Die Entwicklung eines neuen Liefergericht erfordert andere Margenberechnungen als normale Menügerichte. Du musst Plattformgebühren, Verpackungsmaterial und lieferspezifische Preisstrategien berücksichtigen. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie du eine rentable Marge für exklusive Liefergerichte berechnest.
Warum Liefergerichte andere Margen haben
Bei der Lieferung kommen zusätzliche Kostenstellen hinzu, die deine normale Lebensmittelkosten beeinflussen. Plattformen wie Lieferando oder Uber Eats berechnen Provisionen, du hast Verpackungskosten und oft andere Portionsgrößen.
⚠️ Achtung:
Deine Gesamtkosten können durch Plattformgebühren und Verpackung 20-30% höher liegen als bei normalen Gerichten. Plane dies im Voraus ein.
Alle Kostenstellen für Liefergerichte
Für eine korrekte Margenberechnung addierst du diese Kosten:
- Lebensmittelkosten: alle Lebensmittel, die ins Gericht gehen
- Verpackungskosten: Behälter, Deckel, Taschen, Aufkleber, Besteck
- Plattformprovision: normalerweise 15-30% des Bestellwerts
- Zahlungsgebühren: Kreditkarten-/iDEAL-Gebühren (oft 2-4%)
- Lieferkosten: falls du diese selbst trägst
💡 Beispiel Kostenaufschlüsselung:
Pasta Carbonara Liefergericht:
- Lebensmittel: €4,20
- Verpackung (Behälter + Deckel + Tasche): €0,65
- Plattformprovision (25% von €16,95): €4,24
- Zahlungsgebühren (3% von €16,95): €0,51
Gesamtkosten: €9,60 auf €16,95 = 56,6% Kosten
Formel zur Berechnung der Liefermarge
Die Formel für deine Nettomarge nach allen Lieferkosten:
Nettomarge % = ((Verkaufspreis - Lebensmittel - Verpackung - Plattformprovision - Zahlungsgebühren) / Verkaufspreis) × 100
Für eine gesunde Liefermarge strebst du eine Nettomarge von mindestens 35-40% an. Das ist niedriger als normale Gerichte (45-55%), aber realistisch mit Plattformgebühren und Verpackungskosten.
💡 Beispielberechnung:
Burger-Menü für €18,50:
- Verkaufspreis: €18,50
- Lebensmittel: €5,10
- Verpackung: €0,75
- Plattformprovision (25%): €4,63
- Zahlungsgebühren (3%): €0,56
Nettogewinn: €18,50 - €11,04 = €7,46
Nettomarge: 40,3% ✓
Optimale Preisstrategie für Liefergerichte
Da deine Kosten höher sind, musst du oft 20-30% mehr verlangen als in deinem Restaurant. Gäste akzeptieren dies, weil sie den Komfortfaktor mitbezahlen.
- Beginne mit deiner gewünschten Nettomarge: zum Beispiel 40%
- Rechne rückwärts: Was musst du verlangen, um diese Marge zu erreichen?
- Überprüfe den Markt: Liegt dein Preis im Einklang mit Konkurrenten?
- Teste und passe an: Beobachte die Konversionsrate und Bestellungen
⚠️ Achtung:
Plattformprovisionen unterscheiden sich je nach Plattform und können sich ändern. Überprüfe regelmäßig deine tatsächlichen Kosten in deinem Dashboard.
Verpackungskosten nicht vergessen
Verpackung scheint ein kleiner Betrag zu sein, addiert sich aber schnell. Rechne durchschnittlich €0,50 bis €1,50 pro Gericht, je nach deiner Verpackungswahl.
💡 Beispiel Verpackungskosten:
Salatschüssel mit separatem Dressing:
- Große Salatschüssel: €0,35
- Deckel: €0,15
- Dressing-Behälter mit Deckel: €0,12
- Kunststoffgabel: €0,08
- Papiertüte: €0,18
Gesamtverpackung: €0,88 pro Bestellung
Nutze Tools für automatische Berechnung
Mit all den variablen Kosten wird die manuelle Berechnung komplex. Ein Tool wie KitchenNmbrs kann Plattformgebühren und Verpackungskosten automatisch in deine Kostenkalkulation einbeziehen.
Du stellst einmalig deine Plattformprozentsätze und Verpackungskosten ein und siehst sofort deine Nettomarge pro Liefergericht. Das spart Zeit und verhindert Rechenfehler.
Wie berechnest du die Marge auf ein Liefergericht? (Schritt für Schritt)
Berechne deine grundlegenden Lebensmittelkosten
Addiere alle Lebensmittel, die ins Gericht gehen. Rechne pro Portion und vergesse nicht Gewürze, Öl und Garnitur. Das sind deine grundlegenden Lebensmittelkosten.
Addiere Verpackungskosten
Berechne, was Behälter, Deckel, Besteck, Taschen und Aufkleber pro Bestellung kosten. Rechne auch Servietten und Saucenbehälter ein, falls du diese mitgibst.
Berechne Plattformprovision und Zahlungsgebühren
Multipliziere deinen Verkaufspreis mit dem Plattformprozentsatz (normalerweise 25-30%) und Zahlungsgebühren (2-4%). Diese Kosten gehen von deinem Bruttoumsatz ab.
Berechne deine Nettomarge
Ziehe alle Kosten von deinem Verkaufspreis ab und teile durch den Verkaufspreis für deinen Margenprozentsatz. Strebe mindestens 35-40% für eine gesunde Liefermarge an.
✨ Pro tip
Teste neue Liefergerichte zunächst einen Monat mit einer etwas höheren Marge (45%). Wenn sie gut verkaufen, kannst du den Preis für mehr Volumen senken.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
War dieser Artikel hilfreich?
Häufig gestellte Fragen
Was ist eine gute Marge für Liefergerichte?
Strebe eine Nettomarge von 35-40% nach allen Kosten an. Das ist niedriger als Restaurant-Gerichte (45-55%), aber realistisch mit Plattformgebühren und Verpackungskosten.
Muss ich MwSt. in meine Margenberechnung einbeziehen?
Rechne immer mit Preisen ohne MwSt. Lieferessen unterliegen 19% MwSt., also teile deinen Menüpreis durch 1,19 für den Preis ohne MwSt.
Wie oft ändern sich Plattformprovisionen?
Plattformgebühren können sich pro Quartal ändern. Überprüfe monatlich deine tatsächlichen Kosten im Plattform-Dashboard und passe deine Preise bei Bedarf an.
Kann ich die gleichen Preise wie in meinem Restaurant verwenden?
Normalerweise nicht. Durch Plattformgebühren und Verpackung liegen deine Kosten 20-30% höher. Gäste akzeptieren höhere Lieferpreise für den Komfort.
Muss ich Lieferkosten an Kunden weitergeben?
Das hängt von deiner Strategie ab. Du kannst Lieferkosten separat berechnen oder in deinen Menüpreis einarbeiten. Transparente Lieferkosten werden oft besser akzeptiert.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
Entwickeln Sie Rezepte mit sofortiger Kostenkalkulation
Jedes neue Rezept hat einen Selbstkostenpreis. KitchenNmbrs berechnet ihn, während Sie das Rezept zusammenstellen — damit Sie wissen, ob es rentabel ist, bevor es auf die Karte kommt. Kostenlos testen.
Kostenlose Testversion starten →