Nicht jedes Gericht, das in deinem Restaurant gut läuft, funktioniert auch für die Lieferung. Lieferplattformen berechnen Provisionen von 15-30%, Gerichte müssen 20-45 Minuten Transport überstehen, und du hast zusätzliche Verpackungskosten. Du musst also strategisch wählen, welche Gerichte du über Plattformen wie Thuisbezorgd oder Uber Eats anbietest und welche nicht.
Warum nicht alle Gerichte für die Lieferung geeignet sind
Die Lieferung hat andere Spielregeln als dein Restaurant. Plattformen berechnen 15-30% Provision, Gerichte müssen 20-45 Minuten Transport überstehen, und du hast zusätzliche Verpackungskosten. Was in deinem Restaurant rentabel ist, kann bei der Lieferung zu Verlust führen.
⚠️ Achtung:
Ein Gericht mit 30% Lebensmittelkosten in deinem Restaurant kann nach Plattformprovision und Verpackung auf 45% deiner Nettoeinnahmen kommen. Dann verdienst du nichts mehr.
Die Lieferungseignungsprüfung
Für jedes Gericht musst du drei Fragen stellen: Behält es die Qualität, was sind die echten Kosten, und bleibt noch Gewinn übrig?
- Qualitätstest: Bleibt das Gericht nach 30-45 Minuten in einer verschlossenen Box lecker?
- Kostentest: Was sind die Gesamtkosten einschließlich Verpackung und Plattformprovision?
- Gewinntest: Bleibt genug Marge nach allen zusätzlichen Kosten übrig?
💡 Beispiel: Pasta Carbonara Check
Restaurantpreis: €16,50 (Lebensmittelkosten €5,00 = 30%)
- Lieferpreis: €16,50
- Plattformprovision (25%): €4,13
- Verpackung: €0,75
- Nettoeinnahmen: €11,62
Neue Lebensmittelkosten: (€5,00 + €0,75) / €11,62 = 49%
Fazit: Zu teuer für die Lieferung
Welche Gerichte funktionieren für die Lieferung
Die besten Liefergerichte haben drei Eigenschaften: Sie reisen gut, haben niedrige Lebensmittelkosten und können zu einem höheren Preis verkauft werden.
- Pizzas und Burger: Behalten Geschmack und Textur gut
- Currys und Schmorgerichte: Werden manchmal durch den Nachwärmeffekt sogar besser
- Sushi und Poke Bowls: Kalt serviert, kein Qualitätsverlust
- Pasta mit robusten Saucen: Carbonara nicht, Arrabbiata schon
💡 Beispiel: Perfekter Lieferer - Hähnchen Curry
Restaurantpreis: €18,50, Lieferpreis: €21,50
- Zutatenkosten: €5,50
- Verpackung: €0,85
- Plattformprovision (25%): €5,38
- Nettoeinnahmen: €15,27
Lebensmittelkosten: (€5,50 + €0,85) / €15,27 = 42%
Fazit: Akzeptabel für die Lieferung
Gerichte, die du besser nicht anbietest
Einige Gerichte sind zum Scheitern verurteilt bei der Lieferung. Sie verlieren ihre Qualität oder werden durch die zusätzlichen Kosten zu teuer.
- Knusprige Gerichte: Pommes, Tempura, frittiertes Hähnchen werden matschig
- Zarte Fische: Gebratener Wolfsbarsch wird trocken und zäh
- Saucen separat: Gerichte, die du "kurz vor dem Servieren" fertigstellst
- Hohe Lebensmittelkosten: Über 35% wird nach Provisionen problematisch
Die Lieferpreis-Strategie
Viele Restaurants machen den Fehler, die gleichen Preise zu verwenden. Bei der Lieferung hast du eine andere Kostenstruktur, also sind andere Preise logisch.
💡 Beispiel: Preisanpassung berechnen
Gewünschter Lebensmittelkostenanteil nach allen Kosten: 35%
- Zutaten + Verpackung: €7,50
- Benötigte Nettoeinnahmen: €7,50 / 0,35 = €21,43
- Bei 25% Provision: €21,43 / 0,75 = €28,57
Lieferpreis: €28,50 (vs €24,00 im Restaurant)
Verpackungskosten einbeziehen
Verpackung ist eine versteckte Kostenposition, die viele Unternehmer vergessen einzurechnen. Sie kann 3-8% deines Lieferumsatzes kosten.
