Ein exklusiver Deal mit einer Lieferplattform kann deine Marge durch niedrigere Provisionen stark beeinflussen, aber auch durch weniger Reichweite. Der Schlüssel liegt darin, deine neue Kostenkalkulation inklusive der niedrigeren Plattformgebühr zu berechnen und dein erwartetes Bestellvolumen einzuschätzen. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie du die echte Marge eines solchen Deals berechnest.
Was ändert sich bei einem exklusiven Deal?
Bei einem exklusiven Deal mit einer Plattform bekommst du normalerweise eine niedrigere Provision, gibst aber deine Multi-Plattform-Reichweite auf. Das hat Auswirkungen auf drei Bereiche:
- Niedrigere Plattformkosten pro Bestellung
- Möglicherweise niedrigeres Bestellvolumen durch weniger Reichweite
- Andere Fixkosten pro Bestellung durch Volumeneffekt
Berechne deine neue Kostenkalkulation pro Bestellung
Deine Gesamtkostenkalkulation besteht aus mehr als nur Zutaten. Bei Lieferungen kommen hier Plattformgebühren und Verpackungskosten hinzu.
💡 Beispiel Kostenkalkulation:
Pizza Margherita verkauft für €12,50 inkl. MwSt.:
- Verkaufspreis exkl. MwSt.: €11,47
- Zutaten: €3,20
- Verpackung: €0,45
- Plattformgebühr (20%): €2,29
- Gesamtkosten: €5,94
Marge: €11,47 - €5,94 = €5,53 (48,2%)
Vergleiche alte vs. neue Situation
Mache einen fairen Vergleich zwischen deinem aktuellen Multi-Plattform-Setup und dem exklusiven Deal.
💡 Beispiel Vergleich:
Aktuelle Situation (3 Plattformen):
- Durchschnittliche Provision: 25%
- Bestellungen pro Monat: 1.200
- Durchschnittlicher Bestellwert: €18,50
- Gesamtumsatz: €22.200
- Plattformkosten: €5.550
Exklusiver Deal:
- Provision: 15%
- Erwartete Bestellungen: 800 (33% weniger)
- Durchschnittlicher Bestellwert: €19,00
- Gesamtumsatz: €15.200
- Plattformkosten: €2.280
Berechne deine Fixkosten neu
Weniger Bestellungen bedeuten, dass deine Fixkosten (Miete, Personal, Energie) auf weniger Bestellungen verteilt werden. Das erhöht deine Kostenkalkulation pro Bestellung.
⚠️ Achtung:
Eine niedrigere Provision bedeutet nicht automatisch mehr Gewinn. Wenn dein Volumen um 40% sinkt, kann dein Gesamtgewinn trotz besserer Margen pro Bestellung niedriger ausfallen.
Berechne dein Break-Even-Volumen
Wie viele Bestellungen brauchst du mindestens, um genauso viel zu verdienen wie jetzt? Diese Berechnung hilft dir einzuschätzen, ob der Deal machbar ist.
💡 Break-Even-Berechnung:
Aktueller Gewinn pro Monat: €8.500
Neue Marge pro Bestellung: €7,20
Fixkosten pro Monat: €4.200
Break-Even: (€8.500 + €4.200) / €7,20 = 1.764 Bestellungen nötig
Teste den Deal mit einer Testphase
Bitte die Plattform um eine Testphase von 2-4 Wochen. So kannst du das echte Volumen und den Bestellwert messen, bevor du dich festlegst.
Messe während der Testphase:
- Anzahl Bestellungen pro Tag
- Durchschnittlicher Bestellwert
- Stoßzeiten und ruhige Momente
- Kundenzufriedenheitswerte
Wie berechnest du die Marge eines exklusiven Deals? (Schritt für Schritt)
Berechne deine aktuelle Gesamtmarge
Addiere alle Plattformkosten deines aktuellen Setups. Teile dies durch deinen gesamten Lieferumsatz, um dein durchschnittliches Provisionsprozentsatz zu erhalten. Ziehe dies von deinem Umsatz ab und ziehe auch deine Lebensmittelkosten ab.
Berechne die neue Kostenkalkulation pro Bestellung
Nimm die neue niedrigere Provision und berechne, was dies pro Bestellung bedeutet. Vergiss nicht, Verpackungskosten einzubeziehen. Achtung: Weniger Volumen bedeutet höhere Fixkosten pro Bestellung.
Schätze das neue Bestellvolumen ein
Bitte die Plattform um Daten über vergleichbare Betriebe, die exklusiv sind. Rechne mit 20-40% weniger Bestellungen als dein aktuelles Gesamtvolumen, es sei denn, du erhältst konkrete Volumengarantien.
Berechne deinen Break-Even-Punkt
Teile deinen gewünschten Monatsgewinn plus Fixkosten durch deine neue Marge pro Bestellung. So weißt du, wie viele Bestellungen du mindestens brauchst, um genauso viel zu verdienen.
Teste mit einer Testphase
Bitte um 2-4 Wochen zum Testen ohne dich festzulegen. Messe das echte Volumen und den durchschnittlichen Bestellwert. Nur so weißt du, ob der Deal wirklich vorteilhaft ist.
✨ Pro tip
Bitte die Plattform um eine Garantie für ein Mindestbestellvolumen in den ersten 3 Monaten. Viele Plattformen wollen Exklusivität, also hast du Verhandlungsmacht, um Bedingungen zu stellen.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
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Häufig gestellte Fragen
Ist eine niedrigere Provision immer vorteilhafter?
Nein, nicht wenn du viel weniger Bestellungen bekommst. Eine Provision von 15% auf 500 Bestellungen bringt weniger ein als 25% Provision auf 1000 Bestellungen. Es geht um den Gesamtgewinn, nicht die Marge pro Bestellung.
Wie viel Volumen verlust ist bei einem exklusiven Deal normal?
Rechne mit 20-40% weniger Bestellungen, je nachdem wie groß die Plattform ist und wie viel Konkurrenz du hast. Bitte die Plattform um konkrete Daten von vergleichbaren Betrieben.
Kann ich den Deal kündigen, wenn es nicht läuft?
Das hängt vom Vertrag ab. Sorge für eine Kündigungsklausel von maximal 3 Monaten. Viele Plattformen wollen längere Verträge, aber das ist riskant für dich.
Muss ich meine Menüpreise bei einer niedrigeren Provision anpassen?
Das muss nicht sofort sein. Teste erst, ob dein Volumen stabil bleibt. Wenn du weniger Bestellungen bekommst, kannst du überlegen, deine Preise leicht zu senken, um wettbewerbsfähiger zu werden.
Wie überprüfe ich, ob sich der Deal auszahlt?
Vergleiche monatlich deinen gesamten Liefergewinn mit der vorherigen Periode. Achte nicht nur auf die Marge pro Bestellung, sondern auf deinen absoluten Gewinn in Euro.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
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