Verschiedene Verkaufskanäle erfordern unterschiedliche Preise. Zum Mitnehmen hat andere Kosten als Bedienung im Restaurant, aber das gleiche Gericht muss rentabel bleiben. Du brauchst also zwei verschiedene Verkaufspreise für das gleiche Gericht.
Warum unterschiedliche Preise für das gleiche Gericht?
Ein Gericht, das du sowohl im Restaurant als auch zum Mitnehmen verkaufst, hat unterschiedliche Kostenstrukturen:
- Im Restaurant: Bedienung, Spülen, Tischdeckung, aber keine Verpackung
- Zum Mitnehmen: Verpackungskosten, keine Bedienung, aber Gebühren bei Lieferdiensten
- MwSt.: beide 19% für Essen (kein Unterschied)
Viele Unternehmer machen den Fehler, den gleichen Preis zu verwenden. Dann verlierst du Geld auf einem der beiden Kanäle.
⚠️ Achtung:
Gebühren von Lieferdiensten wie Lieferando oder Uber Eats können bis zu 30% deines Bestellwerts ausmachen. Das musst du in deinem Preis ausgleichen, sonst machst du Verlust.
Berechne zuerst deine Basis-Kostpreis
Beginne mit dem Kostpreis des Gerichts selbst - das ist für beide Kanäle gleich:
- Hauptzutaten
- Garnituren und Beilagen
- Saucen und Öle
- Alles, was auf den Teller kommt
💡 Beispiel: Pasta Carbonara
Zutatenkosten pro Portion:
- Pasta: €0,45
- Speck: €1,20
- Eier: €0,60
- Parmesan: €0,85
- Sahne, Gewürze, Öl: €0,40
Basis-Kostpreis: €3,50
Berechne den Verkaufspreis für das Restaurant
Für den Verzehr im Restaurant rechnest du mit deinem normalen food cost Prozentsatz. Üblich sind 28-35% für Restaurants.
Formel: Mindestverkaufspreis = Kostpreis ÷ (Gewünschter food cost ÷ 100)
💡 Berechnung für das Restaurant:
Kostpreis: €3,50
Gewünschter food cost: 30%
€3,50 ÷ 0,30 = €11,67 ohne MwSt.
€11,67 × 1,19 = €13,89 mit MwSt.
Speisekartpreis: €13,95
Berechne den Verkaufspreis zum Mitnehmen
Beim Mitnehmen kommen zusätzliche Kosten hinzu, aber andere fallen weg:
- Zusätzliche Kosten: Verpackung (Behälter, Tüten, Besteck)
- Lieferdienst-Gebühren: 15-30% bei Lieferdiensten
- Wegfallende Kosten: Bedienung, Spülen, Tischdeckung
Rechne die Verpackungskosten zu deinem Kostpreis hinzu und gleiche Lieferdienst-Gebühren in deiner Marge aus.
💡 Berechnung zum Mitnehmen:
Basis-Kostpreis: €3,50
Verpackung: €0,35
Gesamtkostpreis: €3,85
Bei 25% Lieferdienst-Gebühr muss deine Marge 25% höher sein:
€3,85 ÷ 0,30 = €12,83 Basis
€12,83 × 1,25 = €16,04 ohne MwSt.
Abholpreis: €19,08 mit MwSt.
Unterschiedliche Preise kommunizieren
Du kannst unterschiedliche Preise auf verschiedene Weise handhaben:
- Separate Speisekarten: unterschiedliche Preise für Verzehr im Restaurant und zum Mitnehmen
- Zuschlag angeben: "Alle Preise +15% zum Mitnehmen"
- Plattformspezifisch: höhere Preise nur auf Lieferando/Uber Eats
⚠️ Achtung:
Sei transparent über Preisunterschiede. Gäste verstehen, dass zum Mitnehmen andere Kosten anfallen, aber überrasche sie nicht mit unerwarteten Zuschlägen.
Kontrolle: sind beide Kanäle rentabel?
Überprüfe regelmäßig, ob beide Preise noch stimmen:
- Lieferdienst-Gebühren können sich ändern
- Verpackungskosten steigen regelmäßig
- Zutatenpreise schwanken
Messe pro Quartal deinen tatsächlichen food cost für beide Kanäle. Liegen beide unter deinem gewünschten Prozentsatz? Dann stimmt deine Preisgestaltung.
Wie berechnest du unterschiedliche Verkaufspreise? (Schritt für Schritt)
Berechne den Basis-Kostpreis des Gerichts
Addiere alle Zutatenkosten: Hauptzutaten, Garnituren, Saucen und alles, was auf den Teller kommt. Das ist für beide Kanäle gleich.
Bestimme den Preis für den Verzehr im Restaurant
Teile den Kostpreis durch deinen gewünschten food cost Prozentsatz (zum Beispiel 30%). Multipliziere mit 1,19 für den Preis inklusive 19% MwSt.
Addiere Verpackungskosten zum Mitnehmen
Rechne €0,25-€0,50 pro Portion für Behälter, Tüten und Besteck. Das wird dein neuer Kostpreis zum Mitnehmen.
Gleiche Lieferdienst-Gebühren in deinem Abholpreis aus
Bei 25% Lieferdienst-Gebühr muss dein Endpreis 25% höher sein. Berechne zuerst deine normale Marge und erhöhe sie um den Lieferdienst-Gebühr-Prozentsatz.
Teste beide Preise auf Rentabilität
Überprüfe, ob beide Kanäle unter deinem gewünschten food cost Prozentsatz bleiben. Passe an, wenn einer zu hoch ausfällt.
✨ Pro tip
Überprüfe jeden Monat deinen tatsächlichen food cost für beide Kanäle separat. Lieferdienst-Gebühren und Verpackungskosten ändern sich regelmäßig, also müssen deine Preise mitziehen.
Selbst berechnen?
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Häufig gestellte Fragen
Darf ich unterschiedliche Preise für das gleiche Gericht verlangen?
Ja, das darfst du. Solange du transparent über die Preisunterschiede bist. Viele Restaurants handhaben unterschiedliche Preise für Verzehr im Restaurant und zum Mitnehmen.
Wie hoch dürfen Lieferdienst-Gebühren sein, die ich weitergebe?
Lieferdienst-Gebühren von Lieferdiensten können bis zu 30% deines Bestellwerts ausmachen. Du darfst diese vollständig in deinem Abholpreis weitergeben.
Muss ich auch unterschiedliche MwSt.-Prozentsätze berechnen?
Nein, für Essen gilt sowohl im Restaurant als auch zum Mitnehmen 19% MwSt. Nur für alkoholische Getränke gilt 7%, aber das gilt für beide Kanäle.
Was ist, wenn Gäste sich über den Preisunterschied beschweren?
Erkläre, dass zum Mitnehmen andere Kosten anfallen: Verpackung und Lieferdienst-Gebühren. Die meisten Gäste verstehen das, wenn du es klar kommunizierst.
Kann ich den gleichen Preis verwenden und den Unterschied selbst tragen?
Das kannst du, aber dann machst du auf einem der beiden Kanäle Verlust. Besser ist es, ehrliche Preise zu verwenden, die beide rentabel sind.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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