- Basis-Box: €0,25 - €0,45
- Saucenbehälter: €0,15 - €0,25 pro Stück
- Besteck und Servietten: €0,10 - €0,15
- Tragetaschen: €0,20 - €0,35
Addiere dies zu deinen Zutatenkosten für die echte Lebensmittelkostenberechnung.
Wie bestimmst du, welche Gerichte für die Lieferung geeignet sind? (Schritt für Schritt)
Berechne die echten Kosten pro Gericht
Addiere Zutatenkosten, Verpackungskosten und Plattformprovision (normalerweise 15-30%). Das sind deine tatsächlichen Kosten für die Lieferung, nicht die Restaurantkosten.
Teste die Qualität nach 30-45 Minuten
Packe das Gericht wie für die Lieferung ein und lass es 30-45 Minuten stehen. Iss es dann. Wenn es nicht mehr lecker ist, biete es nicht über Plattformen an.
Berechne deinen Netto-Lebensmittelkostenanteil
Teile deine Gesamtkosten (Zutaten + Verpackung) durch deine Nettoeinnahmen (Lieferpreis minus Plattformprovision). Über 45% wird es schwierig, rentabel zu sein.
✨ Pro tip
Teste neue Liefergerichte zuerst selbst: Bestelle über die Plattform und iss es nach normaler Lieferzeit. So entdeckst du Probleme, bevor Kunden es tun.
Selbst berechnen?
In der KitchenNmbrs App geht das mit wenigen Klicks. 7 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.
War dieser Artikel hilfreich?
Häufig gestellte Fragen
Kann ich die gleichen Preise für die Lieferung wie in meinem Restaurant verwenden?
Das ist normalerweise nicht klug. Durch Plattformprovisionen und Verpackungskosten hast du eine andere Kostenstruktur. Höhere Preise für die Lieferung sind logisch und normal.
Welchen Lebensmittelkostenanteil kann ich bei der Lieferung verwenden?
Nach allen zusätzlichen Kosten (Provision + Verpackung) kannst du auf 40-50% deiner Nettoeinnahmen kommen. Das ist höher als im Restaurant (28-35%), aber immer noch rentabel.
Muss ich alle Gerichte meiner Speisekarte auch für die Lieferung anbieten?
Nein, das ist sogar kontraproduktiv. Biete nur Gerichte an, die die Fahrt gut überstehen und nach Provisionen rentabel bleiben. Weniger ist mehr bei der Lieferung.
Wie berechne ich die Plattformprovision in meinen Kostpreis ein?
Ziehe die Provision (normalerweise 15-30%) von deinem Lieferpreis ab. Der Restbetrag sind deine Nettoeinnahmen. Berechne deinen Lebensmittelkostenanteil darauf, nicht auf den Brutto-Lieferpreis.
Was ist, wenn meine besten Gerichte nicht für die Lieferung geeignet sind?
Entwickle dann spezielle Liefergerichte, die gut reisen. Viele Restaurants haben ein separates Liefermenü neben ihrem Restaurantmenü. Das funktioniert oft besser.
⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation — https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj
Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.
In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.
📚 Konsultierte Quellen
- EU Verordening 852/2004 — Levensmiddelenhygiëne (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 853/2004 — Hygiënevoorschriften voor levensmiddelen van dierlijke oorsprong (2004) — Offizielle Quelle
- EU Verordening 1169/2011 — Voedselinformatie aan consumenten (2011) — Offizielle Quelle
- NVWA — Hygiënecode voor de horeca (2024) — Offizielle Quelle
- NVWA — Allergenen in voedsel (2024) — Offizielle Quelle
- Codex Alimentarius — International Food Standards (2024) — Offizielle Quelle
- FSA — Safer food, better business (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- BVL — Lebensmittelhygiene (HACCP) (2024) — Offizielle Quelle
- Warenwetbesluit Bereiding en behandeling van levensmiddelen (2024) — Offizielle Quelle
- WHO — Foodborne diseases estimates (2024) — Offizielle Quelle
BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) — https://www.bvl.bund.de
Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.
Geschrieben von
Jeffrey Smit
Gründer & CEO von KitchenNmbrs
Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.
Sie verkaufen Lebensmittel? Dann brauchen Sie KitchenNmbrs
Ob Restaurant, Food Truck, Catering oder Meal-Kit-Unternehmen — Sie müssen wissen, was jedes Gericht kostet. KitchenNmbrs gibt Ihnen diesen Einblick. Starten Sie Ihre kostenlose Testphase.
Kostenlose Testversion starten →