor Ort - Aufbau, Service, Abbau
- Abwicklung - Material reinigen, Verwaltung
Rechne mit deinem Stundensatz inklusive Arbeitgeberabgaben. Für Selbstständige: mindestens €25-35 pro Stunde.
💡 Beispiel Arbeitskosten:
Für 40 Personen Geschäftsessen:
- Vorbereitung: 3 Stunden × €30 = €90
- Transport: 1,5 Stunden × €30 = €45
- Vor Ort: 2 Stunden × €30 = €60
- Abwicklung: 1 Stunde × €30 = €30
Arbeit gesamt: €225 (= €5,63 pro Person)
Transport- und Materialkosten
Vergiss diese Kosten nicht:
- Benzin - rechne €0,35 pro Kilometer
- Material Miete/Verschleiß - Warmhaltebehälter, Geschirr
- Verpackungsmaterial - Folie, Behälter, Servietten
- Versicherung und Risiko - Schäden vor Ort
💡 Beispiel sonstige Kosten:
Für 40 Personen:
- Transport: 30 km × €0,35 = €10,50
- Verpackung: €25
- Material Verschleiß: €15
Sonstige Kosten: €50,50 (= €1,26 pro Person)
Gesamtkostpreis berechnen
Addiere alle Kosten und teile durch die Anzahl der Personen:
Kostpreis pro Person = (Zutaten + Arbeit + Transport + Material) / Anzahl Personen
💡 Vollständige Berechnung:
Geschäftsessen 40 Personen:
- Zutaten: €6,80 pro Person
- Arbeit: €5,63 pro Person
- Transport/Material: €1,26 pro Person
Gesamtkostpreis: €13,69 pro Person
Vom Kostpreis zur Verkaufspreis
Dein Kostpreis ist €13,69 pro Person. Jetzt musst du Gewinn machen. Übliche Marge für Catering ist 40-60%.
Verkaufspreis = Kostpreis / (1 - Gewünschte Marge%)
Bei 45% Marge: €13,69 / 0,55 = €24,89 pro Person ohne MwSt.
Mit 19% MwSt.: €24,89 × 1,19 = €29,62 pro Person mit MwSt.
⚠️ Achtung:
Rechne immer einen Puffer für Ausfälle und unvorhergesehene Kosten ein. Besser 10% zu hoch kalkulieren als Verlust machen.
Catering-Kosten digital verwalten
Mit einer App wie KitchenNmbrs kannst du:
- Rezepte für Standard-Catering-Menüs erstellen
- Kostpreis pro Person automatisch berechnen
- Verschiedene Menüs auf Rentabilität vergleichen
- Zutatenpreise pro Lieferant verfolgen
Das spart Zeit bei Angeboten und verhindert, dass du Kosten vergisst.
Wie berechnest du Catering-Kostpreis? (Schritt für Schritt)
Berechne Zutaten pro Person
Erstelle eine Liste aller Zutaten für dein Menü. Addiere die Kosten und teile durch die Anzahl der Personen. Vergiss nicht Getränke, Brot und Garnierung.
Rechne Arbeitsstunden aus
Addiere alle Stunden: Vorbereitung, Transport, Service und Abwicklung. Multipliziere mit deinem Stundensatz (mindestens €25-35). Teile durch die Anzahl der Personen.
Addiere Transport- und Materialkosten
Rechne Benzin (€0,35/km), Verpackung und Material Verschleiß. Teile durch die Anzahl der Personen für Kostpreis pro Person.
Berechne Gesamtkostpreis
Addiere Zutaten + Arbeit + sonstige Kosten. Das ist dein Kostpreis pro Person. Darauf musst du Gewinn aufschlagen.
Bestimme Verkaufspreis mit Marge
Teile Kostpreis durch (1 - gewünschte Marge). Bei 45% Marge: Kostpreis / 0,55. Rechne MwSt. hinzu für Endpreis.
✨ Pro tip
Erstelle Standard-Catering-Pakete mit festen Kostpreisen. Das macht Angebote schneller und verhindert, dass du Kosten vergisst. Berechne auch eine Mindestabnahme, um deine Fixkosten zu decken.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Welche Marge ist normal für Catering?
Übliche Margen für Catering liegen zwischen 40-60%. Das klingt hoch, aber du hast mehr Risiko und Kosten als ein Restaurant. Bei 45% Marge hast du genug Puffer für unvorhergesehene Kosten.
Muss ich MwSt. auf meinen Catering-Preis rechnen?
Ja, Catering fällt unter 19% MwSt. (wie Restaurants). Berechne zuerst deinen Preis ohne MwSt., dann × 1,19 für den Preis, den du dem Kunden berechnest.
Wie rechne ich mit Ausfällen beim Catering?
Rechne standardmäßig 5-10% Ausfälle in deinen Kostpreis ein. Du bereitest für 50 Personen vor, aber es kommen 45. Diese zusätzlichen Kosten sind real und müssen gedeckt werden.
Was ist, wenn der Kunde mehr Personen hat als vereinbart?
Treffe klare Absprachen über zusätzliche Personen. Berechne mindestens deinen Verkaufspreis pro Person durch, oder höher, weil du nicht optimal planen konntest. Setze das in dein Angebot.
Wie berechne ich Transportkosten für Catering?
Rechne €0,35 pro Kilometer für Benzin und Verschleiß. Addiere Hin- und Rückfahrt. Bei langen Strecken kannst du auch Fahrtzeit als Arbeitskosten einrechnen.
Kann ich die gleichen Preise wie ein Restaurant berechnen?
Nein, Catering ist teurer wegen zusätzlicher Kosten: Transport, Material, Risiko von Ausfällen und mehr Arbeitsintensität. Rechne 20-40% höher als deine Restaurant-Preise.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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