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📝 Jeder, der Lebensmittel verkauft · ⏱️ 2 Min. Lesezeit

Woher weiß ich, welche Gerichte ich über Lieferplattformen anbieten sollte und welche nicht?

📝 KitchenNmbrs · aktualisiert 14 Mar 2026

Nicht jedes Gericht, das in deinem Restaurant gut läuft, funktioniert auch für die Lieferung. Lieferplattformen berechnen Provisionen von 15-30%, Gerichte müssen 20-45 Minuten Transport überstehen, und du hast zusätzliche Verpackungskosten. Du musst also strategisch wählen, welche Gerichte du über Plattformen wie Thuisbezorgd oder Uber Eats anbietest und welche nicht.

Warum nicht alle Gerichte für die Lieferung geeignet sind

Die Lieferung hat andere Spielregeln als dein Restaurant. Plattformen berechnen 15-30% Provision, Gerichte müssen 20-45 Minuten Transport überstehen, und du hast zusätzliche Verpackungskosten. Was in deinem Restaurant rentabel ist, kann bei der Lieferung zu Verlust führen.

⚠️ Achtung:

Ein Gericht mit 30% Lebensmittelkosten in deinem Restaurant kann nach Plattformprovision und Verpackung auf 45% deiner Nettoeinnahmen kommen. Dann verdienst du nichts mehr.

Die Lieferungseignungsprüfung

Für jedes Gericht musst du drei Fragen stellen: Behält es die Qualität, was sind die echten Kosten, und bleibt noch Gewinn übrig?

  • Qualitätstest: Bleibt das Gericht nach 30-45 Minuten in einer verschlossenen Box lecker?
  • Kostentest: Was sind die Gesamtkosten einschließlich Verpackung und Plattformprovision?
  • Gewinntest: Bleibt genug Marge nach allen zusätzlichen Kosten übrig?

💡 Beispiel: Pasta Carbonara Check

Restaurantpreis: €16,50 (Lebensmittelkosten €5,00 = 30%)

  • Lieferpreis: €16,50
  • Plattformprovision (25%): €4,13
  • Verpackung: €0,75
  • Nettoeinnahmen: €11,62

Neue Lebensmittelkosten: (€5,00 + €0,75) / €11,62 = 49%

Fazit: Zu teuer für die Lieferung

Welche Gerichte funktionieren für die Lieferung

Die besten Liefergerichte haben drei Eigenschaften: Sie reisen gut, haben niedrige Lebensmittelkosten und können zu einem höheren Preis verkauft werden.

  • Pizzas und Burger: Behalten Geschmack und Textur gut
  • Currys und Schmorgerichte: Werden manchmal durch den Nachwärmeffekt sogar besser
  • Sushi und Poke Bowls: Kalt serviert, kein Qualitätsverlust
  • Pasta mit robusten Saucen: Carbonara nicht, Arrabbiata schon

💡 Beispiel: Perfekter Lieferer - Hähnchen Curry

Restaurantpreis: €18,50, Lieferpreis: €21,50

  • Zutatenkosten: €5,50
  • Verpackung: €0,85
  • Plattformprovision (25%): €5,38
  • Nettoeinnahmen: €15,27

Lebensmittelkosten: (€5,50 + €0,85) / €15,27 = 42%

Fazit: Akzeptabel für die Lieferung

Gerichte, die du besser nicht anbietest

Einige Gerichte sind zum Scheitern verurteilt bei der Lieferung. Sie verlieren ihre Qualität oder werden durch die zusätzlichen Kosten zu teuer.

  • Knusprige Gerichte: Pommes, Tempura, frittiertes Hähnchen werden matschig
  • Zarte Fische: Gebratener Wolfsbarsch wird trocken und zäh
  • Saucen separat: Gerichte, die du "kurz vor dem Servieren" fertigstellst
  • Hohe Lebensmittelkosten: Über 35% wird nach Provisionen problematisch

Die Lieferpreis-Strategie

Viele Restaurants machen den Fehler, die gleichen Preise zu verwenden. Bei der Lieferung hast du eine andere Kostenstruktur, also sind andere Preise logisch.

💡 Beispiel: Preisanpassung berechnen

Gewünschter Lebensmittelkostenanteil nach allen Kosten: 35%

  • Zutaten + Verpackung: €7,50
  • Benötigte Nettoeinnahmen: €7,50 / 0,35 = €21,43
  • Bei 25% Provision: €21,43 / 0,75 = €28,57

Lieferpreis: €28,50 (vs €24,00 im Restaurant)

Verpackungskosten einbeziehen

Verpackung ist eine versteckte Kostenposition, die viele Unternehmer vergessen einzurechnen. Sie kann 3-8% deines Lieferumsatzes kosten.

