Menu Engineering bei konzeptionellen Speisekarten erfordert ein Gleichgewicht zwischen kreativen Gerichten und kommerzieller Realität. Du möchtest einzigartige Geschmäcker servieren, die dein Konzept verstärken, aber jedes Gericht muss auch rentabel sein. Die Kunst liegt darin, kreative Lösungen zu finden, die sowohl dein Küchenpersonal als auch deine Zahlen glücklich machen.
Die Spannung zwischen Kreativität und Marge
In konzeptionellen Restaurants entsteht oft eine Spannung zwischen dem, was der Chef machen möchte, und dem, was kommerziell sinnvoll ist. Ein Gericht mit seltenen Zutaten kann perfekt zu deinem Konzept passen, aber eine Lebensmittelkostenquote von 45% bedeutet, dass du bei jeder Portion Geld verlierst.
? Beispiel: Asiatisches Fusion-Konzept
Eine Ramen mit Wagyu-Rindfleisch klingt großartig für dein Konzept, aber:
- Wagyu: €15,00 pro Portion
- Weitere Zutaten: €3,50
- Gesamtkostpreis: €18,50
- Speisekartenpreis: €32,00 (exkl. MwSt.: €29,36)
Lebensmittelkostenquote: 63% - verlustbringend!
Die 4 Quadranten des Menu Engineering
Menu Engineering teilt Gerichte basierend auf Beliebtheit und Rentabilität ein:
- Stars: Beliebt und rentabel - bewirbe diese Gerichte
- Plowhorses: Beliebt aber nicht rentabel - verbessere die Marge
- Puzzles: Rentabel aber nicht beliebt - mache sie attraktiver
- Dogs: Nicht beliebt und nicht rentabel - ersetze oder streiche sie
⚠️ Achtung:
Bei konzeptionellen Speisekarten können 'Dogs' manchmal trotzdem wichtig für deine Geschichte sein. Denke an ein Signature-Gericht, das dein Konzept definiert, auch wenn es schwach verkauft wird.
Kreative Lösungen für Marge-Probleme
Wenn ein Gericht perfekt zu deinem Konzept passt, aber zu teuer ist, versuche diese Taktiken:
- Portionsgröße anpassen: Kleinere Portion des Premium-Zutaten, mehr Garnitur
- Zutat ersetzen: Wagyu durch dry-aged Rind ersetzen (gleiche Geschichte, niedrigere Kosten)
- Mischung von Zutaten: 50% Premium, 50% Standard-Zutat
- Saisonal anbieten: Nur wenn die Zutat günstiger ist
? Beispiel: Kreative Kostensenkung
Dieselbe Ramen, angepasst:
- Dry-aged Rind: €8,00 pro Portion
- Zusätzliche Toppings (Ei, Nori, Gemüse): €4,00
- Gesamtkostpreis: €12,00
- Speisekartenpreis: €32,00 (exkl. MwSt.: €29,36)
Lebensmittelkostenquote: 41% - immer noch hoch, aber machbar
Anker-Gerichte und Gewinnbringer
Eine konzeptionelle Speisekarte hat oft eine Mischung aus Gerichten mit unterschiedlichen Zielen:
- Signature-Gerichte: Definieren dein Konzept, dürfen niedrigere Marge haben
- Gewinnbringer: Einfachere Gerichte mit guter Marge, die deine Zahlen retten
- Anker-Gerichte: Teure Gerichte, die andere Preise logisch machen
Der Trick ist, für jedes Signature-Gericht mit niedriger Marge zwei Gewinnbringer zu haben, die es ausgleichen.
? Beispiel: Balance in konzeptioneller Speisekarte
Mediterranes Konzept mit 5 Hauptgerichten:
- Signature Seebarsch: 45% Lebensmittelkostenquote (Verlustbringer)
- Pasta mit Trüffel: 38% Lebensmittelkostenquote (Break-even)
- Risotto mit Gemüse: 28% Lebensmittelkostenquote (Gewinnbringer)
- Gegrilltes Huhn: 25% Lebensmittelkostenquote (Gewinnbringer)
- Vegetarische Pasta: 22% Lebensmittelkostenquote (Gewinnbringer)
Durchschnittliche Lebensmittelkostenquote: 32% - machbar!
Menüpositionierung und Preispsychologie
Bei konzeptionellen Speisekarten ist die Präsentation der Gerichte genauso wichtig wie der Inhalt:
- Storytelling: Erkläre, warum ein Gericht besonders ist
- Zutat-Hervorhebung: Benenne Premium-Zutaten in der Beschreibung
- Portions-Kommunikation: 'Zum Teilen' rechtfertigt einen höheren Preis
- Saisonale Kennzeichnung: 'Begrenzt verfügbar' erhöht die Wertwahrnehmung
Daten sammeln und analysieren
Um Menu Engineering anzuwenden, benötigst du Daten über das, was verkauft wird und was es einbringt:
- Verkaufszahlen pro Gericht (aus deinem Kassensystem)
- Exakte Kostpreis pro Gericht (einschließlich Garnitur)
- Durchschnittliche Lebensmittelkostenquote pro Kategorie
- Saisonale Muster im Verkauf
Mit diesen Daten kannst du bewusste Entscheidungen treffen, welche Gerichte du bewirbst, anpasst oder ersetzt.
Verwandte Artikel
Wie wendest du Menu Engineering an? (Schritt für Schritt)
Berechne die exakte Kostpreis jedes Gerichts
Addiere alle Zutaten, einschließlich Garnitur, Saucen und Öl. Vergiss nicht, den Schnittabfall einzubeziehen. Berechne die Lebensmittelkostenquote: Kostpreis geteilt durch Verkaufspreis exkl. MwSt. mal 100.
Sammle Verkaufsdaten der letzten 3 Monate
Hole aus deinem Kassensystem, wie viel von jedem Gericht du verkauft hast. Berechne den Prozentsatz deines Gesamtumsatzes pro Gericht. Dies zeigt dir die Beliebtheit.
Platziere deine Gerichte in den 4 Quadranten
Setze Beliebtheit auf die x-Achse und Rentabilität auf die y-Achse. Gerichte mit hohem Verkauf und niedriger Lebensmittelkostenquote sind deine Stars. Hoher Verkauf aber hohe Lebensmittelkostenquote sind deine Plowhorses, die du optimieren musst.
Erstelle einen Aktionsplan pro Quadrant
Stars bewirbst du aktiv. Plowhorses optimierst du (kleinere Portionen, andere Zutaten). Puzzles machst du attraktiver mit besserer Beschreibung. Dogs ersetzt oder streichst du.
Teste und messe die Ergebnisse
Führe Änderungen schrittweise durch und messe nach 6-8 Wochen erneut. Überprüfe, ob sich deine durchschnittliche Lebensmittelkostenquote verbessert hat und ob beliebte Gerichte noch gut verkauft werden.
✨ Pro tip
Beginne mit deinen 3 best-verkauften Gerichten. Wenn diese eine gute Marge haben, ist 80% deines Problems gelöst. Der Rest deiner Speisekarte darf experimenteller sein.
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Häufig gestellte Fragen
Darf ein Signature-Gericht verlustbringend sein?
Wie oft sollte ich mein Menu Engineering aktualisieren?
Was ist, wenn mein Konzept teure Zutaten erfordert?
Kann ich Menu Engineering mit Saisonspeisekarten kombinieren?
Wie kommuniziere ich Preiserhöhungen an Gäste?
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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