  • Basis-Box: €0,25 - €0,45
  • Saucenbehälter: €0,15 - €0,25 pro Stück
  • Besteck und Servietten: €0,10 - €0,15
  • Tragetaschen: €0,20 - €0,35

Addiere dies zu deinen Zutatenkosten für die echte Lebensmittelkostenberechnung.

Wie bestimmst du, welche Gerichte für die Lieferung geeignet sind? (Schritt für Schritt)

1

Berechne die echten Kosten pro Gericht

Addiere Zutatenkosten, Verpackungskosten und Plattformprovision (normalerweise 15-30%). Das sind deine tatsächlichen Kosten für die Lieferung, nicht die Restaurantkosten.

2

Teste die Qualität nach 30-45 Minuten

Packe das Gericht wie für die Lieferung ein und lass es 30-45 Minuten stehen. Iss es dann. Wenn es nicht mehr lecker ist, biete es nicht über Plattformen an.

3

Berechne deinen Netto-Lebensmittelkostenanteil

Teile deine Gesamtkosten (Zutaten + Verpackung) durch deine Nettoeinnahmen (Lieferpreis minus Plattformprovision). Über 45% wird es schwierig, rentabel zu sein.

✨ Pro tip

Teste neue Liefergerichte zuerst selbst: Bestelle über die Plattform und iss es nach normaler Lieferzeit. So entdeckst du Probleme, bevor Kunden es tun.

Selbst berechnen?

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Häufig gestellte Fragen

Kann ich die gleichen Preise für die Lieferung wie in meinem Restaurant verwenden?

Das ist normalerweise nicht klug. Durch Plattformprovisionen und Verpackungskosten hast du eine andere Kostenstruktur. Höhere Preise für die Lieferung sind logisch und normal.

Welchen Lebensmittelkostenanteil kann ich bei der Lieferung verwenden?

Nach allen zusätzlichen Kosten (Provision + Verpackung) kannst du auf 40-50% deiner Nettoeinnahmen kommen. Das ist höher als im Restaurant (28-35%), aber immer noch rentabel.

Muss ich alle Gerichte meiner Speisekarte auch für die Lieferung anbieten?

Nein, das ist sogar kontraproduktiv. Biete nur Gerichte an, die die Fahrt gut überstehen und nach Provisionen rentabel bleiben. Weniger ist mehr bei der Lieferung.

Wie berechne ich die Plattformprovision in meinen Kostpreis ein?

Ziehe die Provision (normalerweise 15-30%) von deinem Lieferpreis ab. Der Restbetrag sind deine Nettoeinnahmen. Berechne deinen Lebensmittelkostenanteil darauf, nicht auf den Brutto-Lieferpreis.

Was ist, wenn meine besten Gerichte nicht für die Lieferung geeignet sind?

Entwickle dann spezielle Liefergerichte, die gut reisen. Viele Restaurants haben ein separates Liefermenü neben ihrem Restaurantmenü. Das funktioniert oft besser.

⚠️ EU-Verordnung 1169/2011 — Allergeninformation https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2011/1169/oj

Die Allergeninformationen auf dieser Seite basieren auf der EU-Verordnung 1169/2011. Rezepte und Zutaten können je nach Lieferant variieren. Überprüfen Sie stets die aktuellen Allergeninformationen bei Ihrem Lieferanten und kommunizieren Sie diese korrekt an Ihre Gäste. KitchenNmbrs haftet nicht für allergische Reaktionen.

In Deutschland überwacht das BVL die Allergenvorschriften gemäß LMIDV.

ℹ️ Dieser Artikel wurde auf Grundlage offizieller Quellen und Fachkenntnissen erstellt. Obwohl wir aktuelle und korrekte Informationen anstreben, kann der Inhalt von den neuesten Vorschriften abweichen. Konsultieren Sie stets die offiziellen Behörden für verbindliche Normen.

📚 Konsultierte Quellen

BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) https://www.bvl.bund.de

Die in dieser Anwendung angezeigten HACCP-Normen dienen ausschließlich der Information. KitchenNmbrs garantiert nicht, dass die angezeigten Werte aktuell oder vollständig sind. Konsultieren Sie stets das BVL oder Ihre zuständige Behörde für die neuesten Vorschriften.

JS

Geschrieben von

Jeffrey Smit

Gründer & CEO von KitchenNmbrs

Jeffrey Smit hat KitchenNmbrs aus 8 Jahren praktischer Erfahrung als Küchenmanager bei der 1NUL8 Group in Rotterdam aufgebaut. Seine Mission: jedem Restaurantbesitzer Kontrolle über die Lebensmittelkosten geben.

🏆 8 Jahre Küchenmanager bei 1NUL8 Group Rotterdam
Expertise: food cost management HACCP kitchen management restaurant operations food safety compliance

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